Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelGerchRegionale Videos: Pittroff-Villa, Tiny House

Kulmbach

Aiwanger setzt auf den Mittelstand

Der bayerische Wirtschaftsminister spricht beim Neujahrsempfang der Freien Wähler Kulmbach. Die Regionen sind ihm ein großes Anliegen.



Gut 200 Mitglieder und Freunde des Kreisverbandes Kulmbach der Freien Wähler waren zum Neujahrsempfang gekommen. Minister Hubert Aiwanger (Zweiter von rechts) warb mit Blick auf die 2020 anstehenden Kommunalwahlen dafür, die mittelständisch vernünftige und bürgernahe Politik der Freien Wähler noch mehr als bisher in die Fläche zu bringen. Foto: Wernert Reißaus
Gut 200 Mitglieder und Freunde des Kreisverbandes Kulmbach der Freien Wähler waren zum Neujahrsempfang gekommen. Minister Hubert Aiwanger (Zweiter von rechts) warb mit Blick auf die 2020 anstehenden Kommunalwahlen dafür, die mittelständisch vernünftige und bürgernahe Politik der Freien Wähler noch mehr als bisher in die Fläche zu bringen. Foto: Wernert Reißaus  

Kulmbach - Zum Neujahrsempfang hatte sich der Kreisverband der Freien Wähler am Sonntagabend ins Kauernburger "Schlössla" eingeladen. Der Wirtschaftsminister und stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger lockte gut 200 Mitglieder und Freunde der Freien Wähler an. Der ebenfalls angekündigte Umweltminister Thorsten Glauber musste aus Krankheitsgründen kurzfristig absagen.

Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler, Landtagsabgeordneter Rainer Ludwig, erinnerte in seinem Grußwort nochmals an die Landtags- und Bezirkstagswahlen am 14. Oktober. Die Freien Wähler seien glücklich über das überaus erfolgreiches Ergebnis. "Die Freien Wähler sind so stark wie nie. Mit 11,6 Prozent sind wir die drittstärkste Fraktion und Kraft in Bayern, und wir haben diesen Wert in jüngster Umfrage sogar noch auf 13 Prozent ausbauen können. Wir haben 27 Sitze im Landtag und bilden dort eine Koalition mit der bis dato allein regierenden CSU. Dass wir in Regierungsverantwortung stehen, das ist für uns alle ein Meilenstein. Darauf können wir stolz sein."

Stolz zeigte sich Rainer Ludwig auch darüber, dass mit Hubert Aiwanger der wohl bedeutendste Freie Wähler zum Neujahrsempfang nach Kulmbach gekommen war. "Das ist für uns wirklich eine Ehre. Es zeigt die enge Verbundenheit zu unserem Kreisverband, das ist eine ganz besondere Wertschätzung." Zusammen mit Aiwanger begrüßte Ludwig auch Landrat Klaus Peter Söllner, der es geschafft habe, über die Zweitstimmen in den Bezirkstag einzuziehen. "Es ist etwas Einmaliges, was unser Landrat hier geschafft hat. Er ist das Gesicht der Freien Wähler hier im Landkreis Kulmbach."

Das Ergebnis der Freien Wähler bei den Landtagswahlen wertete Rainer Ludwig als Ausdruck hohen Vertrauens: "Wir machen eine Politik der Mitte, die geprägt ist von Sachargumenten und einem gesunden Menschenverstand." Die Freien Wähler seien nicht nur fachlich kompetent, sondern es sei ihnen auch wichtig, nah dran zu sein an den Bürgern. "Wir machen Politik mit Anstand und Stil, natürlich bodenständig, authentisch, pragmatisch, ohne Arroganz und Überheblichkeit."

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger freute sich, das politische Jahr in Kulmbach einläuten zu können: "Ich bin überzeugt, dass es aus der Sicht der Freien Wähler ein sehr prägendes Jahr wird. Es leitet über zu den Jahr der Kommunalwahlen 2020." In wenigen Wochen werden die Freien Wähler Aiwanger zufolge beginnen, die Listen aufzustellen und die Leute zu mobilisieren. In der Regierung könnten die Freien Wähler das an die Wählerinnen und Wähler zurückgeben, was in den vergangenen Jahrzehnten erarbeitet wurde: "In unserer Politik ist die Vernunft zu Hause, nicht die großen Sprüche. Das Arbeiten hat bei uns immer im Vordergrund gestanden, und deswegen sind auch über Jahrzehnte eine tragfähige, politische Kraft." Aiwanger betonte, dass die "Freie-Wähler-Denkweise" eine ganz eigene ist: "Wir waren nie Ideologen, wir waren nie Leute, die nur eine Sparte bedient haben, nur die Wirtschaft oder die Umwelt, die Beamten oder die Bauern, sondern wir haben immer versucht, alle mitzunehmen. Das ist uns auch ganz gut gelungen."

Mit Kulmbach verbindet der stellvertretende Ministerpräsident Bayerns nicht nur das Bier, sondern auch die Genussregion Oberfranken. Mit Blick auf die Grüne Woche in Berlin, die Aiwanger gemeinsam mit seinem Fraktionskollegen Rainer Ludwig und Landrat Klaus Peter Söllner am letzten Wochenende besucht hatte, verwies er auch auf die Frankenfarm, die dort als Caterer den Baywa-Em-pfang belieferte: "Ihr habt gute Leute, gutes Essen und Trinken, und deshalb komme ich immer gerne zu euch." Was die Themen der Zukunft angeht, ist Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wichtig, den Wohlstand im Land zu sichern. Die Regionen dürften nicht irgendwann abgehängt werden. "Ich glaube, dass wir hier ganz stark auf den Mittelstand, auf das Handwerk und die kleinen Strukturen setzen müssen." Gefahren sieht Aiwanger, wenn der Brexit so kommt, wie befürchtet. In Bayern werde mit einem wirtschaftlichen Schaden von über einer Milliarde Euro gerechnet. Umso wichtiger sei es, auf die mittelständischen Strukturen zu setzen, ebenso wie auf das Thema Tourismus und Gastlichkeit." Auch der Erhalt der Gaststättenkultur ist Aiwanger ein Herzensanliegen. Für die Gastronomie sieht er auch Wachstumschancen, die noch mehr als bisher ausgespielt werden müssen.

