Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelGerchRegionale Videos: Kellerwetter, Tiny House

Kulmbach

A 70: Trasse muss verlegt werden

Da ein Hang an der A 70 bei Thurnau abzurutschen droht, will die Autobahndirektion die Trasse zwischen Thurnau und Neudrossenfeld verlegen. Die Kosten: 45 Millionen Euro.



Harter Sandstein trifft auf weichen Ton: Das macht den Untergrund instabil. Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im kritischen Hangabschnitt zu gewährleisten, wurde ein detailliertes Überwachungskonzept ausgearbeitet. Sogar ein Warn- und Alarmplan wurde erstellt. Foto: privat
Harter Sandstein trifft auf weichen Ton: Das macht den Untergrund instabil. Um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im kritischen Hangabschnitt zu gewährleisten, wurde ein detailliertes Überwachungskonzept ausgearbeitet. Sogar ein Warn- und Alarmplan wurde erstellt. Foto: privat  

Thurnau/Neudrossenfeld - Die Pläne für die Verlegung der Autobahntrasse zwischen Thurnau und Neudrossenfeld wurden im Gemeinderat Neudrossenfeld vorgestellt. Denn die Gemeinde soll von dem anfallenden Aushubmaterial profitieren. Wie der Leiter der Dienststelle Bayreuth, Thomas Pfeifer, den Gemeinderäten am Montagabend erläuterte, ist das Planfeststellungsverfahren Ende November vergangenen Jahres eingeleitet worden. Bis zum 16. Januar liegen die Pläne noch aus. Die Einwendungsfrist endet am 18. Februar. Mit der sogenannten Ausführungsplanung habe die Autobahndirektion Nordbayern bereits begonnen. Denn: "Die Autobahn ist an dieser Stelle nicht mehr allzu lange befahrbar", sagte Pfeifer. "Wir mussten handeln."

Aufgrund der geotechnischen Probleme, die der Hang verursache, sei die Gefährdungslage erheblich. Deshalb werde die Autobahn in dem problematischen Bereich bereits rund um die Uhr überwacht. Entlang der Trasse seien Kunststoffrohre errichtet worden, in denen sich die Vermessungsanlagen befinden. Doch die Messpunkte hätten sich bereits um 30 Zentimeter nach unten verschoben. Seit einem Jahr zeigten sich erkennbare Risse im Hang. Die Brücke über die Staatsstraße 2189 bezeichnete Pfeifer als "kritisch". Sie wird im Zuge des Autobahnausbaus abgerissen. Zwischen Bamberg (A 73) und Bayreuth (A 9) verkehren an Werktagen durchschnittlich 23 000 bis 27 000 Fahrzeuge. Die A 70 soll künftig bei Neuwirtshaus um 180 bis 200 Meter weiter nördlich verlaufen - und damit auf der anderen Seite der Staatsstraße als bisher. Die neuen Fahrbahnen entstehen zwischen den Kreisverkehren an der Ausfahrt Thurnau-Ost und Langenstadt, das in der Gemeinde Neudrossenfeld liegt. Bis zu 14 Metern reichen die Einschnitte ins Gelände. Nach Auskunft von Susanne Richtberg von der Autobahndirektion wird dabei an einen Lärmschutz für die Menschen gedacht, die in der Nähe der Autobahn wohnen. So sollen bei Langenstadt und bei Igelsreuth jeweils Seitendeponien angelegt werden. Auch bei Unterbrücklein und der Anschlussstelle Kulmbach-Neudrossenfeld sollen die Erdwälle angelegt werden. Dort hatten sich Anwohner bereits mehrfach über den Verkehrslärm von der Autobahn beschwert. Die alte Trasse dagegen werde aufgelassen und stehe als Acker- oder Waldanbaufläche zur Verfügung. Robert Perkams, Sachgebietsleiter für Planung und Lärmschutz, betonte, dass es keinen Rechtsanspruch auf Lärmschutz gebe. Bis 2035 sagen Prognosen von Verkehrszählern 25 500 bis 30 000 Fahrzeuge bei Unterbrücklein voraus. Bei Langenstadt und Igelsreuth könne durch die Seitendeponien je ein Dezibel eingespart werden, bei Unterbrücklein zwischen einem und drei Dezibel. Das überschüssige Erdmaterial vom Autobahnausbau kann aber in frühestens zwei Jahren angehäuft werden. Bei dem Abschnitt zwischen Thurnau und Neudrossenfeld handelt es sich um die ehemalige Bundesstraße 505. Schon 1991 traten nach dem Bau der A 70 erste Risse auf. Damals wurden rund 4000 Injektionsbodennägel mit Längen zwischen 15 Meter und 28 Meter sowie 30 Entwässerungsbohrungen installiert. Im Jahr 2001 kam es dann zu Rissen im Mittelstreifen auf der hangunteren Fahrbahn in Richtung Bayreuth. Daher wurde die Dammschüttung bis zu einer Tiefe von 9,5 Metern zurückgebaut und mit zementverfestigten Sanden erneuert. Doch zwischen Herbst 2011 und Anfang 2012 wurden erneute Rutschungen festgestellt. Das Landesamt für Umwelt habe damals elf Bohrungen empfohlen, die größtenteils Messstellen ausgebaut wurden.

