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Kulmbach

Alarmierung mittels App

Wenn sie ausrücken sollen, werden die Kulmbacher Feuerwehrleute übers Handy alarmiert. Eine App stellt die Verbindung her. Die Einsatzleitung weiß sofort, wer zum Einsatz eilt.



Mit einem Knopfdruck schaltete Oberbürgermeister Henry Schramm am Tag der offenen Tür bei der Kulmbacher Feuerwehr das neue auf eine App gestützte Alarmierungssystem frei. Foto von links: Stadtbrandinspektor Heinrich Poperl, Stefan Than, OB Henry Schramm, Stadtbrandmeister Michael Weich, Kreisbrandmeister Jürgen Hochgesang und Sebastian Kuhn. Foto: Melitta Burger
Mit einem Knopfdruck schaltete Oberbürgermeister Henry Schramm am Tag der offenen Tür bei der Kulmbacher Feuerwehr das neue auf eine App gestützte Alarmierungssystem frei. Foto von links: Stadtbrandinspektor Heinrich Poperl, Stefan Than, OB Henry Schramm, Stadtbrandmeister Michael Weich, Kreisbrandmeister Jürgen Hochgesang und Sebastian Kuhn. Foto: Melitta Burger  

Kulmbach - Es war ein kurzer, aber feierlicher Moment, mit dem die Kulmbacher Feuerwehr am Sonntag anlässlich ihres Tags der offenen Tür ein neues Alarmierungssystem offiziell in Betrieb genommen hat. Für kleines Geld können Einsätze künftig noch schneller und effizienter geplant werden. Alarme werden nun den Aktiven direkt aufs Handy geschickt und die Ehrenamtlichen können über diesen Kommunikationsweg auch direkt melden, ob sie zu dem Einsatz ausrücken. In Sekundenschnelle weiß die Einsatzleitung, mit welchen Kräften sie rechnen kann. Interessierte Besucher beim Tag der offenen Tür konnten das neue System bereits im Betrieb kennenlernen.

Sebastian Kuhn von der Kulmbacher Feuerwehr erklärt das System: "Wir bekommen den Alarm von jetzt an direkt von der Leitstelle aufs Handy. Wir sehen gleich, welche Einsatzmittel gefordert sind und erhalten auch die Adresse, wo der Einsatz ist. Wenn man die anklickt, wird automatisch auch eine Navigationshilfe gestartet." Nicht immer können alle ehrenamtlichen Aktiven zu einem Einsatz ausrücken. Sie haben, wie Sebastian Kuhn erläutert, nun die Möglichkeit, mit einem Knopfdruck mitzuteilen, ob sie mit ausrücken oder verhindert sind. "Wir sehen im Feuerwehrzentrum dann auf einem Monitor, wer zugesagt hat und wir sehen auch die Zeit, wie lange die einzelnen Personen noch brauchen, bis sie im Gerätehaus sind."

Auch Oberbürgermeister Henry Schramm hat sich mit dem neuen System befasst. Er begrüßt es, dass die Einsatzkräfte nun noch umfassender und schneller über alle Einzelheiten der Gefahrenlage informiert werden und sich so besser vorbereiten können. "Man kann nun bessere Schlüsse ziehen. Man weiß, mit welchen Einsatzmitteln man ausrücken muss. Und durch die schnelle Information kann unsere Feuerwehr noch effektiver arbeiten."

Sage und schreibe 99 Cent pro Monat und pro Aktivem kostet es, diese App zu nutzen, deren Dienste sich bereits 10 000 Feuerwehrleute, aber auch Mitglieder der Bergwacht, des Rettungsdienstes und der Sanitätsdienste bereits in Anspruch nehmen. Die Zahl der Nutzer steigt ständig.

Kein Wunder: Stadtbrandinspektor Heinrich Poperl macht klar, dass dieser Weg der Alarmierung weniger kostet als zuvor. "Wir hatten bis jetzt eine normale SMS-Alarmierung. Die neue Variante ist wesentlich umfangreicher und günstiger als das bisher der Fall gewesen ist."

