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Kulmbach

Auffallen statt umkommen

Während der dunklen Jahreszeit setzen sich Fußgänger und Radfahrer einem erhöhten Risiko im Straßenverkehr aus. Die Kulmbacher Polizei warnt und appelliert.



Man sieht, dass man nichts sieht. Der dunkel gekleidete Fußgänger ist für Autofahrer schwer zu erkennen.
Man sieht, dass man nichts sieht. Der dunkel gekleidete Fußgänger ist für Autofahrer schwer zu erkennen.   » zu den Bildern

Kulmbach - Sehen und gesehen werden - ein Motto, das Partybesucher gerne beherzigen, scheint im Straßenverkehr keine große Rolle mehr zu spielen. Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, verschwindet schnell in der grauen Masse und wird für andere unsichtbar. Die Mode trägt ihren Teil dazu bei. Winterjacken sind heutzutage sind heute vorwiegend in den Farben Schwarz, Grau, Dunkelblau und Oliv erhältlich. Für die Verkehrssicherheit ist das nicht besonders förderlich. Aus aktuellem Anlass wendet sich die Polizeiinspektion Kulmbach an die Öffentlichkeit und rät dringend zu Licht, Reflektoren und Signalfarben.

Tipps der Polizei

Beleuchtung und Erkennbarkeit spielen eine wichtige Rolle, um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, teilt das Polizeipräsidium Oberfranken mit. Jeder Fußgänger und Radfahrer kann mit der richtigen Kleidung seine eigene Sicherheit im Verkehr erhöhen. Die oberfränkische Polizei stellt in der dunklen Jahreszeit fest, dass die mangelnde Erkennbarkeit bei Dunkelheit, Dämmerung, Regen oder Nebel immer wieder zu gefährlichen Verkehrssituationen führt. So sind Fußgänger und Radfahrer oft nur schwer zu erkennen. Bei Dunkelheit sind sie ab einer Entfernung von etwa 25 Metern kaum noch wahrzunehmen.

Mit auffälliger Kleidung sowie reflektierenden Materialien oder Accessoires kann die Sichtbarkeit deutlich erhöht werden. "Wichtig sind hier sicherlich keine modischen Aspekte. Es geht um ihre Sicherheit", sagt die oberfränkische Polizei.

Reflektoren an den neuen Schulranzen sind nahezu bei allen Herstellern mittlerweile obligatorisch. Zusätzlich empfiehlt sich allerdings gerade in der dunklen Jahreszeit, die Schulkinder mit hellen Kleidungsstücken auf den Schulweg zu schicken und auch beim Kauf von Schuhwerk auf Modelle mit Reflektoren zurück zu greifen. Ergänzend hierzu halten Verkehrswacht, Dekra und die Sparkassen leuchtend gelbe Sicherheitsdreiecke zum Tragen über der Kleidung für die Erstklässler bereit. Gerade in den Monaten Oktober bis Februar laufen die Schüler im Dunkeln oder während der Dämmerung frühmorgens ihren Weg zur Schule und werden nachweislich von Autofahrern durch diese Accessoires besser wahrgenommen.

Cathrin Hänsel ist Verkehrserzieherin bei der Polizei und weist schon die Kleinsten auf die Gefahren im Straßenverkehr hin. "Jeder sollte sich für die anderen sichtbar machen", sagt sie im Gespräch mit der Frankenpost. Leider beherzigen das viele Menschen nicht.

 

Auf dem Weg zur Schule und zur Arbeitsstelle ist es finster wie in der Nacht. Die Autoscheiben beschlagen, Nieselregen trübt die Sicht und die Scheinwerfer der anderen Fahrzeuge blenden. Plötzlich taucht etwas am Fahrbahnrand auf. Im letzten Moment erkennt der Autofahrer den Jugendlichen auf dem Fahrrad.

Der Autofahrer hat sich an die Kulmbacher Polizei gewandt. Er beobachte recht häufig, dass Radfahrer ohne Licht unterwegs sind, sagt er. Solch ein Verhalten kann lebensgefährlich sein.

Unfälle kommen immer wieder vor. Wie lassen sie sich verhindern? Der Polizei ist es nicht möglich, an jeder Straße zu stehen und zu kontrollieren. "Wir können nicht überall sein", sagt Cathrin Hänsel. Sie appelliert an die Vernunft. Eltern sollten dringend darauf achten, dass ihre Kinder sicher unterwegs sind. Und sie sollten als gutes Vorbild daran denken, sich selbst gut auszustatten.

Es sei schon bemerkenswert, wie wenig Wert manche Fußgänger auf die Eigensicherung legen. Beispielsweise sind Hundehalter bei Dunkelheit unterwegs, die ihrem Vierbeiner ein auffallend leuchtendes Halsband umgelegt haben, damit ihm nichts zustößt. Sie selbst sind allerdings dunkel gekleidet und erst auszumachen, wenn sie im vollen Lichtkegel des Autoscheinwerfers stehen.

Cathrin Hänsel berichtet von anderen Fällen auf Landstraßen. "Weil die Feldwege derzeit matschig sind, gehen die Fußgänger lieber auf der Straße." Wenn dann womöglich in einer schlecht einsehbaren Kurve ein Mensch auf der Fahrbahn steht, hat der Autofahrer schlechte Chancen, noch zu reagieren. Zumal außerorts höhere Geschwindigkeiten üblich sind.

Aber auch in der Stadt ist es bei dieser Witterung für alle Verkehrsteilnehmer schwierig. Aktuell gibt es in Kulmbach noch keine besondere Häufung von Unfällen, die auf schlechte Sichtbarkeit zurückzuführen sind. Die Polizei will aber nicht so lange warten, bis etwas passiert ist, sondern frühzeitig warnen und Präventionsarbeit leisten.

Bei dem trüben Wetter fallen auch tagsüber die Fußgänger und Radfahrer nicht gut auf. "Sie verschwimmen mit dem Hintergrund, wenn sie sich vom Beton und Asphalt nicht gut abheben", erklärt Cathrin Hänsel. Die Verkehrserzieherin empfiehlt helle Kleidung und knallige Farben. Reflektoren seien sinnvoller als eine Taschenlampe, weil die Lichtquelle für den Autofahrer womöglich nicht gut einschätzbar ist.

Jugendliche zeigen sich nicht immer einsichtig. Manche argumentieren, dass bei ihrem speziellen Fahrrad keine Lichter vorgesehen sind. Dass sie dann auch nicht am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, ignorieren sie.

Die Polizei gibt an den Schulen Tipps, wie das Rad auszustatten ist. "Wenn wir Mängel feststellen, dann geben wir den Kindern und Jugendlichen Zettel für die Eltern mit, damit sie die Mängel beheben", sagt Cathrin Hänsel.

Fahrräder müssen vorn einen weißen Reflektor und hinten einen roten haben. Auch die Pedale und Speichen brauchen Reflektoren. Außerdem sind Vorder- und Rücklicht vorgeschrieben. Ob es mit einem Dynamo betrieben wird oder als Stecklicht mit Batterie, spielt keine Rolle. "Hauptsache es leuchtet hell", sagt die Polizistin. Sie und ihre Kollegen wollen in den kommenden Wochen verstärkt auf das Problem hinweisen und hoffen, dass den schwächsten Verkehrsteilnehmern, den Fußgängern und Radfahrern, endlich ein Licht aufgeht.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
14. 12. 2018
17:32 Uhr

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Stefan Linß

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14. 12. 2018
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