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Kulmbach

Alle ziehen an einem Strang

Für die neue Ausbildung gibt es im Landkreis Kulmbach jetzt einen Verbund. Damit wird der Grundstein für die generalistische Pflege gelegt.



Sie haben den Vertrag über den Ausbildungsverbund für die Pflege im Landkreis unterschrieben (vordere Reihe von links): Karl-Heinz Kuch, Diakonie, Oberin Mary-Ann Bauer, Margit Vogel von der AWO, Brigitte Angermann vom Klinikum Kulmbach. Hintere Reihe von links: Peter Johann, BRK-Pflegeschule, Doris Pösch, Pflegeschule am Klinikum, Landrat Klaus Peter Söllner, Stefan Tippner von der Caritas und Jürgen Dippold vom BRK. Foto: Burger
Sie haben den Vertrag über den Ausbildungsverbund für die Pflege im Landkreis unterschrieben (vordere Reihe von links): Karl-Heinz Kuch, Diakonie, Oberin Mary-Ann Bauer, Margit Vogel von der AWO, Brigitte Angermann vom Klinikum Kulmbach. Hintere Reihe von links: Peter Johann, BRK-Pflegeschule, Doris Pösch, Pflegeschule am Klinikum, Landrat Klaus Peter Söllner, Stefan Tippner von der Caritas und Jürgen Dippold vom BRK. Foto: Burger   » zu den Bildern

Kulmbach - Es hat Monate gedauert, bis alles stand, und am Ende hat die Corona-Pandemie noch eine Verzögerung verursacht. Aber jetzt ist der Kooperationsvertrag im Bezug auf das neue Pflegeberufegesetz unterschrieben. Alle, die im Landkreis Kulmbach mit Pflegeausbildung zu tun haben, sind a n Bord: Das Klinikum Kulmbach mit seiner Krankenpflegeschule, die Altenpflegeschule des BRK in Stadtsteinach, die Diakonie, die Caritas, die Pflegeeinrichtungen des BRK und die Arbeiterwohlfahrt.

Dass in einem solchen Ausbildungsverbund alle regional tätigen Einrichtungen vertreten sind, sei keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sagte Landrat Klaus Peter Söllner, als am Freitagnachmittag der Vertrag von allen Partnern unterzeichnet wurde. Umso mehr versprechen sich aber alle davon, wenn es gilt, von September an die neue generalistische Ausbildung in der Pflege umzusetzen.

Bislang gab es vor allem im Bereich der Krankenhäuser den Beruf der Gesundheits- und Krankenpfleger. In Senioreneinrichtungen wurden Menschen als Altenpfleger ausgebildet. Diese unterschiedlichen Berufsbezeichnungen verschwinden nun ebenso wie die unterschiedlichen Ausbildungsinhalte. Pflegefachmann oder Pflegefachfrau lautet die neue Berufsbezeichnung. Egal, ob jemand seine Ausbildung an einem Krankenhaus startet oder in einer stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtung: Alle lernen den selben Beruf, alle durchlaufen im praktischen Teil die selben Stationen: in der stationären Akutpflege, der Kinderheilkunde, der stationären Langzeitpflege, in der ambulanten Pflege oder auch in der Psychiatrie. Sieben verschiedene Bereiche sind es insgesamt.

Ziel der generalistischen Ausbildung ist es, die Auszubildenden in allen Bereichen der Pflege zu schulen, damit die künftigen Pflegefachleute universell für die Herausforderungen in ihrem Berufsfeld aufgestellt sind. "Kooperation statt Konkurrenz muss den Weg der neuen Pflegeausbildung in Richtung Zukunft und gemeinsamer Bewältigung des Fachkräftemangels bereiten", heißt es dazu vonseiten des bayerischen Gesundheitsministeriums. Alle Akteure seien im Rahmen der neuen Pflegeausbildung auf die Zusammenlegung zu größeren Systemen angewiesen, um das neue Berufsprofil der Pflege von Menschen aller Altersstufen und in allen Versorgungsbereichen zu etablieren.

