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Kulmbach

Brillante Musiker und ein Brummbär

Das symphonische Blasorchester Marktleugast entlockt dem Publikum beim Josefskonzert Beifallsstürme. Auch das Jugendorchester spielt sich in die Herzen der Zuhörer.



Das 55 Musiker starke symphonische Blasorchester des Musikvereins Marktleugast brillierte beim Josefskonzert 2018. Fotos: Helmut Engel
Das 55 Musiker starke symphonische Blasorchester des Musikvereins Marktleugast brillierte beim Josefskonzert 2018. Fotos: Helmut Engel   » zu den Bildern

Marktleugast - Einmal mehr ist es den 55 Musikern des symphonischen Blasorchesters des Musikvereins Marktleugast gelungen, die 650 Besucher beim traditionellen Josefskonzert in der voll besetzten Dreifachturnhalle in ihren Bann zu ziehen und zu fesseln. Mit Bravo-Rufen und einem unbeschreiblichen Schlussbeifall drückten die Gäste ihre Begeisterung aus. "Einfach phänomenal, grandios, überragend, brillant", waren die Superlative, mit denen die Besucher die Leistungen des Orchesters und der beiden meisterhaften Dirigenten Peter Weiß und Benjamin Schuberth in Worte fassten.

Zweiter Vorsitzender Matthias Nitsch freute sich in seiner Begrüßung über die volle Halle und darüber, dass man den ersten sonnigen Frühlingstag so wunderbar ausklingen lassen kann. "Das Josefskonzert treibt den Winter aus und leitet den Frühling ein", zitierte Nitsch den Altbürgermeister Manfred Huhs.

Fulminant die Eröffnung mit dem "Einzug der Gäste auf der Wartburg" aus der Wagner-Oper "Tannhäuser", mit dem Blech- wie Holzbläser gleichermaßen gefordert waren. Strahlend saubere Fanfarenklänge des hohen Blechregisters waren begleitet von rauschenden Triolen der Klarinetten. Diese mündeten in die weiche Choralmelodie "Freudig begrüßen wir die edle Halle". Den Part des "Chors der Ritter und Edlen" hatte der "Männerchor" des Musikvereins übernommen.

Nahezu u nfassbar für die Besucher waren die musikalische Ausdrucksstärke und das musikalische Potenzial des Orchesters bei "Tirol 1809" in drei Sätzen von Sepp Tanzer. Die Suite behandelt den Tiroler Volksaufstand 1809 um den Helden Andreas Hofer. Im ersten Satz erklingt es im gesamten Blech "Bayern und Franzosen - raus aus Tirol!". Die Bässe drohen in wilder Entschlossenheit. Während die Besatzer mit Trommel und Pfeifen marschieren, antworten die Tiroler von den Bergflanken mit Flügelhorn-Jodlern. Die Trompeten drängen zum Aufbruch, und die Klarinetten kündigen stürmische Zeiten an. Im zweiten Satz ist der Kampf um den Berg Isel musikalisch beschrieben. Entschlossen signalisieren die Trompeten den Aufbruch. Die Franzosen stimmen siegessicher die Marseillaise an und die Tiroler antworten mit dem Jagdlied. Im Gegensatz zu den historischen Ereignissen endet die Suite mit dem Sieg, und der dritte Satz beginnt mit Erinnerungen und Dankgebet, schwermütig intoniert am Flügelhorn, am Hackbrett erklingt eine Alpenweise. Ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis gab es im folgenden Stück "Begegnung" von Kurt Gäble. Erstmals machte das Marktleugaster Publikum Bekanntschaft mit einem "Vogelhorn". An dem "eckigen Alphorn" stellte Solist Tibor Palmai seine Virtuosität unter Beweis, wie auch die weiteren Solisten Heinrich Rauh am Tenorhorn und Stefan Kießling jun. am Baritonhorn.

