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Kulmbach

Blitz schlägt in riesige Pappel ein

Vier Stunden hatten Feuerwehrleute alle Hände voll zu tun: Ein brennender hohler Stamm erwies sich als "harte Nuss".



Von der Drehleiter aus versuchte die Feuerwehr, den nach dem Blitzeinschlag brennenden Baum zu löschen. Das erwies sich als unmöglich. Der hohle Stamm löste einen "Kamineffekt" aus. Fotos: Feuerwehr Kulmbach
Von der Drehleiter aus versuchte die Feuerwehr, den nach dem Blitzeinschlag brennenden Baum zu löschen. Das erwies sich als unmöglich. Der hohle Stamm löste einen "Kamineffekt" aus. Fotos: Feuerwehr Kulmbach   » zu den Bildern

Kulmbach - Als der Blitz am Freitag gegen 19 Uhr einschlug, hörten viele Bewohner in der Ziegelhüttener Straße in Kulmbach den lauten Knall. Auch Kreisbrandmeister Jürgen Hochgesang, der nicht weit entfernt davon wohnt, hatte bereits eine Ahnung, dass nicht lang nach dem gewaltigen Geräusch ein Alarm kommen würde. Hochgesang hatte recht. Anwohner meldeten der Rettungsleitstelle, dass nach einem Blitzeinschlag aus einer mächtigen Pappel am Ortsrand von Kulmbach in etwa zehn Meter Höhe Rauch dringt. Es sollte ein langer und anstrengender Einsatz für die Feuerwehr werden.

Als die Rettungskräfte eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Stamm. Um das Feuer löschen zu können, wurde die Drehleiter eingesetzt. Doch das Löschwasser löste eine paradoxe Reaktion aus. "Es brannte immer mehr", schildert Hochgesang, was an diesem Abend passiert ist. Der Grund war schnell erkannt: Der Stamm der gut 30 Meter hohen Pappel war praktisch von unten bis oben hohl. Das ergab einen sogenannten Kamineffekt. "Wir haben oben Wasser reingeschüttet, und unten kamen Flammen raus", berichtet der Kreisbrandmeister von dem Einsatz.

Einfach nur löschen schied aus. So wurde die Entscheidung gefällt, den Baum zu fällen. Doch das setzte einen extremen Aufwand voraus. Die zweite Drehleiter wurde an den Einsatzort gebracht. Gleichzeitig machte sich die Polizei daran, die Besitzer der Autos ausfindig zu machen, die in der Nähe der großen Pappel geparkt worden waren. Es gelang, alle bis auf einen zu finden und sie aufzufordern, ihre Fahrzeuge an einen sicheren Platz zu fahren. Das letzte Auto setzte die Feuerwehr mit Hilfe von technischem Gerät um. Umstehende Häuser waren glücklicherweise nicht in Gefahr.

Mit Hilfe der ersten Drehleiter wurde der Einsatzort für die Feuerwehrleute ausgeleuchtet. Von der Kanzel der anderen aus trugen die Retter die Äste der großen Pappel ab. Dann wurde der Stamm gesichert, bevor die eigentliche Fällung begann. Die Feuerwehrleute stellten sicher, dass der Baum auf die unmittelbar daneben liegende freie Wiese fallen konnte. Auch der Rüstwagen war dafür im Einsatz. Dann musste der hohle, immer noch brennende Stamm in Stücke gesägt werden, während gleichzeitig andere Einsatzkräfte mit Wasser löschten. Es war Schwerarbeit, die die Feuerwehrleute in der Dunkelheit verrichten mussten. Es galt nicht nur, den riesigen Baum zu zerlegen. Die vielen Äste und der Stamm mussten auch noch aufgeräumt werden. Dabei halfen den Kulmbacher Wehrleuten auch ihre Kameraden aus Höferänger. Erst nach 23 Uhr war der Einsatz beendet. Die Ziegelhüttener Straße war während der gesamten Zeit gesperrt.

Jürgen Hochgesang zeigt sich erleichtert, dass der Blitzeinschlag nicht mehr Schaden verursacht hat. Nicht einmal der Strom war in der Ziegelhüttener Straße ausgefallen. "Am Ende ist es doch noch einmal glimpflich ausgegangen", sagt er. Während die Feuerwehrleute in der Ziegelhüttener Straße an der Beseitigung der Folgen des Blitzeinschlages arbeiteten, musste gegen 19.45 Uhr ein Teil der Einsatzkräfte in die Klostergasse fahren. Dort war wegen des Gewitterregens ein Keller vollgelaufen. Und das war nicht der letzte Einsatz in dieser Nacht. Kaum zu Hause, wurden die Feuerwehrleute gegen 2 Uhr schon wieder gerufen: Diesmal musste eine Wohnungstür geöffnet werden, um einen Menschen aus einer hilflosen Position zu befreien.

Autor

Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
18:16 Uhr

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Melitta Burger

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14. 07. 2019
18:16 Uhr



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