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Hof

Zwölf Hektar Ausgleichsfläche müssen her

Der Gemeinderat Berg macht den Weg frei für die Photovoltaikanlage Berg-Süd. Stoff für Diskussionen birgt die Rodung eines größeren Baumbestandes.



Die Diskussionen um die umstrittenen Photovoltaik-Pläne an der A 9 bei Berg reißen nicht ab - vor allem Baumrodungen erzürnen die Kritiker. Dennoch machte nun der Berger Gemeinderat nun den Weg frei für die Anlage. Symbol-Foto: Oliver Berg (dpa)
Die Diskussionen um die umstrittenen Photovoltaik-Pläne an der A 9 bei Berg reißen nicht ab - vor allem Baumrodungen erzürnen die Kritiker. Dennoch machte nun der Berger Gemeinderat nun den Weg frei für die Anlage. Symbol-Foto: Oliver Berg (dpa)  

Berg - Der Gemeinderat Berg hat für den Bau der geplanten Photovoltaikanlage Berg-Süd den Flächennutzungsplan geändert und die Aufstellung eines Bebauungsplanes beschlossen. Zwei Räte stimmten gegen den Vorschlag der Verwaltung.

Zuvor hatte Norbert Köhler vom Ingenieurbüro IVS Kronach an den bisherigen Werdegang des Projektes erinnert, das bereits im November 2016 begann und bei dem zwischenzeitlich auch ein Investorenwechsel stattgefunden hat. "Zudem erfolgte auch eine Modifizierung der Planung", erinnerte Köhler. Er nannte die Stellungnahme von Christine Wolfrum aus Berg, die auf die öffentliche Auslegung der Pläne reagiert hatte. Sie äußerte Bedenken, dass durch die Photovoltaikanlage ihr Grundstück nicht mehr befahren werden könnte.

Norbert Köhler informierte, dass die Zufahrt sowohl vom Anliegerweg von Bruck kommend als auch von der B 173 aus sichergestellt sei. Von Trägern öffentlicher Belange waren zehn Stellungnahmen eingegangen. Diese gaben Kreisbrandrat Reiner Hoffmann, die Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH, die Autobahndirektion Nordbayern, Dienststelle Bayreuth, das Landratsamt Hof mit den Bereichen Naturschutz sowie Abfallrecht/Altlasten, die Fernwasserversorgung Oberfranken, das Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Münchberg, dem Ressort Forsten, der Bayernwerk Netz GmbH, das staatliche Bauamt Bayreuth und die Deutsche Telekom ab. Der Fachmann erläuterte zu jeder der zehn Stellungnahmen die entsprechende Abwägung. Nicht immer stimmten die Räte den Beschlüssen zu. Besonders bei der Stellungnahme vom AELF Münchberg stimmten vier Räte dagegen. Köhler hatte mitgeteilt, dass eine Rodungsgenehmigung nicht notwendig sei, weil das Baurecht über ein Bebauungsplanverfahren erlangt werde. "Die überplanten Waldbestände sind durch Einträge seitens der Autobahn, Sturmereignisse, Trockenheit und Borkenkäferbefall vorgeschädigt und stellen keine stabile, standortheimische Bestockung mehr dar", zitierte Norbert Köhler das Amt für Landwirtschaft und Forsten in Münchberg. Das Amt hatte in seiner Stellungnahme geschrieben, dass der Waldflächenverlust mit 32 Hektar einen sehr großen Eingriff darstellt und verwies auf notwendige Ausgleichsmaßnahmen. Der Fachmann sprach von einem Kompensionsfaktor von 0,35 bei Photovoltaikanlagen. "Die Fläche weist einen hohen Nutzungsgrad, aber keinen Versiegelungsgrad auf, und unter der Anlage kann extensives Grünland betrieben werden", verlas Köhler aus der Stellungnahme des Amtes. Das entspräche einer Ausgleichsfläche von zwölf Hektar. Köhler wies darauf hin, dass keine Schutzwaldbereiche von der Planung betroffen sind und dass die geplanten Ausgleichsmaßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt sind.

Dem Einwurf von Ratsmitglied Andreas Ernst, dass Wald doch mehr wert sein sollte als eine Photovoltaikanlage, widersprach der Fachmann dahingehend, da eben gerade dieser zur Rodung angedachte Waldbestand seiner Funktion aufgrund der verschiedenen Schädigungen nicht mehr gerecht werde.

Weiter gab es drei Stellungnahmen der Nachbarkommunen Selbitz, Issigau und Köditz, wobei letztgenannte unter der Voraussetzung zustimmte, dass der Waldstreifen außerhalb der beplanten Fläche unbedingt erhalten werden soll. Dies sicherte Norbert Köhler zu. Die Stadt Selbitz monierte die eventuell zu erwartende höherer Lärmbelästigung für den Ortsteil Wachholderbusch durch die geplante Waldrodung. "Der Lärmschutz für Wachholderbusch ist weder Aufgabe der Gemeinde Berg noch des Investors", unterstrich Norbert Köhler und versicherte, dass die Fernwasserleitung der Stadt Selbitz freigehalten und somit nicht überbaut werde. "Den Hinweis auf die erforderliche Sondervereinbarung bei Nutzung von Wegen der Stadt Selbitz hat der Investor zur Kenntnis genommen", merkte Köhler an.

Anschließend erläuterte er die Würdigung der Bedenken der Gemeinde Issigau, widerlegt vom Büro Geo-Team aus Naila und dem Wasserwirtschaftsamt Hof. Dabei ist der Ausschluss zur Gefährdung des Grundwassers in drei unterschiedliche Anforderungsstufen unterteilt worden. "Das Wasserschutzgebiet des Issigbaches liegt 2,5 Kilometer vom Planungsgebiet entfernt und eine Gefährdung des Grundwassers kann ausgeschlossen werden, auch bezugnehmend auf das Gutachten und die Vorkehrungen mit den Anforderungsstufen."

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Sandra Hüttner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
05. 06. 2019
18:52 Uhr

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Autor

Sandra Hüttner

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Veröffentlicht am:
05. 06. 2019
18:52 Uhr



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