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Abriss, Umbau oder Ausschnitt?

Klar ist: Eine alte Zufahrt in der Fichtelgebirgsstraße ist ein Gefahrenpunkt. Unklar ist hingegen, wie die Gemeinde Himmelkron diesen beseitigen soll.



Die kleine Zufahrt zu einem Privatgrundstück beschäftigt den Himmelkroner Gemeinderat schon seit Jahren.	Foto: M. Burger
Die kleine Zufahrt zu einem Privatgrundstück beschäftigt den Himmelkroner Gemeinderat schon seit Jahren. Foto: M. Burger  

Himmelkron - Eine alte Hofzufahrt hat im Himmelkroner Gemeinderat für Diskussionen gesorgt. Die kleine Brücke zweigt von der Fichtelgebirgsstraße ab. Früher diente sie einem angrenzenden Privatgrundstück als Einfahrt. Doch inzwischen nutzt der Besitzer diese nicht mehr. Das Pech für die Gemeinde: Laut Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU-FWG) wurde vor Jahren - noch vor seiner Amtszeit - mit dem Eigentümer vereinbart, dass die Gemeinde sich um die Zufahrt kümmert. Auch das wäre noch kein Problem. Doch jüngst haben Bauhofmitarbeiter bei Pflegearbeiten eine Hecke, die als natürliche Begrenzung gedient hatte, so weit gestutzt, dass die Verkehrssicherheit auf einem Streckenabschnitt von 25 Metern von Seiten der Gemeinde nun nicht mehr gewährleistet werden kann. Im Speziellen geht es um das Geländer, das heutigen Sicherheitsstandards nicht mehr entspricht. "Das ist einfach ein Gefahrenpunkt", sagt Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung. Und der müsse beseitigt werden.

Soweit herrschte auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats noch Einigkeit. Doch über die Art und Weise waren die Räte uneins. Der Bauausschuss hatte bereits beschlossen, die vorhandenen Pfosten und Holme des Brückengeländers zum Teil beizubehalten. Ein Abriss der Zufahrt war schnell verworfen worden, da die Gefahr bestünde, dass die Ufermauern entlang des Streitmühlbachs dadurch einstürzen könnten. "Ich finde es überraschend, dass wir uns mit diesem Thema wieder im Gemeinderat beschäftigen. Der Bauausschuss hat doch schon einen Beschluss gefasst", sagte zweiter Bürgermeister Harald Peetz (CSU-FWG). Dieser Beschluss sehe vor, dass das Geländer auf 27 Metern mit zusätzlichen Stahlpfosten und Balken aus Lärchenholz erneuert wird. Kostenpunkt: 6000 Euro.

Schneider erklärte, dass die Gemeinde seit dem 1. April über einen Ingenieur im Bauamt verfüge, der vorher bei einer Firma beschäftigt war, die auf Brückenprüfungen und Geländer spezialisiert ist. Dieser habe sich gemeinsam mit der gemeindlichen Straßenbautechnikerin die Brücke angesehen und erklärt, dass die Höhe des Geländers sowie die Anzahl der Querbalken nicht mehr aktuellen Anforderungen entspreche. Statt einem Querbalken müssten es inzwischen mindestens zwei, eventuell sogar drei sein. Außerdem müsse das Geländer, weil Fahrradfahrer die Straße benutzen, mindestens 1,30 Meter hoch sein. Einige Räte merkten an, dass das "Einrammen" zusätzlicher Stahlpfosten dazu führen könnte, dass die Ufermauern destabilisiert werden.

Der Ingenieur schlägt vor, die Verbindung der Zufahrt auf der Seite des Grundstücks sowie auf der der Fichtelgebirgsstraße zu kappen. Doch auch damit war ein Teil der Räte nicht einverstanden. "Das sieht doch nach nichts aus", sagte Rudi Gumtow (SPD), und Schneider pflichtete ihm bei: "Ein Schmuckstück ist es nicht." Gumtow sagte, dass die Zufahrt die Gemeinde schon seit Jahren beschäftigt und der Bauausschuss schon mehrfach vor Ort gewesen ist, um eine Lösung zu finden. Er betonte: "Wenn es nur 4000 Euro mehr kostet, dann machen wir das Ding einfach weg, und dann haben wir unsere Ruhe." Doch dann, hielten ihm einige entgegen, bestünde eben wieder die Einsturzgefahr für die Ufermauern.

Letztlich einigte sich das Gremium auf einen Vorschlag von Alfons Lauterbach (FW): Die Gemeinde vertragt die Entscheidung und holt eine weitere Meinung einer Fachfirma ein. Dann wird erneut über das Vorgehen beraten.

Autor

Martin Kreklau
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Veröffentlicht am:
17. 04. 2019
17:36 Uhr

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Martin Kreklau

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Veröffentlicht am:
17. 04. 2019
17:36 Uhr



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