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Kulmbach

Betreuung mit Stil

Kulmbachs erste solitäre Tagespflege eröffnet in der Ruppert-Villa in der Luitpoldstraße. Der BRK-Kreisverband freut sich über die gelungene Sanierung des historischen Gebäudes.



Die sanierte Villa in der Luitpoldstraße in Kulmbach wirkt einladend und behaglich. Luisa Streng, die Leiterin der BRK-Tagespflegeeinrichtung, steht mit ihrem Team bereit für die neue Aufgabe. Fotos: Stefan Linß
Die sanierte Villa in der Luitpoldstraße in Kulmbach wirkt einladend und behaglich. Luisa Streng, die Leiterin der BRK-Tagespflegeeinrichtung, steht mit ihrem Team bereit für die neue Aufgabe. Fotos: Stefan Linß   » zu den Bildern

Kulmbach - Wer das verfallene Gebäude von früher kennt, der traut seinen Augen kaum. In der Kulmbacher Luitpoldstraße nahe der B 85 fristete viele Jahre lang die gruselig anmutende Direktionsvilla der Plüschfabrik Türk & Kneitz ihr Dasein. Im Zuge der Generalsanierung hat das als Ruppert-Villa bekannte Gemäuer eine schier unglaubliche Wandlung erfahren. Heute wirkt das Haus gepflegt und einladend nach außen, und im Inneren strahlen die lichtdurchfluteten Räume viel Behaglichkeit aus. Der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist sehr zufrieden. Vom 2. Dezember an nimmt dort die neue Tagespflegeeinrichtung ihren Betrieb auf.

Es ist die erste solitäre Tagespflege in der Stadt Kulmbach, sagt die Leiterin der Einrichtung, Luisa Streng. Die Einrichtung ist eigenständig und nicht an ein Altenheim angebunden. Pflegebedürftige Menschen werden dort tagsüber betreut. Das bedeutet eine Entlastung und mehr Freiraum für pflegende Angehörige.

20 Plätze stehen bei voller Auslastung zur Verfügung. Einige Pflegebedürftige werden nur an einzelnen Werktagen das Angebot annehmen. Deshalb können insgesamt bis zu 60 Gäste die BRK-Einrichtung besuchen. "Die Tagespflege ist schon jetzt sehr stark nachgefragt", sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold. Schon vor der Eröffnung haben sich 16 Interessierte angemeldet.

Bis zu zehn Mitarbeiter werden sich um die Pflegebedürftigen kümmern. Sie bieten aktivierende Angebote an, um die Menschen zu fördern und ihnen dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten zu erhalten. Es gibt drei gemeinsame Mahlzeiten. Vom Seniorenheim in Marktleugast kommt das Mittagessen. Geplant sind unter anderem Ausflüge und Aktivitäten im weitläufigen Garten des herrschaftlichen Gebäudes.

Es wird eine Betreuung mit Stil. Denn die 460 Quadratmeter große Ruppert-Villa ist ein architektonisch interessantes Denkmal. Der zweigeschossige Walmdachbau mit halbrunden Vorsprüngen in der eigenwilligen Frontfassade stammt aus dem Jahr 1928.

Landrat und BRK-Kreisvorsitzender Klaus Peter Söllner erinnert sich an mindestens zehn Kreisvorstandssitzungen, in denen die Ruppert-Villa auf der Tagesordnung stand. Das BRK hatte das leer stehende Gebäude erworben, um in unmittelbarer Nähe zum Schülerwohnheim und zu weiteren BRK-Einrichtungen die Erweiterungsmöglichkeiten zu sichern. Doch die Villa zu sanieren wäre für den Kreisverband nur mit großem finanziellen Aufwand möglich gewesen. Zumal nach der Überflutung des Kellers die Gebäudesubstanz arg gelitten hat und der Verfall drohte. Deshalb entschloss sich das BRK, die Villa zu verkaufen, dann von den neuen Hauseigentümern sanieren zu lassen und anschließend für die Tagespflege anzumieten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Oberfrankenstiftung haben sich eingebracht, um den Charme des Bauwerks zu erhalten. "Es ist grandios geworden", sagt Söllner.

Der BRK-Kreisverband hatte jahrelang überlegt, was aus der Ruppert-Villa werden soll. Bevor das ehemalige Postgebäude am Bahnhof erworben wurde, war im Gespräch, dass in der Luitpoldstraße die Geschäftsstelle mit Verwaltung einzieht. Doch dazu wäre ein Erweiterungsbau nötig gewesen. Ebenfalls verworfen wurde die Idee, eine Wohngruppe für psychisch Kranke einzurichten oder eine Schülerbetreuung. Mit der aktuellen Lösung sind alle zufrieden.

Eigenständige Tagespflegestationen anderer Träger bestehen im Landkreis bereits in Thurnau, Oberzaubach, Trebgast und Hegnabrunn. Nun steht die erste Kulmbacher Einrichtung kurz vor der Eröffnung. Dort verbringen Menschen, die ihren Alltag nicht mehr ohne Hilfe bewältigen können, den Tag gemeinsam. Sie leben zu Hause aber weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung. Es besteht die Möglichkeit, morgens vom hauseigenen Fahrdienst abgeholt und am Abend wieder nach Hause gebracht zu werden. Weitere Tagespflegeplätze gibt es auch in den Seniorenheimen.

Henry Schramm, Kulmbachs Oberbürgermeister und stellvertretender BRK-Kreisvorsitzender, dankte den Investoren für die unzähligen Stunden der umfangreichen Eigenleistung, ohne die die Sanierung nicht gelungen wäre. Dank des Engagements von Hauseigentümerin Andrea Geyer sei ein Kleinod der Stadt erhalten und zu neuem Glanz erweckt worden. Das sei toll für Kulmbach und für die Pflegebedürftigen. "Die Menschen können sich hier wohlfühlen", sagte Schramm.

In den Räumen herrscht eine Wohlfühlatmosphäre. Im Aufenthaltsraum flackert ein Kamin und verbreitet Wärme. Es gibt Platz für gemeinsame Aktionen und für ruhigere Momente. Für das Frühjahr ist ein Tag der offenen Tür geplant, um der Öffentlichkeit die Villa zu zeigen.

Autor

Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
21. 11. 2019
17:50 Uhr

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Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
21. 11. 2019
17:50 Uhr



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