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Kulmbach

Alter Hof, neuer Genuss

Den "Heinersreuther Hof" will die Raps-Stiftung zu einem Zentrum und Begegnungsort rund um das Thema Lebensmittel machen. Dafür sind Umbauarbeiten notwendig.



Architekt Veit Huber und Isabell Böhm erklärten dem Gemeinderat die inhaltliche und auch bauliche Neuausrichtung des "Heinersreuther Hofes". Rechts Bürgermeister Stephan Heckel-Michel. Foto: Werner Reißaus
Architekt Veit Huber und Isabell Böhm erklärten dem Gemeinderat die inhaltliche und auch bauliche Neuausrichtung des "Heinersreuther Hofes". Rechts Bürgermeister Stephan Heckel-Michel. Foto: Werner Reißaus  

Ködnitz - Der "Heinersreuther Hof" erfährt inhaltlich und auch baulich eine Neuausrichtung. Darüber informierten Isabell Böhm von der Adalbert-Raps-Stiftung und der Bamberger Architekt Veit Huber den Ködnitzer Gemeinderat am Montagabend. Klar ist: Der "Heinersreuther Hof" bleibt auch weiterhin ein Ort der Adalbert-Raps-Stiftung. Wie Isabell Böhm aufzeigte, will man im Sinne des Stiftungsgründers Adalbert Raps, der sich dem Thema "Lebensmittel" mit Leidenschaft gewidmet hatte, das Erbe als zentrales Anliegen der Stiftung fortführen. Architekt Veit Huber ging auf die baulichen Veränderungen ein, die geplant sind, aber den "Heinerseuther Hof" nicht grundlegend verändern werden.

Neben ihrem Engagement für soziale Bedarfslagen in der Region fördert die Adalbert-Raps-Stiftung auch im Bereich der Lebensmittelforschung sowie sonstiger Projekte zu Ehren des Stifters. Hierunter fallen,wie Isabell Böhm erklärte, beispielsweise der Abiturientenpreis der Adalbert-Raps-Schule, die Weiterbildung zum Gewürzsommelier und natürlich auch im Besonderen der "Heinersreuther Hof".

In den zurückliegenden Jahren wurde der Hof als Veranstaltungsort vermietet. Hinzu kamen Stiftungs- und firmeninterne Veranstaltungen, Events der Genuss Akademie Bayern, Hochzeiten und Geburtstagsfeiern. Auch der "Club kochender Männer" war regelmäßig zu Gast im "Heinersreuther Hof".

Isabell Böhm sprach von einer geringen bis moderaten Auslastung mit beispielsweise 41 Belegungstagen im Jahr 2019: "Die Themen Kulinarik, Genuss, Lebensmittel und Ernährung spielten dabei - auch bedingt durch die Historie des Ortes - bereits eine übergeordnete Rolle."

Was die zukünftige Nutzung angeht, bleibt der Hof weiterhin in der Genussregion Oberfranken verankert und umgeben von zahlreichen Unternehmen und Institutionen der Lebensmittelbranche, doch das Potenzial reicht weit über die derzeitige Nutzung hinaus. Die Vision ist, den "Heinersreuther Hof" als Freiraum für Lebensmittelmacher zu entwickeln, einen Ort der kulinarischen Inspiration, des Austauschs und Genießens und sich in seiner Rolle als Veranstaltungslocation an professionelle Akteure der Lebensmittelbranche wendet. Hierzu zählen für Isabell Böhm Köche, Gastronomen, Unternehmen mit Start-ups der Food-Branche und Lehrinstitutionen. Dabei wird eine Auslastung von zwei bis drei Veranstaltungen pro Woche angestrebt. Um letztlich eine zielgruppengerechte Umgebung und Infrastruktur zu schaffen, bedarf es, wie Isabell Böhm erklärte, einer baulichen Veränderung des "Heinersreuther Hofes", die die Voraussetzungen für interaktives und partizipatives Lernen ermöglicht.

Auf die geplanten baulichen Maßnahmen ging Architekt Veit Huber näher ein. So ist ein Ausbau des Dachgeschosses im Haupthaus vorgesehen, um dort das Stiftungsbüro und "Co-Working-Space" einzurichten. Eine Aufstockung des Gebäudes ist dabei nicht beabsichtigt, lediglich ein Dacherker wird in der Mitte des Daches vergrößert. Daneben wird die Scheune ertüchtigt. In einem Anbau soll eine Experimentierküche entstehen. Anstelle des bisherigen Carports erfolgt ein Anbau einer Lagerfläche mit barrierefrei begehbaren Toiletten. Schließlich sind 9 bis 15 sogenannte "Tiny-Houses" geplant. Dabei handelt es sich um Häuser, die auf kleinstem Raum alles Notwendige bieten.

Architekt Veit Huber schwärmte vom Innenhof: "Der Hof ist, wenn man ihn betritt, etwas, was einen so richtig warm empfängt, und wo man so ganz uralte Erinnerungen aus der Jugend bekommt. Dieser Hof atmet fränkische Geschichte, und so soll es auch weiterhin bleiben."

Im Gemeinderat wurde das grundsätzliche Einvernehmen zu den beabsichtigten Baumaßnahmen signalisiert. Angeregt wurde von Anita Sack (FW), die Bürgerschaft von Heinerseuth auch in die Pläne und Visionen der Adalbert-Raps-Stiftung mit einzubinden. Das soll nach den Worten von Isabell Böhm auch geschehen. Was die Parkplätze für die künftigen Nutzer des "Heinersreuther Hofes" betrifft, gibt es ebenfalls bereits Lösungsansätze.

Was die Zeitschiene für die bauliche Umsetzung angeht, geht Architekt Veit Huber von eineinhalb Jahren aus, wobei mit den ersten Bauarbeiten im Frühjahr 2020 begonnen werden soll.

Autor

Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
17:26 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
19. 11. 2019
17:26 Uhr



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