Und noch einen weiteren Vorteil hat das neue System, wie Stefan Than erklärt. Früher wurden nur 20 Aktive, vor allem die Führungskräfte per SMS über Einzelheiten informiert. Der Rest der Aktiven hat die Details dann bei der Anfahrt erhalten. "Jetzt bekommt es jeder Aktive direkt auf sein Handy." ,

"Das ist ein sehr überschaubarer Betrag", findet OB Henry Schramm. "Wir bringen dieses Geld natürlich gerne auf, um die Sicherheit für unsere Bevölkerung zu erhöhen. Wir sind das auch den Aktiven schuldig, dass wir sie mit solchen modernen Informationsmedien ausstatten, damit sie ihren Dienst, den sie für die Allgemeinheit erbringen, noch besser erfüllen können.

Stadtbrandmeister Michael Weich weist noch auf weitere Vorteile hin, die den Feuerwehren künftig viel Zeit sparen. Das gesamte System funktioniert papierfrei und verfügt über eine Schnittstelle. "Ich muss keine Papiere mehr ausfüllen und diese per Dienstpost ins Ordnungsamt schicken, sondern kann alles, was nötig ist, nach dem Einsatz sofort über das gleiche System bearbeiten und das Ordnungsamt hat alles bei sich auf dem Schirm, um den Einsatz abzurechnen. Alles wird viel leichter, auch für uns."

Digitale Alarmierungen über Apps sind mittlerweile bei vielen Feuerwehren Standard, informiert das Feuerwehr-Magazin die Aktiven. Auch das Fachmagazin bewertet das Rückmeldeystem als ausgesprochen positiv. Damit lasse sich schnell feststellen, ob ausreichend Kräfte zur Besetzung der Fahrzeuge verfügbar sind oder, ob beispielsweise benachbarte Wehren nachgefordert werden müssen. Auch die einfache Bedienbarkeit oder Zusatzfunktionen wie ein Dienstkalender werden als sehr hilfreich eingestuft. Programmierung und Konfiguration sei einfach zu bewerkstelligen und theoretisch müssen die Einsatzkräfte keinen Meldeempfänger mehr extra mit sich führen. Möglicherweise könne man auf diese Meldegeräte spürbar Geld für die Beschaffung der Geräte und ihre Programmierung einsparen. Ein Smartphone habe heutzutage praktisch jeder immer bei sich. Ebenfalls positiv wird die Möglichkeit gesehen, mit Hilfe solcher Einsatz-Apps auch statistische Analysen zur Brandschutzbedarfsplanung zu erstellen.

Experten haben dennoch die Apps auch kritisch im Blick. Besonders bei Großschadenslagen, heißt es im Feuerwehr-Magazin, könne es zu Überlastungen des Mobilfunknetzes kommen. Dadurch könne es sein, dass Alarmierungen nicht oder nur teilweise zugesellt werden. Auch die Sicherheit der Daten müsse man gewährleisten und Verschlüsselungssysteme einsetzen.

Ein klarer Vorteil, das wird auch bei der Kulmbacher Feuerwehr so gesehen: Man braucht nicht viel Technik, um alle Vorteile dieses Alarmierungssystems nutzen zu können. Auf der Empfängerseite sind lediglich ein Smartphone und die App nötig. In der Einsatzzentrale laufen die Informationen über ein Tablet oder ein Notebook und werden von dort auf die großen Monitore gesendet, die alle im Blick haben können.

Seit zwei Monaten hat die Kulmbacher Feuerwehr die neue App bereits im Testbetrieb kennengelernt, berichtet Stadtbrandmeister Michael Weich. Mit dem "FF-Agent", wie die App heißt, habe die Wehr bislang durchwegs nur gute Erfahrungen gesammelt. Technische Hindernisse in Form verschiedener Betriebssysteme auf den Smartphones gibt es auch nicht. Der "FF-Agent" funktioniert unter IOS und Android.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
17:40 Uhr

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Melitta Burger

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23. 09. 2019
17:40 Uhr



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