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Kulmbach

Baille-Maille-Brücke bleibt ein Problem

Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes wird wohl hohe Kosten verursachen. Außerdem investiert Himmelkron bis zu 100 000 Euro in eine Skateranlage.



Die Sicherung der nach wie vor gesperrten historischen Baille-Maille-Brücke für die Fußgänger und Radfahrer bereitet der Gemeinde Himmelkron nach wie vor große Probleme. Jetzt soll ein Ingenieur-Büro eingeschaltet werden, um eine Planung mit Kostenermittlung vorzulegen. In der Zwischenzeit hat ein umgestürzter Baum am Mainufer einen weiteren Schaden am Schutzgeländer angerichtet. Foto: Werner Reißaus
Die Sicherung der nach wie vor gesperrten historischen Baille-Maille-Brücke für die Fußgänger und Radfahrer bereitet der Gemeinde Himmelkron nach wie vor große Probleme. Jetzt soll ein Ingenieur-Büro eingeschaltet werden, um eine Planung mit Kostenermittlung vorzulegen. In der Zwischenzeit hat ein umgestürzter Baum am Mainufer einen weiteren Schaden am Schutzgeländer angerichtet. Foto: Werner Reißaus  

Himmelkron - Die Gemeinde Himmelkron lässt sich die Neugestaltung des Skater- und Multifunktionsplatzes am früheren Bahnhofsgelände eine ganz schöne Stange Geld kosten. Bürgermeister Gerhard Schneider spricht von 70 000 bis 100 000 Euro. Der Gemeinderat erklärte sich am Dienstagabend auch bereit, diese Mittel im Haushalt 2018 einzustellen.

Dem Gremium lag bereits eine detaillierte Konzepterarbeitung von Michael Meißner vom Bauamt der Gemeinde vor, die auch die ungeteilte Zustimmung fand, wobei über Ausstattungsgegenstände oft knappe Mehrheitsentscheidungen getroffen wurden; zum Beispiel, ob ein oder zwei Basketballkörbe installiert werden. Auf jeden Fall soll die Skateranlage aus robusten Bauteilen, sprich aus Beton entstehen.

Bürgermeister Gerhard Schneider verwies darauf, dass die Wünsche der Jugendlichen bei der Konzepterstellung mit eingeflossen sind und dass auch der Jugendbeauftragte im Gemeinderat, Sebastian Herrmann mit eingebunden wurde. In dem vorgelegten Konzept wird mit Kosten von 74 000 Euro gerechnet. Der Bürgermeister stellte dazu fest: "Es ist auf alle Fälle ein vernünftiger Basisvorschlag mit einer klaren Aufteilung. Wir müssen aber auch Feinasphalt aufbringen und das Gelände einzäunen." Gemeinderätin Katja Kreuzer ließ ihre Kollegen wissen, dass die Jugendlichen von dem Konzept begeistert seien. Die Profis unter den Skatern würden sich aber noch ein, zwei Geräte mit einem größeren Schwierigkeitsgrad wünschen. Kreuzer hielt auch eine Beleuchtung für angebracht, und was noch gewünscht werde, sei eine Sprayerwand, an der sich die jugendlichen Sprayer austoben können.

Der Bürgermeister machte deutlich, wenn alle Wünsche erfüllt werden, müsse die Gemeinde mit Kosten von 100 000 Euro rechnen: "Wir sollten etwas Gescheites machen, damit dann endlich Ruhe ist." Zweiter Bürgermeister Harald Peetz sah keine Notwendigkeit für eine Beleuchtung: "Es ist ein Sportgelände für unsere Jugendlichen und kein Feiergelände." Peetz will allerdings die Einrichtung eines Hotspots an der Skateranlage geprüft wissen. Dritter Bürgermeister Peter Aßmann sagte, es sei unbestritten, dass der Gemeinderat etwas für die Jugend tun wolle. Er zeigte sich allerdings von den Kosten geschockt. Gemeinderat Hans Matussek sprach von einer tollen Sache für die Jugendlichen und regte an, diese auch bei der Umsetzung des Konzeptes mit einzubinden: "Vielleicht finden wir Jugendliche, die auch bereit sind, sich um die Anlage zu kümmern."