In Sachen Bildungspolitik hält Aiwanger den Einsatz von mehr praxisbezogenen Schulen für notwendig. Hier gelte es, das Berufsabitur noch mehr zu propagieren als bisher. Dass Oberfranken wirtschaftlich gesehen eine Zukunftsregion ist, daran werde gegenwärtig gearbeitet: "Dafür haben wir die Konzepte!" Der Minister verwies auch auf die Abschaffung der Studiengebühren und der Straßenausbaubeitragssatzung. Beides sei den Freien Wählern zu verdanken. Für die Sanierung von kommunalen Schwimmbädern sei ein Förderprogramm mit 20 Millionen Euro aufgelegt worden.

Weitere Themen in der Rede Aiwangers waren die Gesundheitsversorgung, die Infrastruktur und eine vernünftige Energieversorgung mit weniger Abhängigkeit von Energieimporten und der Breitbandausbau.

Grußworte sprachen Bürgermeister Dr. Ralf Hartnack für die Stadt Kulmbach und Landrat Klaus Peter Söllner. Landrat Söllner: "Die finanzielle Situation, die wir im Landkreis Kulmbach haben, ist die beste in den letzten 20 bis 30 Jahren. Da können wir stolz darauf sein und wir haben eine unglaublich prosperierende Wirtschaft, die dafür sorgt, dass wir hohe Steuereinnahmen haben."

Mit der höchsten Auszeichnung des Landesverbandes der Freien Wähler, der Ehrennadel in Platin, zeichnete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger Konrad Fischer Andreassohn aus. Damit wurde sein Wirken im Kreisverband Kulmbach und im Ortsverband Fölschnitz gewürdigt.

 
Autor

Werner Reißaus
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
17:46 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bayerische Ministerpräsidenten CSU Freie Wähler Genussregion Oberfranken Hubert Aiwanger Ideologen Internationale Grüne Woche Berlin Kauernburger Schlössla Konrad Fischer Kreisverbände Ministerpräsidenten Mittelstand Schwimmbäder Stadt Kulmbach Studiengebühren Thorsten Glauber Wirtschaftsminister Wähler
Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Verdiente Mitglieder haben die Freien Wähler zum Jubiläum in Menchau geehrt. Im Bild (von links) Landrat Klaus Peter Söllner, Landtagsvizepräsident Peter Mayer, Ludwig Töpfer, Kreisvorsitzender Rainer Ludwig,, Dr. Klaus Georg Purucker, Ortsverbandsvorsitzender Alexander Schnabel, Hermann Schneider, Landesvorsitzender Hubert Aiwanger und Klaus Förster Foto: Horst Wunner

09.07.2018

Feste Größe in der Kommunalpolitik

Die Freien Wähler Thurnau feiern ihr 30-jähriges Bestehen. Klaus Förster ist jetzt Ehrenmitglied. » mehr

Einträchtig hängen die Plakate der Direktkandidaten von CSU, Freien Wähler und SPD auch am Tag nach der Wahl übereinander. Am Sonntag haben sie sich in einigen Gemeinden des Landkreises Kulmbach ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.	Foto: Gabriele Fölsche

15.10.2018

CSU kommt mit einem blauen Auge davon

Martin Schöffel verteidigt sein Direktmandat im Landkreis Kulmbach. Nur in zwei Gemeinden hat Inge Aures die Nase vorn, in Wirsberg machte Rainer Ludwig das Rennen. » mehr

Die FDP will mitregieren

28.08.2018

Die FDP will mitregieren

Die Liberalen kämpfen um die Rückkehr in den Landtag. Vertreter der Partei meinen: Das ist zu schaffen. Der Blick richtet sich auf die Regierungsbank. » mehr

Lebensmittel

05.12.2018

Richter bremsen Kontrolleure der Kulmbacher Lebensmittelbehörde

Ein Regensburger Gericht gibt betroffenen Firmen recht. Nun wird wohl der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entscheiden müssen. Die SPD spricht von "Pfusch". » mehr

Geordneter Rückzug

12.11.2018

Geordneter Rückzug

Horst Seehofer tritt von der CSU-Spitze zurück, Innenminister will er aber bleiben. In Kulmbach haben seine Parteifreunde dazu eine klare Haltung. » mehr

Ein voller Erfolg: Die Präsentation des Eisbocks durch die Büttner.

21.01.2019

4000 Mann in Kulmbacher Hand

Bei der Grünen Woche hinterlassen die Kupferberger Musikanten und die Kulmbacher Büttner einen tollen Eindruck. Der Landrat schwärmt: "Das war einfach phänomenal. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

"Let it beat" in der Hofer Freiheitshalle

"Let it beat" in der Hofer Freiheitshalle | 16.02.2019 Hof
» 41 Bilder ansehen

Black Base - Mens Night

Black Base - Mens Night | 16.02.2019 Hof
» 59 Bilder ansehen

Selber Wölfe-Eisbären Regensburg 3:2

Selber Wölfe -.Eisbären Regensburg 3:2 | 17.02.2019 Selb
» 48 Bilder ansehen

Autor

Werner Reißaus

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
21. 01. 2019
17:46 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".