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Kulmbach

Bahn-Brücken mit neuen Lücken

Die Gleisarbeiten zwischen Kulmbach und Mainleus dauern bis einschließlich 9. September. Es läuft eine der größten Bauaktionen der 172 Jahre alten Ludwig-Süd-Nord-Bahn.



Die Zugstrecke zwischen Kulmbach und Mainleus wird zur Großbaustelle. Fotos: Stefan Linß
Die Zugstrecke zwischen Kulmbach und Mainleus wird zur Großbaustelle. Fotos: Stefan Linß   » zu den Bildern

Kulmbach - Alles muss weg - zuerst die Gleise, dann die Bahnschwellen, der alte Beton und jede Menge Schotter. Die Bagger tragen den kompletten Aufbau der Sandsteinbrücken ab. In den zurückliegenden Jahren sind unzählige Züge darüber gerattert, jetzt klaffen dort Lücken. Die historischen Bauwerke an den Mainauen werden nach und nach zur Großbaustelle. Das bedeutet große Einschränkungen für den Bahnverkehr zwischen Kulmbach und Mainleus.

Das Bauprojekt

Für 3,5 Millionen Euro lässt die DB Netz AG die Brücken zwischen Kulmbach und Mainleus sanieren. Die Gleise verlaufen künftig auf neuen Stahlbetonplatten.

 

Seit dem vergangenen Samstag ist die Zugstrecke für insgesamt sechs Wochen dicht. Einige Reisende und Pendler sind am Kulmbacher Bahnhof trotz der Ankündigungen der Bahn von den Fahrplanänderungen überrascht gewesen. Ein Bahnsprecher teilt auf Anfrage der Frankenpost mit, dass es bis einschließlich 9. September zu Fahrplanabweichungen kommen wird. Die Daten werden ständig aktualisiert.

 

Die meisten Züge zwischen Mainleus und Kulmbach werden durch Busse ersetzt, informiert die Bahn. Um eine durchgehende Reiseverbindung zu gewährleisten, werden die Fahrzeiten mehrerer Züge zwischen Kulmbach und Bayreuth Hauptbahnhof sowie zwischen Lichtenfels und Mainleus an die Busse des Schienenersatzverkehrs angepasst. Die genauen Fahrzeiten der einzelnen Züge und Busse sind dem Fahrplan zu entnehmen, sagt die Bahn.

Zur Kulmbacher Bierwoche, die noch bis zum Sonntag dauert, setzt die Bahn abweichend vom Fahrplan zusätzliche Busse zwischen Mainleus und Kulmbach ein. "Bitte beachten Sie, dass die Haltestellen des Schienenersatzverkehrs nicht immer direkt an den jeweiligen Bahnhöfen liegen", teilt die Bahn mit.

Pünktlich vor dem Beginn des neuen Schuljahres soll der Streckenabschnitt dann wieder geöffnet werden. Bis dahin ist für die Baufirmen noch jede Menge zu tun.

Die Sanierung der historischen Sandsteinbauwerke ist bereits abgeschlossen. Die DB Netz AG hatte Spezialisten aus Dresden beauftragt, die beiden denkmalgeschützten Brücken vom Schmutz zu befreien und teilweise neuen Mörtel in die Fugen zu geben. Die Brücken stammen aus dem Jahr 1846. Damals ließ Bayern-König Ludwig I. seine Süd-Nord-Bahn errichten und schloss Kulmbach an das für die wirtschaftliche Entwicklung so wichtige Eisenbahnnetz an.

Derzeit haben die Züge dort Pause. Stattdessen bahnen sich Bagger und Lastwagen ihren Weg. Sie leisten die Vorarbeit, damit das schwere Gerät zum Einsatz kommen kann. Große Baustraßen werden angelegt. Unterhalb der Theodor-Heuss-Allee ist ein befestigter Schotterplatz entstanden, auf dem die Baugeräte und das Material lagern.

Gegraben wird nicht nur auf den Schienen, sondern auch ein paar Meter entfernt in der Erde parallel zu den Brücken. "Dort verläuft ein Kanal von der Kläranlage in den Weißen Main", erklärt der Mitarbeiter einer Baufirma. Betonrohre bilden ein Fundament. Von dort sollen über den Kanal Behelfsbrücken gebaut werden, damit die schweren Maschinen die Bahnlinie erreichen können, ohne den Kanal zu beschädigen.

Die Bahn spricht bei den historischen Bauwerken von Flutbrücken. Die meiste Zeit des Jahres dienen sie aber nicht nur zum Schutz vor Hochwasser, sondern auch als praktische Abkürzung für Fußgänger und Radfahrer, die dort gefahrlos die Gleise zwischen Burghaig und dem Industriegebiet unterqueren können. Trotz der Bauarbeiten ist der Durchgang aktuell weiter geöffnet.

250 Millionen Euro sollen in diesem Jahr in das oberfränkische Bahnnetz investiert werden. 3,5 Millionen Euro davon gibt die DB Netz AG an den Mainauen-Brücken aus.

Die Bauwerke waren im Laufe der Zeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden. In den kommenden Wochen werden dort stabile Fahrbahnplatten aus Stahlbeton errichtet, die dann auf dem historischen Sandsteingemäuer liegen werden. Auf den Platten werden abschließend die neuen Schienen verlegt. Ob sie die nächsten 172 Jahren halten werden, kann niemand sagen.

Autor

Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
01. 08. 2018
17:24 Uhr

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Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
01. 08. 2018
17:24 Uhr



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