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Hof

Zohreh Amini ist frei

Das Bundesamt nimmt das Asylverfahren wieder auf. Damit beginnt alles bei Null, die Iranerin kann bleiben. Jetzt sitzt sie im Ankerzentrum Bamberg.



Auch bei der Reittherapie hat Zohreh Amini mitgeholfen, ob sie das wieder tun kann, muss sich zeigen. Eine Arbeitserlaubnis hat sie nicht mehr.
Auch bei der Reittherapie hat Zohreh Amini mitgeholfen, ob sie das wieder tun kann, muss sich zeigen. Eine Arbeitserlaubnis hat sie nicht mehr.  

Hof - Die in Hof lebende Iranerin Zohreh Amini hat die Abschiebehaftanstalt Eichstätt verlassen, das Verfahren zu ihrer Abschiebung ist gestoppt. Hermann Gimpl, ihr Nürnberger Anwalt, hat der Frankenpost mitgeteilt, dass sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) für eine Wiederaufnahme des Asylverfahrens entschieden hat. Das heißt für die 49-Jährige nicht, dass sie wieder nach Hof kann, wo ihr Sohn lebt und sie eine Wohnung hat. Nach der Entlassung aus der Haftanstalt musste sich Zohreh Amini im Ankerzentrum Bamberg melden.

Unterstützung

Die Solidarität mit der Iranerin Zohreh Amini zieht unterdessen immer weitere Kreise. Auf Initiative des Pfarrers von Sankt Johannes, Hans-Jürgen Konrad, haben am Sonntag 54 Gottesdienstbesucher ihren Namen auf eine Unterschriftenliste gesetzt. Bei der Lebenshilfe, wo Zohreh Amini zuletzt beschäftigt war, läuft eine Online-Petition, die an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gerichtet ist. Unter www.change.org haben sich bis gestern Abend mehr als 1800 Menschen daran beteiligt.

 

Dort, in der Aufnahmestelle für Asylbewerber, sitzt sie erstmal fest. Üblicherweise müssen die Insassen dort bleiben, bis man entschieden hat, wie es weitergeht. Sollten ihr positive Aussichten auf eine Anerkennung zuerkannt werden, kann sie einem Wohnort in einer Kommune zugeteilt werden. An sich bescheinigt das Bamf Flüchtlingen aus dem Iran "gute Bleibeperspektiven" - das hatte Zohreh Amini aber auch schon einmal gedacht.

 

Nun aber hat sie am Montag während einer Anhörung neue Aspekte vorgebracht, die einen Verbleib in Deutschland rechtfertigen. Dazu könnte gehören, dass die Iranerin beim Zentralrat der Ex-Muslime aktiv war. Dieses Engagement könnte für sie im Iran fatale Folgen haben.

"Das Verfahren läuft jetzt wie am ersten Tag ihres Antrags auf Asyl weiter", erklärt Gimpl. Also so, als wäre die 49-Jährige eben erst in der Bundesrepublik angekommen - so wie am 28. September 2011. Damit fällt jedweder Haftgrund weg, die Abschiebung ist wieder in die Ferne gerückt. Das alles heißt aber nicht, dass die Iranerin, die zwei Jahre für die Lebenshilfe in Hof gearbeitet und einen 18-jährigen Sohn hat, aus dem Schneider ist. Das neue Asylverfahren könnte theoretisch so ausgehen wie schon einmal am 13. September 2012. Dagegen hatte Zohreh Amini geklagt, was am 30. April abgeschmettert wurde. Immerhin aber hat sie nun offenbar gute Gründe genannt, die für das Bamf so überzeugend waren, dass es das ganze Verfahren wieder auf Null gesetzt hat.

Mit dieser Entscheidung wird sich auch der Petitionsausschuss des bayerischen Landtages beschäftigen. Denn dort lief eine Eilpetition, die eine Abschiebung der Frau verhindern sollte. "Die ist jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach vom Tisch", sagt Landtagsabgeordneter Klaus Adelt.

Nun startet wieder das Hoffen und Bangen. Wie es für die Iranerin weitergeht, ist unklar. Denn mit der Wiederaufnahme des Asylverfahrens hat sie keine Arbeitserlaubnis. Die müsste ihr die Ausländerbehörde wieder erteilen. Bei der Lebenshilfe ist man im Moment ratlos. Johannes Frisch will sich mit der Geschäftsführung beraten, wie man mit der Kollegin nun verfahren soll - sollte sie wieder nach Hof kommen.

Autor

Harald Werder

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Veröffentlicht am:
05. 03. 2019
11:36 Uhr

Aktualisiert am:
05. 03. 2019
14:15 Uhr

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Abschiebungen Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge Iranerin aus Hof droht die Abschiebung Personen aus dem Iran
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Harald Werder

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05. 03. 2019
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