Topthemen: HöllentalbrückenBrandserieHof-GalerieKaufhof-PläneGerch

Kulmbach

112 500 Tonnen Braugerste aus Oberfranken

Das Wetter hätte besser sein können - da sind sich die Landwirte einig. Trotzdem übersteigt das Ernteergebnis das der schlechten Jahre 2016 und 2017. Das wurde bei der Braugerstenrundfahrt deutlich.



Die Sommergerste im Landkreis Hof hat sich gut entwickelt. Im Bild von rechts: Markus Burteisen (Bamberger Mälzerei), Landwirtschaftsoberrat Friedrich Ernst, Braugerstenvereins-Vorsitzender Hans Pezold, stellvertretenden Vorsitzenden MdL Martin Schöffel, langjähriger Vorsitzender Erhard Hildner und der oberfränkische BBV-Präsident Hermann Greif zeigten sich zufrieden mit den gesehenen Beständen. Foto: Klaus Peter Wulf
Die Sommergerste im Landkreis Hof hat sich gut entwickelt. Im Bild von rechts: Markus Burteisen (Bamberger Mälzerei), Landwirtschaftsoberrat Friedrich Ernst, Braugerstenvereins-Vorsitzender Hans Pezold, stellvertretenden Vorsitzenden MdL Martin Schöffel, langjähriger Vorsitzender Erhard Hildner und der oberfränkische BBV-Präsident Hermann Greif zeigten sich zufrieden mit den gesehenen Beständen. Foto: Klaus Peter Wulf  

Kulmbach - Über 80 Landwirte, Brauer, Mälzer und Händler beteiligten sich an der diesjährigen Fahrt des oberfränkischen Braugerstenvereins, die in den Landkreis Hof führte. Landwirtschaftsoberrat Friedrich Ernst vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bayreuth rechnet bei den vielgestaltigen Witterungsbedingungen in Oberfranken mit einem durchschnittlichen Ertrag von 45 Doppelzentnern je Hektar und einer Erntemenge von zirka 150 000 Tonnen. Haben davon 75 Prozent Braugerstenqualität, dann ist 2018 mit einem oberfränkischen Braugerstenaufkommen von rund 112 500 Tonnen zu rechnen. Aktuell stehen laut Ernst 33 121 Hektar Sommergerste auf den oberfränkischen Feldern. Das sind gut neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Sommergerste nimmt im Jahr 2018 vor dem Winterweizen (ca. 31 000 Hektar) und Mais (ca. 31 800 Hektar) den ersten Platz der oberfränkischen Feldfrüchte ein. Bayernweit wurde 104 700 Hektar Braugerste (Vorjahr 98 933 Hektar) angebaut. Oberfranken ist laut Ernst mit etwa 31 Prozent nach wie vor der Regierungsbezirk mit der größten Anbaufläche in Bayern. Das meiste davon steht im Landkreis Hof (9210 Hektar), gefolgt von Wunsiedel (4974 Hektar), Kulmbach (4817 Hektar) und Bayreuth (4798 Hektar). Insgesamt bauen in Oberfranken 4012 Betriebe Sommergerste mit einer durchschnittlichen Fläche von 8,2 Hektar an.

Nach einem kälteren Winter bis in den März hinein, trockneten heuer die Böden erst Anfang April gut ab, sodass die Sommergerstensaat ab Mitte April beginnen konnte. Sogar im Frankenwald und Fichtelgebirge waren die Saatbedingungen weitgehend günstig und die Gerste bis Mitte/Ende April im Boden. Waren ausreichend Niederschläge in den Monaten Februar und März vorhanden, so waren der April und Mai teilweise zu trocken und heiß. Die Monate Mai und Juni waren deutlich zu trocken, wodurch die Bestockung eingeschränkt wurde und sich meist dünnere Bestände ausbildeten. Von April bis Mitte Juni fehlten Niederschläge. Dagegen stiegen die Temperaturen vor allem im Mai auf bis zu 20 Grad über einen Zeitraum von fünf Wochen.

"Der Braugerstenbedarf der oberfränkischen Mälzereien übersteigt die heimische Erzeugung bei Weitem, und die Landwirte können ihre Gerste auf kurzen Wegen vermarkten. Bleibt zu fordern, dass von den eingesparten Frachtkosten auch wenigstens ein Teil beim Landwirt ankommt", sagte Ernst. Aktuell sei mit einem Preis von knapp 20 Euro ein gutes Niveau erreicht, das aber noch Potenzial nach oben habe. Ernst würde sich freuen, wenn wieder viele schöne Braugerstenmuster für die oberfränkische Braugerstenschau eingereicht werden. Erste Station war der Versuchsanbau bei Manfred Leupold in Markersreuth. Gute Bestände eines Zwölf-Hektar-Schlages der Sorte Avalon sowie 20-Hektar-Schlages der Sorte Solist der Gutsverwaltung Andreas Bär durften die Fahrtteilnehmer in Hohendorf bei Töpen in Augenschein nehmen. Begutachtet wurde zudem der Demonstrationsanbau der fünf Sorten Avalon, Accordine, Leandra, Solist und RST Planet bei Reinhard Wachter in Selbitz-Neuhaus.

