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Kulmbach

Aggressionen an der Klinik-Pforte

Wartezeiten, Gesundheitsfragen: Zunehmend lassen Besucher des Klinikums ihre Wut an den Mitarbeitern der Pforte aus. Die Geschäftsführerin appelliert an die Kulmbacher.



Vor allem zu Beginn der Besuchszeiten kann es an der Pforte des Klinikums Kulmbach zu Wartezeiten kommen. Nach wie vor müssen sich Besucher an der Pforte einchecken und dabei auch Fragen beantworten und ihre Personalien hinterlassen. Das schafft inzwischen immer mehr aggressive Situationen. Mitarbeiter werden beschimpft. Das Klinikum kündigt Reaktionen an, wenn diese Stimmung anhalten sollte. Foto: Melitta Burger
Vor allem zu Beginn der Besuchszeiten kann es an der Pforte des Klinikums Kulmbach zu Wartezeiten kommen. Nach wie vor müssen sich Besucher an der Pforte einchecken und dabei auch Fragen beantworten und ihre Personalien hinterlassen. Das schafft inzwischen immer mehr aggressive Situationen. Mitarbeiter werden beschimpft. Das Klinikum kündigt Reaktionen an, wenn diese Stimmung anhalten sollte. Foto: Melitta Burger  

Kulmbach - Seit Freitag, 26. Juni liegen dem Klinikum Kulmbach mit der Fachklinik Stadtsteinach die neuen Handlungsempfehlungen der Staatsregierung zu einem neu geregelten Besuchsrecht für Krankenhäuser vor. Daraus haben die zuständigen Gremien des Klinikums nun auch die Besuchsregelungen für ihre Häuser angepasst, wie aus einer Mitteilung des Klinikums hervorgeht. Die eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten machen am Klinikum viel Arbeit und kosten eine Menge Geld. Allein zehn Vollzeitkräfte, die an anderen Stellen abgezogen werden mussten, sind im Bereich der Eingangskontrollen an der Pforte beschäftigt. Fünf Mitarbeiter sind dabei während der Wochentage im Einsatz, zwei am Wochenende. Doch der hohe Aufwand allein ist es nicht, der am Klinikum zunehmend für Verärgerung sorgt: Immer öfter kommt es vor, dass Besucher aggressiv reagieren, wenn sie zum Beispiel warten müssen oder aufgefordert werden, ihre Personalien anzugeben. Dabei kommt es immer öfter zu unschönen Situationen. Das hat die Geschäftsführerin des Klinikums, Brigitte Angermann, jetzt zu einem Appell veranlasst. Das Klinikum sei aufgrund der geltenden Regeln zu diesen Kontrollen und Vorsichtsmaßnahmen verpflichtet, teilt Brigitte Angermann mit. Sollte sich die unschöne Situation an der Pforte weiter verschärfen, müsse auch über ein erneutes völliges Besuchsverbot nachgedacht werden. Das könne vermieden werden, wenn Besucher des Hauses ihren Ärger nicht weiter an Mitarbeitern auslassen.

Und in der Tat: Am Mittwochnachmittag warten die Ersten schon weit vor 14 Uhr in sengender Sonne. Die Stimmung, die sich aufbaut, ist nicht weniger heiß als die Außentemperatur. Das Warten gefällt einigen nicht. Als sie schließlich an der Reihe sind, hat der Ton am Schalter von Anfang an aggressive Züge. Es fallen unschöne Wörter, die Situation ist so manches Mal aufgeladen.

Zum Schutz der Patientinnen und Patienten gilt es auch nach den neuesten Regelungen, einen höchstmöglichen Infektionsschutz aufrechtzuerhalten, teilt das Klinikum mit. Das sei auch die ausdrückliche Vorgabe der Staatsregierung. Stationär behandlungsbedürftige Patienten stellen demnach weiterhin besonders schutzwürdige Personengruppen dar. Besuche sollten weiterhin - insbesondere bei absehbar kurzen stationären Aufenthalten und unproblematischen Genesungsverläufen - eher zurückhaltend gehandhabt werden.

Neu ist am Klinikum Kulmbach ab sofort, dass nicht mehr nur eine feste Kontaktperson festgelegt wird, sondern auch weitere direkte Angehörige, Lebenspartner oder Mitglieder des eigenen Hausstands als Besucher zugelassen sind. Allerdings gilt weiterhin, dass pro Tag nur ein Besucher pro Patient in der Zeit zwischen 14 und 17 Uhr für 30 Minuten einen Besuch abstatten darf. Die Angehörigen müssen sich also absprechen, wer an welchem Tag einen Patienten besucht.

