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Kulmbach

Aus für Miller & Monroe

Die Filialen in Kulmbach und Marktredwitz sind geschlossen, die Verkäuferinnen entlassen. Doch noch gibt es Hoffnung, dass sich ein Nachfolger findet.



Für Miller & Monroe gibt es in Deutschland keine Zukunft. Die Filialen der insolventen Modekette wurden jetzt geschlossen. Die Verkäuferinnen in Kulmbach und Marktredwitz hoffen noch, dass sich ein Nachfolger findet.
Für Miller & Monroe gibt es in Deutschland keine Zukunft. Die Filialen der insolventen Modekette wurden jetzt geschlossen. Die Verkäuferinnen in Kulmbach und Marktredwitz hoffen noch, dass sich ein Nachfolger findet.  

Kulmbach/Marktredwitz - Die Verkäuferinnen der von einer Insolvenz betroffenen Modekette Miller & Monroe in den Filialen in Kulmbach und Marktredwitz sind seit Anfang Juni arbeitslos. Das hat ein Sprecher des Insolvenzverwalters jetzt gegenüber der Frankenpost bestätigt. Bislang sei es nicht gelungen, für die beiden Geschäfte einen Nachfolger zu finden. Hoffnungslos sei das Unterfangen aber noch nicht, hieß es aus de Stuttgarter Kanzlei Menold Bezler. Nach deren Angaben laufen noch Verhandlungen mit Interessenten für die Übernahme der Mietverträge. Wenn es zu einem Abschluss komme, hätten auch die ehemaligen Verkäuferinnen von Miller & Monroe gute Aussichten, einen neuen Arbeitgeber zu finden. Mit dem Abschluss der Verhandlungen, heißt es, sei in Kürze zu rechnen. Presseinformation

Die etwa 160 Miller & Monroe-Filialen in ganz Deutschland haben seit dem 1. Juni geschlossen. Über das Vermögen der Vidrea Deutschland GmbH, der Betreiberin der Miller & Monroe-Filialen in Deutschland, ist am 1. Juni das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Zum Insolvenzverwalter wurde der bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzte Stuttgarter Rechtsanwalt und Sanierungsspezialist Jochen Sedlitz von der Kanzlei Menold Bezler bestellt.

Eine Fortführung der Miller & Monroe-Filialen, das hatte Sedlitz bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben, sei wirtschaftlich undenkbar gewesen. "Die Verlustsituation und umfangreiche Probleme mit den Vermietern wegen ausstehender Mietraten ließen eine Sanierung des Geschäftsbetriebes in Eigenregie leider nicht zu", machte der Insolvenzverwalter deutlich.

Lösung ist nun eine in bereits der Umsetzung befindliche Vereinbarung zwischen Sedlitz und den Einzelhandelsunternehmen KiK, TEDi und Woolworth. Die Insolvenzverwaltung unterstützt nach eigenen Angaben diese drei Unternehmen dabei, für möglichst viele der durch Miller & Monroe aufgegebenen Filialen einen eigenen Mietvertrag abzuschließen. KiK, TEDi und Woolworth haben, wie die Kanzlei Menold Bezler mitteilt, zugesagt, den bisherigen Mitarbeitern der betroffenen Miller & Monroe-Filialen, für die ein Mietvertrag zustande kommt, einen Arbeitsplatz in künftig neu eröffneten Filialen der eigenen Unternehmen anzubieten.

Für etwa 80 der rund 160 Filialen der Textilkette steht bereits fest, dass KiK, TEDi oder Woolworth sie nicht übernehmen werden. In diesen Fällen werde über eine ergänzende Lösung mit der Vidrea-Muttergesellschaft aus den Niederlanden versucht, einen Mietvertrag zu erhalten und die jeweiligen Mitarbeiter zu übernehmen. "Momentan gehen wir davon aus, dass eine Vielzahl der rund 1500 Filialmitarbeiter im Rahmen der gefundenen Lösung eine neue Anstellung bekommen werden", erklärt Sedlitz. Die Verkäuferinnen der Filialen in Marktredwitz und Kulmbach können aber noch nicht aufatmen. Sie sind nicht unter denen, für die es bereits feststeht, wie es weitergehen wird.

Aber aufgeben müssen diese Betroffenen die Hoffnung noch nicht, sagt ein Sprecher des Insolvenzverwalters. Bei allen anderen Nachmietern der Filialen werde ebenfalls versucht, eine Anstellung der Mitarbeiter zu erreichen. "So konnten wir beispielsweise für eine Filiale die Vereinbarung mit einem Sportgeschäftebetreiber treffen, den Mitarbeitern ebenfalls Arbeitsplatzangebote zu machen", erläutert Sedlitz.

Trotz der Schließung der Miller & Monroe-Filialen hält der Insolvenzverwalter das Ziel, für möglichst viele Mitarbeiter eine Weiterbeschäftigung und für die Vermieter eine schnelle Nachvermietung zu ermöglichen, für noch erreichbar. "Derzeit ist einiges im Fluss. Wir rechnen frühestens Ende Juni mit einer Übersicht, bei welchen Filialen die Übernahme der Mitarbeiter funktioniert hat", schätzt Sedlitz.

Die jetzige Lösung wertet Sedlitz angesichts der Anfang März vorgefundenen Situation als großen Erfolg. "Dass es außerdem gelungen ist, mit den Eigentümern der Waren und den Vermietern von 160 Filialen in den letzten drei Monaten eine Abverkaufsvereinbarung zu treffen, war eine außergewöhnliche Leistung."

Besonderer Dank gilt laut Sedlitz den Mitarbeitern: "Die Mitarbeiter haben bis zum Schluss ihre Leistung erbracht und sind verlässlich zum Unternehmen gestanden. Ohne ihren Einsatz hätte der Betrieb schon früher eingestellt werden müssen. Es tut mir sehr leid, dass ich den Mitarbeitern kein besseres Ende für ihre jahrelangen Dienste für Vögele und Miller & Monroe bieten konnte".

Die in den Niederlanden erfolgreiche Kette Miller & Monroe hatte nach der Insolvenz des Filialisten Charles Vögele dessen Geschäfte übernommen. Doch nach nur wenigen Monaten musste auch die deutsche Betreibergesellschaft Zahlungsunfähigkeit anmelden. Das Personal war in den vergangenen drei Monaten über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur bezahlt worden. Das ist Ende Mai ausgelaufen.

Autor

Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
06. 06. 2019
18:54 Uhr

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06. 06. 2019
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