Im Einzelnen wurde dann festgelegt, die Skatergeräte und die Sitzgruppe aus Beton anzuschaffen, wobei die Sitzflächen mit einer Holzlattung versehen werden. Mit neun gegen sieben Stimmen entschied sich das Gremium für zwei Basketballkörbe. Da man auf die Einhaltung der Nachtruhe achten will, fanden sich für eine Beleuchtung nur wenige Befürworter. Sie wurde mit vier gegen zwölf Stimmen abgelehnt. Die Verwaltung soll noch die Kosten für ein, zwei Geräte mit einem höheren Schwierigkeitsgrad einholen, ebenso die Kosten für die Aufstellung einer Sprayerwand. Schließlich legte sich das Gremium noch mehrheitlich fest, die Sitzgruppe in offener Bauweise mit einer Metallkonstruktion zu überdachen.

Zweiter Bürgermeister Harald Peetz ließ den Gemeinderat wissen, dass die Probleme mit den Sicherungsgeländern an der nach wie vor gesperrten Baille-Maille-Brücke noch nicht ausgestanden sind. In der jüngsten Sitzung der Teilnehmergemeinschaft Himmelkron für die Flurbereinigung sei der Antrag gestellt worden, das Brückenbauwerk vollständig zu sanieren.

Geprüft werden sollte auch, ob man einen zusätzlichen Brückensteg über den Weißen Main bauen sollte und die Brücke ausschließlich als historisches Baudenkmal einzustufen. Das würde bedeuten, dass sie weder begehbar noch befahrbar wäre. Wie berichtet, sind vor rund zwei Jahren mehrere Personen, die sich an das Geländer angelehnt hatten, durchgebrochen und in den Main gestürzt.

Bürgermeister Gerhard Schneider berichtete, dass das Schutzgeländer nur für eine Begehung eine Mindesthöhe von 1,10 Meter haben muss, wenn ein Radverkehr zugelassen wird, muss die Höhe des Geländers 1,30 Meter betragen. Das Problem an sich ist aber nicht die Höhe des neuen Geländers, sondern dessen Anbringung, die sich nicht nur schwierig, sondern auch kostenintensiv gestaltet.

Schneider: "Es geht hier mit Sicherheit um einen sechsstelligen Betrag." Die Gemeinde will hier in Vorleistung für das Amt für Ländliche Entwicklung gehen und ein Ingenieurbüro mit der Erstellung einer Planung und der Kostenermittlung für den Aufbau eines neuen Schutzgeländers beauftragen.

Schneider teilte noch mit, dass die Fahrbahnsanierung an der B 303 voraussichtlich am Wochenende abgeschlossen sein werde. Damit sei dann auch wieder ein Ein- und Ausfahren an den Autobahnanschlussstellen möglich. Die Sanierungsarbeiten im Bereich der Kulmbacher und Bayreuther Straße werden vom 20. bis 30. November 2017 erfolgen. Das Gewerbegebiet sei dann über die Hofer Straße erreichbar.

Dritter Bürgermeister Peter Aßmann berichtete von einer Sitzung des planungsbegleitenden Forums der Firma Tennet in Hof, an der er mit Gemeinderat Hans Matussek teilgenommen hatte. Demnach sei nach wie vor nicht entschieden, ob der Trassenverlauf des Ost-Bayern-Rings östlich oder westlich des Fichtelgebirges erfolgt. Eine Entscheidung werde nicht vor 2020/21 erwartet.

Auf Zustimmung stieß die Bauvoranfrage von Stefan und Eva Wirth, Scheßlitz, die auf dem Grundstück Klosteracker 5a in Himmelkron ein Einfamilienwohnhauses bauen wollen. Der Gemeinderat stellte dabei auch die notwendigen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes in Aussicht. Stefan und Simone Fuchs können am Köslarweg 2 im Ortsteil Gössenreuth eine Garage errichten, die Textilfabrik Tenzler eine Leichtmetallbauhalle auf ihrem Betriebsgrundstück.

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
16. 11. 2017
00:00 Uhr

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Werner Reißaus

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16. 11. 2017
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