Diese Lockerung gilt nach Angaben der Geschäftsführung nicht für die Fachklinik Stadtsteinach. Dort bleibt es aufgrund der besonders vulnerablen Gruppen der geriatrischen Patienten vorerst bei einer festen Kontaktperson, die für Besuche während der offiziellen Besuchszeiten zwischen 14 und 16 Uhr zugelassen ist und einen Besucherausweis erhält.

Weiterhin gilt für beide Häuser nach wie vor die Verpflichtung der Registrierung aller Besucher, die bei Betreten des Klinikums und der Fachklinik auch Gesundheitsfragen beantworten müssen. Alle Besucher müssen ihren Namen und eine Telefonnummer hinterlassen.

 

Darüber hinaus sind weitere Punkte zu beachten:

Im Klinikum muss vom Besucher ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Auch die Patienten sollten möglichst, wenn ihr Gesundheitszustand das zulässt, während des Besuchs einen Mund-Nasenschutz tragen. Die Abstandsregelungen von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen sind einzuhalten.

Im Eingangsbereich des Klinikums und der Fachklinik stehen Desinfektionsmittel für die Hände bereit.

Personen mit Symptomen einer Infektionserkrankung ( Erkältung) dürfen das Klinikum und die Fachklinik als Besucher nicht betreten.

In speziellen Bereichen der Klinik, zum Beispiel auf den Infektionsstationen, in Infektionszimmern oder auch im Intensivbereich, bleiben weitergehende Einschränkungen des Besuchsrechts vorerst bestehen. Für die Begleitung Sterbender, Besuche auf der Palliativstation und auch auf der Geburtsstation gibt es Ausnahmeregelungen.

Besonders wichtig: Alle Besuche müssen vorab zwingend mit der jeweiligen Abteilung abgestimmt werden, damit die Höchstzahl der zugelassenen Besucher auf der Station eingehalten werden kann. Besuche sind ausschließlich während der Regelbesuchszeiten möglich. In Mehrbettzimmern darf ein Besuch jeweils nur für einen Patienten erfolgen. Auch deshalb ist eine Absprache wichtig. Unter Einhaltung der Hygienevorschriften können sich Besucher und Patienten auch im Außenbereich treffen.

"Es ist uns bewusst, dass diese Vielzahl von Regelungen und Vorschriften unseren Besuchern einiges abverlangt. Wir wissen auch, dass die Wartezeiten, die vor allem zu Beginn der offiziellen Besuchszeiten immer wieder auftreten, Verärgerung wecken", sagt Geschäftsführerin Brigitte Angermann. "Wir weisen aus gegebenem Anlass aber darauf hin, dass es uns aufgrund der Beschlüsse des Gesundheitsministeriums nicht möglich ist, anders zu verfahren. Wir sind zwingend an die Einhaltung der Vorschriften gebunden. Der aktuelle Stand der Corona-Pandemie ist noch nicht geeignet, eine völlige Entwarnung auszusprechen, auch wenn es dankenswerterweise bereits seit einiger Zeit keine Corona-Fälle mehr im Landkreis Kulmbach gibt."

Brigitte Angermann findet deutliche Worte zur Beschreibung der aktuellen Situation an der Pforte: "Leider erleben wir in den vergangenen Wochen ein immer aggressiveres Verhalten mancher Besucher gegenüber unseren Mitarbeitern. Neben unflätigen Ausdrücken, Beschimpfungen und unnötigen Diskussionen versuchen Besucher sogar, auch ohne Registrierung und Gesundheitskontrolle regelrecht ins Haus einzudringen."

Sollte dieser Zustand so anhalten, werde sich das Klinikum ausdrücklich vorbehalten, wieder ein absolutes Besuchsverbot auszusprechen, macht die Geschäftsführerin deutlich und fügt an: "Wohlwissend, dass damit auch die Patienten und die vielen Besucher bestraft werden, die sich ordentlich und korrekt verhalten. Unsere Mitarbeiter sind gehalten, das Hygienekonzept strikt umzusetzen. Sie tun dies, um uns alle, insbesondere aber unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen. Sie tun dies äußerst engagiert. Leider sind bei der Vielzahl von Besuchern Wartezeiten und gewisse Einschränkungen nicht zu vermeiden. Wir appellieren an alle Besucher: Bitte haben Sie Verständnis. Und denken Sie daran, dass die Mitarbeiter an der Pforte auch nur Menschen sind und lediglich tun, wozu sie rechtlich verpflichtet sind und Beschimpfungen daran nichts ändern."

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
01. 07. 2020
16:36 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
01. 07. 2020
16:36 Uhr



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