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Hof

"Zum Motiv liegen keine Erkenntnisse vor"

Anschläge auf Maisfelder sind keine Seltenheit. Welche Strafen drohen? Darüber informiert eine Polizei-Sprecherin im Interview.



Interview: mit Anne Höfer, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken
Interview: mit Anne Höfer, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken  

Frau Höfer, wie viele Fälle solcher Anschläge gab es heuer in Oberfranken und im Landkreis Hof?

In Oberfranken wurden 2019 sieben Vorgänge aktenkundig, wobei es fünf Mal bei einem Versuch blieb. Im Bereich Hof konnte die Polizeiinspektion Münchberg zwei Vorgänge registrieren. In den vergangenen Jahren ist die Zahl solcher Delikte gestiegen.

 

Gab es auch Verletzte? Wie hoch ist der Schaden?

Zu einer Verletzung an Leib oder Leben kam es in keinem der Fälle. Insgesamt entstand Schaden in Höhe von 76.000 Euro.

 

Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei diesen Sabotage-Fällen?

Die Aufklärungsquote für den gesamten Deliktsbereich Sachbeschädigung lag in Oberfranken laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2018 bei 32,9 Prozent. Allerdings ist es bei Anschlägen auf Maisfelder oft schwierig, den Täter zu ermitteln. Meist können die Landwirte den Tatzeitraum nicht genauer eingrenzen als auf ein viertel oder ein halbes Jahr. Dadurch wird es auch mit Zeugenaufrufen schwierig.

 

Sind die Fälle immer ähnlich?

Die Fälle in Oberfranken sind ähnlich gelagert. In jedem Vorgang wurde ein Metallteil, sei es in Form eines Drahtseiles, einer Stange oder sonstiger Metallkörper im Feld ausgelegt oder direkt am Mais angebracht.

 

Welche Motive könnten die Täter haben?

Zur Motivlage der Täterschaft liegen bisher keine Erkenntnisse vor. Bundesweit wird vermutet, dass Umweltschützer und Umweltaktivisten, die etwas gegen den umstrittenen Maisanbau haben, für derartige Taten infrage kommen könnten. Hierbei handelt es sich um reine Mutmaßungen. Zudem könnten Konkurrenz oder Streitigkeiten zwischen Landwirten ebenso ursächlich sein.

 

Welche Strafe droht? Wird die Tatsache, dass Menschenleben gefährdet sind, berücksichtigt?

Die Tatsache, dass Metallteile wie Geschosse auch in die Fahrerkabine katapultiert werden, ist bekannt und wird berücksichtigt. Dennoch wird jeder Fall einzeln geprüft. Die Fälle in Oberfranken unterliegen dem Deliktsbereich der Sachbeschädigung, die mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft wird. Ein Tötungsdelikt hat in einem Fall die Staatsanwaltschaft Bamberg verneint.

 

Was können Landwirte tun, um die Taten zu verhindern?

Die Landwirte können nur durch intensivere Kontrollen und Absuchen der Felder entgegenwirken. Die Hersteller von Agrarmaschinen haben auf die Sabotage reagiert und statten die Erntemaschinen mittlerweile mit Metalldetektoren aus. Der Häcksler stoppt beim Erkennen eines Gegenstandes automatisch und verhindert somit eine Beschädigung.

 

Was unternimmt die Polizei?

Die Polizei hat die Problematik erkannt. Es fanden bereits Lagebilddarstellungen und Fallanalysen mit länderübergreifendem Informationsaustausch statt. Zeugenaufrufe und Berichterstattungen in lokalen Zeitungen und sozialen Medien sind die Regel und sensibilisieren die Bevölkerung. Eine Rolle spielt natürlich auch die Auswertung und Sicherung von Spuren.

 

Autor

Manfred Köhler
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
18:20 Uhr

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Manfred Köhler

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2019
18:20 Uhr



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