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Kulmbach

Bauamtssanierung wird deutlich teurer

Auf 2,7 Millionen Euro wurde die Sanierung geschätzt. Jetzt ist der Betrag auf rund 3,6 Millionen Euro gestiegen. Die Stadt hofft auf höhere Zuschüsse für das sehr alte Haus.



Oben auf dem Dach entsteht ein neues, modernes Element aus einer Stahlkonstruktion. Der Fußboden hat die Baustelle Monate gekostet. Erst als die Decke geöffnet war, stellte sich heraus, dass zwei Drittel marode waren.
Oben auf dem Dach entsteht ein neues, modernes Element aus einer Stahlkonstruktion. Der Fußboden hat die Baustelle Monate gekostet. Erst als die Decke geöffnet war, stellte sich heraus, dass zwei Drittel marode waren.   » zu den Bildern

Kulmbach - Jeder, der sich schon einmal an die Sanierung eines denkmalgeschützten alten Gebäudes gemacht hat, weiß, dass das ohne meist teure Überraschungen kaum abgeht. Das hat die Stadt Kulmbach bereits beim Rathaus schmerzhaft verspüren müssen. Jetzt muss die Stadtverwaltung mit einem fast identischen Problem umgehen: Die Arbeiten am historischen Bauamt der Stadt im Oberhacken verzögern sich nicht nur um einige Monate. Das Projekt wird auch mehr als eine dreiviertel Million Euro teurer. Doch es gibt auch einen Hauch Glück im Unglück: Fast alle zusätzlichen Arbeiten, die den geschätzten Preis nach oben treiben, haben denkmalschützerische Relevanz. Für diesen Mehraufwand kann die Stadt auf 670 000 statt 200 000 Euro von der Denkmalbehörde bauen. Um möglichst viel von der dann noch offenen Differenz auszugleichen werden weitere Förderanträge an die Oberfrankenstiftung, die Bayerische Landesstiftung und an die Städtebauförderung gerichtet. "Es ist unsere Aufgabe , die historische Substanz in unserer Stadt zu bewahren,", macht OB Henry Schramm dazu deutlich. Es habe keine Alternative zu der Sanierung gegeben. Wenn alles fertig ist, werden Bürger und die Mitarbeiter gleichermaßen etwas von dem sanierten und dann auch barrierefrei gestalteten Gebäude haben, sagt Schramm.

In dem Gebäude wird es künftig einen Aufzug geben. Aus Brandschutzgründen entsteht ein zweites Treppenhaus, Brandschutztüren werden eingebaut. Ein alter Laubengang, der freigelegt wurde, wird nicht wieder hinter Wänden verschwinden. Er wird freigelegt und erinnert daran, dass das Bauamt eigentlich aus zwei Gebäuden besteht, auch wenn das heute von außen kaum wahrgenommen werden kann. Auch Natursteinwände werden zum Teil nicht wieder verputzt, sondern bleiben wie sie sind. Ein Blickfang.

Ein weiterer Vorteil der Sanierung: Weil aufs Bauamt noch ein Stockwerk draufgesetzt wird und damit mehr Platz entsteht, kann nun auch die Hochbauabteilung mit dort einziehen. Damit sind dann für die Kulmbacher Bürger alle Bauangelegenheiten unter einem Dach abzuwickeln.

Neben dem Rathaus ist das Bauamt das größte Verwaltungsgebäude der Stadt. Der Kern dieses Komplexes stammt aus dem 14. Jahrhundert. Der Zahn der Zeit und "Bausünden", die im Lauf der Jahrhunderte begangen wurden haben das Haus in einen schlechten Zustand gebracht. Weitere Probleme: Im Bauamt herrscht viel Publikumsverkehr, auch in den oberen Etagen. Die waren aber nur über Treppen erreichbar. Für gehbehinderte Menschen, Mütter mit Kinderwagen und auch viele Senioren waren damit die Amtsstuben nicht zugänglich.

Der Stadtrat entschloss sich, nicht nur eine reine energetische Sanierung für das Gebäude anzupacken, sondern es insgesamt zu sanieren. Rund 2,7 Millionen Euro waren dafür veranschlagt, als der Bau vor einem Jahr begonnen wurde. Doch dann wurden die geplante Schiefereindeckung, die Natursteinverkleidung und auch Glasinnenwände deutlich teurer als kalkuliert. Zusätzlich sind Schäden entdeckt worden, die man erst erkennen konnte, als Mauerwerk, der Dachstuhl oder Fußböden geöffnet waren. Kaum zu glauben, was da in früheren Jahrzehnten einfach so gemacht wurde: Wenn ein tragender Dachbalken im Weg war, wurde einfach ein Teil abgesägt. Über Statik hatte sich da wohl niemand Gedanken gemacht. Jetzt müssen diese Balken mühsam wieder eingesetzt werden. Dass da in der Vergangenheit buchstäblich etwas schiefgegangen war, sieht man am Giebel im Bereich Oberhacken. Der wird jetzt durch eine Schieferverkleidung geschützt, weil das dahinter liegende Fachwerk aufgrund seiner Neigung einer ständigen Feuchtebelastung ausgesetzt war.

Bernd Ohnemüller freut sich schon, wenn alles fertig ist. "Das wertet unsere Innenstadt nochmals auf", sagt er. Das historische Gebäude aus der Renaissance, gepaart mit dem neuen, modernen Teil, der nun noch dazukommt, werde sicher ein Blickfang. Auf ein Ende der Bauarbeiten freuen sich auch die Mitarbeiter des Bauamts. Sie haben während der Sanierung weiterhin ihre Arbeitsplätze im Haus. Arbeiten war während des vergangenen Jahres nicht immer ganz einfach.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
18:20 Uhr

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Melitta Burger

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27. 06. 2019
18:20 Uhr



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