Kooperationen müssen, sagt das Ministerium, in Zukunft als Teil einer großen Bildungslandschaft betrachtet werden, um das Angebot für Theorie und Praxis zu erweitern. "Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Praxiseinsätze ist eine enge Kooperation zwischen den Pflegeschulen, den Trägern der praktischen Ausbildung und den Einrichtungen der weiteren Praxiseinsätze erforderlich. Die Einzelschule oder Einzeleinrichtung kann somit in den Hintergrund treten und den Blick frei machen für ein großes Ganzes."

Das haben die Kulmbacher Träger nun mit ihrer Kooperation auf den Weg gebracht. "Wir müssen alles tun, um die Rahmenbedingungen für den Pflegeberuf zu verbessern" machte Landrat Klaus Peter Söllner bei der Vertragsunterzeichnung deutlich. "Wer Pflege will, muss vernünftig ausbilden."

Klinikums-Geschäftsführerin Brigitte Angermann dankte allen Beteiligten für die konstruktiven Gespräche, die nun zu dem Vertrag geführt haben. Im Herbst erfolge der Start. "Lassen Sie uns alle werben für den so wichtigen Pflegeberuf." Dass das nun gelungen ist, alle unter einen Hut zu bringen, freute Angermann besonders. "Das ist der einzige Ausbildungsverbund im Bereich der Pflege für den Landkreis Kulmbach, und er soll es auch bleiben."

Karl-Heinz Kuch, Geschäftsführer der Diakonie, sagte, Kulmbach könne stolz sein auf die gute Kooperation zwischen allen Partnern in diesem Bereich. Mit den beiden Schulen im Landkreis seien gute Voraussetzungen vorhanden. "Wir brauchen junge Menschen und werden gemeinsam versuchen, sie für die Pflege zu begeistern."

Jürgen Dippold, Kreisgeschäftsführer des BRK, erinnerte an die umfangreichen Vorarbeiten, die nötig waren, um die jetzt beginnende generalistische Ausbildung umzusetzen. Die Generalistik, ist Dippold überzeugt, schaffe eine einheitliche Basis für ein attraktives berufliches Umfeld. Seit 1982 bereits betreibe das Kulmbacher BRK eine Pflegeschule. Mit den drei Senioreneinrichtungen im Landkreis bestehe zudem auch als Einrichtungsträger die Verpflichtung zur Ausbildung. Die Berufsaussichten in diesem Bereich seien glänzend. Die Arbeit im Pflegeberuf sei nicht nur zukunftssicher, sondern werde auch vom Ausbildungsstart an gut bezahlt. Auszubildende im ersten Jahr erhalten bereits rund 1100 Euro im Monat.

Margit Vogel, Geschäftsführerin der AWO, sieht die Möglichkeiten in der Pflege durch die neue Ausbildung sehr breit aufgestellt. Der Verbund, den nun alle eingehen, biete zudem kurze Wege und ermögliche eine gute Organisation für den Einsatz der Auszubildenden in den unterschiedlichen Bereichen.

Für die Caritas betonte Stefan Tippner, wie sinnvoll dieser eine Ausbildungsverbund sei. "Andere haben mehrere." Das sei nicht optimal. "Wir haben für Kulmbach das Beste herausgeholt, indem wir alle Träger gemeinsam an Bord haben."

Für die Pflegeschulen äußerten sich sowohl Oberin Mary-Ann Bauer von der Schwesternschaft des BRK Nürnberg als auch die Pflegeschulleiter Doris Pösch vom Klinikum und Peter Johann vom BRK optimistisch. "Wir schaffen etwas Neues. Das Fundament dafür ist gelegt. Das ist eine Chance für die Pflege" betonte Doris Pösch.

Mit dem Ausbildungsverbund sei ein neues Netzwerk aus vorhandenen Strukturen gegründet worden, das die neue Pflegeausbildung in der Region sicherstellen soll, zeigten sich alle Partner überzeugt. Der Verbund versteht sich keineswegs als geschlossenen Kreis. "Weitere Kooperationspartner sind jederzeit herzlich willkommen", heißt es.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
02. 06. 2020
00:00 Uhr

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02. 06. 2020
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