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Kulmbach

Auf dem Weg zum digitalen Klassenzimmer

Von Robotik bis zum Tablet: Pädagogen aus dem Raum Kulmbach/Bayreuth informieren sich in Neudrossenfeld über den Schulunterricht der Zukunft.



Im Robotik-Unterricht sind neben der Lust am Tüfteln Programmierkunst, Englischkenntnisse und Teamgeist gefragt.
Im Robotik-Unterricht sind neben der Lust am Tüfteln Programmierkunst, Englischkenntnisse und Teamgeist gefragt.  

Neudrossenfeld - Tafel, Kreide, Füller und Papier: Das traditionelle analoge Klassenzimmer hat in der Vergangenheit über Jahrzehnte hinweg den Schulalltag bestimmt. Jetzt ist aber die zunehmende Digitalisierung in allen Lebensbereichen auf dem Vormarsch und hat auch die Schule bereits verändert. Das Staatliche Schulamt im Landkreis Kulmbach hat darauf reagiert und hatte alle Schulaufwandsträger und Vertreter der Schulen vornehmlich aus den Bezirken Kulmbach und Bayreuth in die Dreifachturnhalle nach Neudrossenfeld eingeladen.

Zahlreiche Firmen umrahmten die Veranstaltung mit Fachvorträgen und Informationen und präsentierten die Möglichkeiten und Ausstattungsmerkmale eines digitalen Klassenzimmer. Das Spektrum reichte dabei vom Lehrerarbeitsplatz mit seiner Präsentationseinrichtung wie Lehrer-PC, Großbilddarstellung, Dokumentenkamera oder dem Audiosystem bis zur Möglichkeit für Schüler, digitale Geräte wie zum Beispiel Notebooks, Tablets und Smartphones zu nutzen.

Schulrat Michael Hack freute sich zusammen mit Bayreuths Schulrätin Petra Rauh, dass so viele Vertreter der Schulaufwandsträger den Weg zu dieser Informationsveranstaltung gefunden hatten. Hack stellte zur Frage, wie das Klassenzimmer beziehungsweise das Lernen der Zukunft aussieht, fest: "Schüler bedienen und nutzen täglich digitale Medien und Geräte, dies allerdings in der Hauptsache konsumierend. Ziel der Schulen muss es sein, Kindern und Jugendlichen auch ein produktives, praxisorientiertes und interaktives Arbeiten zu ermöglichen. Ebenso wichtig ist aber auch der Bereich der Medienerziehung um Schüler kompetent zu machen, wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden."

Die Info-Veranstaltung zeigte eines auch ganz deutlich: Ein digitales Klassenzimmer macht nur dann Sinn, wenn die Komponenten aufeinander abgestimmt sind. Aber nur so kann die Schule auch im 21. Jahrhundert ihrem Allgemeinbildungsauftrag gerecht werden.

Wie Schulrat Hack erklärte, wird die Digitalisierung der Schulen über das Förderprogramm "Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer" im Rahmen des Masterplans "Bayern Digital II" der bayerischen Staatsregierung und seit vergangenem Jahr über den Digitalpakt des Bundes unterstützt: "Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um Schulen mit neuen digitalen Geräten und Software für den pädagogischen Einsatz auszurüsten. Für die Anschaffung von Hardware können und sollten Synergieeffekte genutzt werden." Hack machte deutlich, dass sich für Schüler und Lehrkräfte mit dem Einsatz einheitlicher Technik ein wesentlicher Vorteil beim Wechsel an eine weiterführende oder andere Schule ergibt. Der Schulrat weiter: "Ich freue mich, dass heute verschiedene technische Lösungen vorgestellt werden in Bezug auf Notebooks, Tablets, für eine Großbilddarstellung in Klassenzimmern, System zur Robotik, wie sie im neuen Mittelschullehrplan Informatik gefordert werden, aber auch in der Grundschule eingesetzt werden können."

Die Veranstaltung hatte Bianca Simon als Beraterin für digitale Bildung an den Schulämtern Kulmbach und Bayreuth verantwortlich organisiert. Ziel der Schulen muss es nach ihren Worten sein, Schülern durch digitale Medien, wie sie in der Dreifachturnhalle vorgestellt wurden, ein produktives und interaktives digitales Arbeiten zu ermöglichen: "Digitale Bildung braucht deshalb ohne Zweifel entsprechende Ausstattung, aber das ist bei Weitem nicht alles. Denn allein mit der nötigen Ausstattung gelingt keine Medienbildung und ohne Medienbildung entfaltet sich wiederum nicht der gesamte Nutzen der Ausstattung. Ausstattung und Medienbildung müssen Hand in Hand gehen."

Primäres Ziel sollte es nach den Worten von Bianca Simon sein, die Schüler zu befähigen, sich mündig in der heutigen und zukünftigen Welt bewegen zu können: "Dies impliziert eine umfassende Medienbildung, Wischen und Klicken zu können, ist zu wenig. Wir müssen transparent machen, wie Technik funktioniert und entlarven, was im Internet passiert. Eine wichtige Aufgabe muss die Entmystifizierung der digitalen Welt sein, so wie Biologie und Physik jeweils einen Teil unserer Welt entzaubern, so sollte auch die digitale Welt durch Wissen über sie entzaubert werden."

Bianca Simon hielt es für nötig, den Schülern technische Grundlagen und Grundlagen der Informatik zu vermitteln: "Die Schüler müssen lernen, sich selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen. Sie müssen wissen, was Algorithmen sind und wie sie funktionieren. Damit sie verstehen, warum ihnen das Smartphone immer wieder genau das präsentiert, was sie mögen, egal ob es um die Lieblingsmusik, Modevorlieben oder Filmtipps geht. Wenn Schüler das durchschauen, haben sie die Chancen zwischen Fakten und Fake zu unterscheiden und zu mündigen Individuen heranzuwachsen. Man kann ebenso wie gegen Straßenverkehr auch gegen die digitale Bildung sein, aber sie findet nun mal statt. Wenn wir die Schüler nicht darauf vorbereiten, werden sie umgefahren. Wir müssen den Schülern also beibringen, mündig damit umzugehen."

Für die gastgebende Friedrich-von-Ellrodt-Schule war es nach den Worten von Rektor Michael Zeitler selbstverständlich, die Dreifachturnhalle zur Verfügung zu stellen, damit die neuesten Technologien des digitalen Klassenzimmers nicht nur erlebt, sondern auch ausprobiert werden konnten: "Für uns ist es eine Win-Win-Situation, denn Frau Simon ist auch an unserer Schule als Klasslehrerin tätig. An dem digitalen Klassenzimmer geht kein Weg vorbei."

Autor

Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
17:30 Uhr

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Autor

Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
13. 02. 2020
17:30 Uhr



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