Der Vorsitzende des oberfränkischen Braugerstenvereins, Hans Pezold, freute sich über die mit 80 Personen gute Beteiligung an der diesjährigen Braugerstenrundfahrt. Sein Stellvertreter Martin Schöffel bedankte sich in der Schlussbesprechung im Gasthof "Grüne Linde" in Wölbattendorf bei Ernst für die Organisation der Fahrt. "Wir haben schöne Gerstenbestände mit bewährten und neuen Sorten gesehen. Witterungsbedingt ist es kein leichtes Jahr. Wir rechnen damit, dass uns die Marktlage entgegenkommt", betonte Schöffel.

"Die Ergebnisse werden stark witterungsbedingt sein. Steigend ist die Nachfrage nach deutschem Bier durch die Biergartensaison und den Export, was die Möglichkeit bietet den Braugerstenanbau zu steigern", sagte Markus Burteisen von der Bamberger Mälzerei. "Die viergliedrige Fruchtfolge des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms ist für Oberfranken und unsere Braugerste gut, denn sie ist eine nitratarme Frucht für das Grundwasser. Was wir heute gesehen haben, wird eine gute Braugerste", schloss Hermann Greif vom Bayerischen Bauernverband.

Autor
Klaus-Peter Wulf

Klaus-Peter Wulf

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 07. 2018
18:34 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bauernverbände Bayerischer Bauernverband Ernährung unter gesundheitlicher und wissenschaftlicher Perspektive Friedrich Ernst Gerste Landwirte und Bauern Mais Martin Schöffel Neuhaus (Selbitz) Niederschlag Oberfranken Planeten Transportkosten
Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Roland Pfaffenberger, Roland Kolb und Marco Friedrich sind die drei Preisträger der oberfränkischen Braugerstenschau in Kulmbach. Unser Bild zeigt (von links) Marco Friedrich, den stellvertretenden Vorsitzenden des Braugerstenvereins, Hermann Nothhaft, Roland Pfaffenberger, stellvertretenden Vorsitzenden Martin Schöffel, Roland Münch, BBV-Präsident Walter Heidl und Vorsitzenden Hans Pezold.	Fotos: Klaus-Peter Wulf

13.11.2017

Hans Pezold führt den Braugerstenverein

Der Steinbacher tritt die Nachfolge von Erhard Hildner an. Bei der Braugerstenschau siegt Roland Pfaffenberger aus Thurnau mit der Sorte "Solist". » mehr

Die Bauern im Landkreis sollten jetzt so schnell wie möglich ihren Mais häckseln.

13.08.2018

Der Mais muss jetzt vom Acker

Das Korn muss nachts und in den frühen Morgenstunden geerntet werden. Deshalb bitten die Bauern um Nachsicht. » mehr

Insgesamt 180 Tonnen Kleegras wurden in dieser Woche von Donauwörth in den Landkreis Kulmbach transportiert. Unser Bild entstand am Betrieb Sack. Von rechts Gerhard und Michael Sack.	Fotos: Werner Reißaus

17.08.2018

Wegen der Dürre wird das Futter knapp

Das Gras auf den Wiesen verdorrt. Bauern aus dem Landkreis sehen sich deshalb gezwungen, Heu aus Südbayern zuzukaufen. Dies ist ein teures, aber notwendiges Unterfangen. » mehr

Oft nur kleine Kartoffeln und wenig Ertrag - so lautet die Erntebilanz auch im Raum Kulmbach. Die anhaltende Dürre stellt die Landwirtschaft vor weitere Probleme. Foto: Gabriele Fölsche

17.09.2018

Kurz vor der Katastrophe?

Mini-Kartoffeln, Ausfälle beim Getreide und dürre Futterwiesen bringen Landwirte im Raum Kulmbach in Not. Ein Ende der Trockenheit ist noch immer nicht in Sicht. » mehr

Bald gehen die Drückjagden wieder los. Vor allem auf das Schwarzwild haben es die Jäger abgesehen. Foto: dpa/Friso Gentsch

16.09.2018

Dem Schwarzwild geht es an den Kittel

Im Oktober beginnen im Landkreis wieder die Drückjagden. Otto Kreil informiert darüber, was alles zu beachten ist. » mehr

Begrüßte seine Kollegen aus Politik und Landwirtschaft auf dem Bär-Hof: Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Wilfried Löwinger. Foto: Henrik Vorbröker

06.09.2018

Die Politik will den Landwirten helfen

Die Trockenheit macht den Bauern in diesem Jahr das Leben schwer. Vor der Landtagswahl stellen sich Kulmbachs Politiker hinter die Landwirte. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Rockman Run auf der Luisenburg

Rockman Run auf der Luisenburg | 22.09.2018
» 162 Bilder ansehen

Summer-Opening auf der Bowling-Bahn in Kirchenlamitz

Summer-Opening auf der Bowling-Bahn in Kirchenlamitz | 23.09.2018
» 60 Bilder ansehen

SG Lippertsgrün/Marlesreuth - FCR Geroldsgrün II |
» 67 Bilder ansehen

Autor
Klaus-Peter Wulf

Klaus-Peter Wulf

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
23. 07. 2018
18:34 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".