Danach seien mehrere Varianten zur konstruktiven Sicherung der bestehenden Trasse geprüft worden, so Pfeifer im Gespräch mit dem Kurier. Anker, Pfähle, Brücken und Stützen: Keine dieser Varianten habe aber eine dauerhafte Stabilisierung des Rutschhanges garantiert. Und keine davon sei billiger als die Trassenverlegung, die voraussichtlich 45 Millionen Euro kosten wird. "Aufgrund der dramatischen geologischen Verhältnisse haben wir uns entschieden, die Trasse zu verlegen." Die Autobahn werde nun auf einer Länge von drei Kilometern neugebaut. Wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sei, könne voraussichtlich 2020 mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. "Uns drängt es wirklich."

Autor

Ute Eschenbacher
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
18:54 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autobahndirektion Nordbayern Autobahndirektionen Kosten Kunststoffrohre Lärmschutz Millionen Euro Planfeststellungsverfahren
Thurnau Neudrossenfeld
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Die A70 wird rund um die Uhr überwacht. Denn der Hang, über den die Autobahn führt, ist nicht mehr standfest. Foto: Ute Eschenbacher

22.01.2019

Risse wandern in Richtung Autobahn

Weil der Hang zwischen Thurnau und Neudrossenfeld instabil ist, wird die A 70 verlegt. Der Thurnauer Gemeinderat hatte viele Fragen zu den Plänen. » mehr

In den kommenden zehn Monaten wird die Talbrücke Lanzendorf zur Baustelle. Foto: Archiv

14.02.2019

Zehn Monate Baustelle

Die Lanzendorfer Talbrücke auf der A 9 wird für 20 Millionen Euro saniert. Die Anwohner versprechen sich künftig besseren Lärmschutz. » mehr

Voraussichtlich vier Wochen wird der Abbruch der Friesentalbrücke auf der A 70 bei Thurnau dauern. Foto: Andreas Harbach

12.04.2018

Friesentalbrücke kostet 12,5 Millionen Euro

Ein altes Thurnauer Bauwerk wird bald für immer verschwunden sein: Die fast 60 Jahre alte Brücke über das Friesental wird derzeit im Zuge des Ausbaus der A 70 abgerissen. » mehr

Die Bauarbeiten an der Friesentalbrücke bei Thurnau dauern rund ein Jahr länger als geplant. Foto: Gabriele Fölsche

09.11.2018

Bauarbeiten dauern noch bis Mitte 2019

Der Neubau der Friesentalbrücke bei Thurnau auf der A 70 zieht sich länger hin als geplant. Grund dafür sind wohl Kapazitätsprobleme bei der Baufirma. » mehr

Die Ausfahrt Thurnau-Ost muss umgestaltet werden: Weil der Hang rutscht, hat sich die Autobahndirektion entschlossen, die Trasse zu verlegen. Foto: har

11.10.2017

Die A 70 bei Thurnau wird verlegt

Der Hang entlang der A 70 bei Thurnau macht der Autobahndirektion Nordbayern Sorgen. Nun hat sie beschlossen, die Fahrbahn auf drei Kilometern Länge völlig neu zu bauen. » mehr

Neben der Friesenbachbrücke wird auch die Autobahnbrücke über die Kreisstraße KU 17 in Richtung Limmersdorf erneuert. Bei einem Gespräch erläuterten Vertreter der Autobahndirektion, dass die KU 17 während der Bauzeit gesperrt werden muss. Im Gegenzug wird eine Umleitungsstrecke durch das künftige Gewerbegebiet Thurnau gebaut. Unser Bild zeigt (von links) Kreisbaumeister Andreas Schülein, Thomas Pfeifer von der Dienststelle Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern, den Präsident der Autobahndirektion Reinhard Pirner, Landrat Klaus Peter Söllner und Bürgermeister Martin Bernreuther. Foto: Werner Reißaus

09.04.2017

Zwei Brücken sind sanierungsbedürftig

Die Autobahndirektion Nordbayern investiert in Thurnau in den nächsten Jahren acht Millionen Euro. Die Bauwerke über den Friesenbach und die Kreisstraße KU 17 werden modernisiert. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

"Let it beat" in der Hofer Freiheitshalle

"Let it beat" in der Hofer Freiheitshalle | 16.02.2019 Hof
» 41 Bilder ansehen

Black Base - Mens Night

Black Base - Mens Night | 16.02.2019 Hof
» 59 Bilder ansehen

Selber Wölfe-Eisbären Regensburg 3:2

Selber Wölfe -.Eisbären Regensburg 3:2 | 17.02.2019 Selb
» 48 Bilder ansehen

Autor

Ute Eschenbacher

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
15. 01. 2019
18:54 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".