Immer wieder hat das Orchester Filmmelodien von John Williams im Programm. Nachdem es in den Vorjahren das Publikum mit "Star Wars" und "Jurassic-Park" verwöhnt hatte, riss sie es diesmal mit den schönsten Melodien aus der Filmreihe "Indiana Jones" mit. Mit "Czardas" von Vittorio Monti schickte das Orchester einen Gruß an die ungarische Partnergemeinde Pilisszentiván. Voll in seinem Element war dabei Solist Roland Jonak am Xylophon. Mit dem Konzertmarsch "Astronauten-Marsch" des böhmischen Komponisten Josef Ullreich ging es in die Pause.

Der zweite Teil begann mit dem "musikalischen Erntedank", wie es der gut aufgelegte Conférencier Sebastian Gick ausdrückte. Mit dem prachtvollen Choral "Fanfare - the Benefaction from Sky an Mother Earth" beschreibt der Komponist Satoshi Yagisawa die "Gaben des Himmels und der Erde" Eingeleitet mit prägnanten Paukenschlägen, hell klingenden Glockenläuten, sonorem Hörnerstrom und kraftvollen Trompetenfanfaren endete es nach einer temporeichen Klangszene mit einem kräftigen Donner. In dem sich anschließenden "Last Call" von Otto M. Schwarz schloss sich ein weiteres musikalisches Highlight an. In dem modernen Brass-Stück konnten sich alle Instrumentengruppen durch einen eigenen Soloteil präsentieren.

"Die Polka ,The old grumgly Bear' muss Julius Fucík Tuba-Solist Stefan Kießling senior auf den Leib geschrieben haben", mutmaßte der Moderator, "mit seinen fast zwei Metern Höhe und einem Meter Breite sieht er schon fast aus wie ein großer,Teddybär." Der Solist kam dann auch in einem Bärenkostüm auf die Bühne und überzeugte mit seinem Tuba-Solo.

Der Fluch der Karibik ist einer der erfolgreichsten Filme und auch die Musik dazu von Ted Ricketts weist eine hohe Qualität auf. Besonders die Klarinetten und Flöten brillierten in den rhythmisch abwechselnden Passagen. Ein Ruhepol im zweiten Teil war der Titelsong des Films "Gegen jede Chance" von Phil Collins. In "Against all Odds" spielte das Altsaxofon das Solo. "Diese Arrangement ist eine wahrhafte Herausforderung für jedes Orchester und ein Muss für jeden Saxofonisten", informiert Gick. Nikolas Brüger, der normal im Jazz und Pop daheim ist, glänzte mit seinem dominanten und doch so gefühlvollen Solo. Eindeutiger Favorit beim Publikum war das Abba-Medley mit Ausschnitten aus "Dancing Queen", "Mamma Mia", "Fernando" und "The Winner takes it all". Der Großteil der Besucher sang die bekannten Ohrwürmer mit.

Mit dem militärischen Abschlussmarsch "Unter dem Doppeladler", heute noch der offizielle Marsch des Ersten Österreichischen Artillerie-Regiments, holte das Orchester nochmals alles aus sich heraus und forderte das Publikum zu diesem unbeschreiblichen Schlussapplaus heraus. Genug Veranlassung für das Orchester mit den bereits gespielten "Last Call" und "Against all Odds" noch zwei Zugaben zu spendieren.

Vor dem Konzert des symphonischen Blasorchesters hatte sich das Jugendorchester unter der Leitung von Theresa Motschmann in die Herzen der Besucher gespielt. Zum Auftakt blieben die Jungmusiker mit dem "Frankenliedmarsch" in der Heimat , um anschließend mit "Danza del Fuego" auf dem Feuer zu tanzen. Mit "Don't Stop Believin" machte es noch einen Ausflug in den Rock 'n' Roll.

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Helmut Engel
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Veröffentlicht am:
25. 03. 2018
17:20 Uhr

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Helmut Engel

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Veröffentlicht am:
25. 03. 2018
17:20 Uhr



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