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Kulmbach

Bürger sollen mitreden

Über 3000 Einwohner des Landkreises Kulmbach bekommen nächste Woche einen Fragebogen. Es geht darum, was sie von der Gesundheitsversorgung vor Ort halten.



Es soll eine Bevölkerungsbefragung werden, die den Bürgern die Chance zur Mitgestaltung geben soll. Per Zufall werden Bürger ausgewählt und nach ihrer Meinung über die Gesundheitsversorgung gefragt. Unser Bild zeigt (von links) die Leiterin der Geschäftsstelle "Gesundheitsregion Plus", Annekatrin Bütterich, Landrat Klaus Peter Söllner und die Leiterin des Gesundheitsamtes Kulmbach, Dr. Camelia Sancu. Foto:Henrik Vorbröker
Es soll eine Bevölkerungsbefragung werden, die den Bürgern die Chance zur Mitgestaltung geben soll. Per Zufall werden Bürger ausgewählt und nach ihrer Meinung über die Gesundheitsversorgung gefragt. Unser Bild zeigt (von links) die Leiterin der Geschäftsstelle "Gesundheitsregion Plus", Annekatrin Bütterich, Landrat Klaus Peter Söllner und die Leiterin des Gesundheitsamtes Kulmbach, Dr. Camelia Sancu. Foto:Henrik Vorbröker  

Kulmbach - Umfragen zu beantworten, gehört nicht unbedingt zu den Beschäftigungen, denen sich die Menschen am liebsten widmen. Am Telefon besteht die größte Herausforderung meistens darin, sich eine möglichst kreative Ausrede einfallen zu lassen, warum man ausgerechnet jetzt gerade keine Zeit hat für die Umfrage zur Kundenzufriedenheit des eigenen Handy-Vertrags.

Kulmbach wird Gesundheitsregion

In der Herbstsitzung hat der Kreistag des Landkreises Kulmbach beschlossen "Gesundheitsregion Plus" zu werden. Nun wurde der Antrag zur Gewährung von Fördermitteln vom Freistaat gestellt, der das Projekt zu 70 Prozent durch Zuwendungen mitfinanzieren soll. Die zugehörige Geschäftsstelle wird im Landratsamt Kulmbach im staatlichen Gesundheitsamt angesiedelt sein. Mit der Aufnahme in das Förderprogramm "Gesundheitsregion Plus" werden im Landkreis Kulmbach Strukturen geschaffen, um von einem Nebeneinander zu einem noch besseren Miteinander aller Beteiligten, die mit den Themen "medizinische Versorgung" und "Prävention" befasst sind, zu kommen. Die verstärkte Kooperation hat im Fokus, die medizinische Versorgung der Bevölkerung weiter zu verbessern und mögliche Versorgungslücken zu schließen. Die Qualitäten der Region im Bereich Gesundheitsvorsorge sollen weiter ausgebaut und zum Markenzeichen des Landkreises Kulmbach entwickelt werden. Etwaiger lokaler Versorgungsbedarf, drohende Unterversorgung oder Qualitätsdefizite in der Gesundheitsversorgung werden im Rahmen der Entwicklung der "Gesundheitsregion Plus Kulmbach" identifiziert und durch gezielte, auf die regionalen Voraussetzungen zugeschnittene Maßnahmen, positiv weiterentwickelt. Damit sollen die vorhandenen Angebote im Gesundheitswesen auch besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt werden.


Anfang nächster Woche geht es aber um mehr als Grundgebühr und Daten-Flat: Dann fragt das Landratsamt Kulmbach die Bürger nach ihrer Meinung zur Gesundheitsversorgung im Kreisgebiet, und diese Meinung wird Gewicht haben. In der Herbstsitzung hat der Kreistag beschlossen, "Gesundheitsregion Plus" zu werden. Aus diesem Grund wurde auch eine gleichnamige Geschäftsstelle im Landratsamt geschaffen. Deren Leiterin, Annekatrin Bütterich, organisiert die Befragung federführend und erhofft sich lohnende Erkenntnisse: "Wir befragen die Menschen im Kreisgebiet zu ihrer Zufriedenheit bezüglich ihrer Gesundheitsversorgung. Das heißt, wir stellen Fragen, die auch sehr persönlich sein können und die die Menschen unmittelbar betreffen."

Der Fragebogen setzt sich aus sechs kurzen Teilbereichen zusammen. Nach Punkt eins, der Angaben zur Person klärt, geht es in Teil zwei um Fragen zur Lebenszufriedenheit und zum Landkreis. Hier können die Ausgewählten ganz grundsätzlich ankreuzen, wie wohl sie sich in ihrer Heimat fühlen. Bei den Fragen zur psychischen Gesundheit und zur sozialen Unterstützung wird es dann etwas persönlicher: "An wen würden Sie sich in erster Linie wenden, wenn Sie seelische Probleme haben", heißt es hier unter anderem.

Teil vier befasst sich mit dem allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung. Über Fragen wie "Haben Sie eine chronische Krankheit, Behinderung oder körperliche Beeinträchtigung?", können hier die Befragten Aufschluss geben. Zudem können hier Betroffene über ihre Einschränkungen im Alltag berichten. Im folgenden Teil geht es unter anderem um sportliche Aspekte: "Wie oft betreiben Sie körperliche Aktivitäten, bei denen Sie zumindest ein bisschen außer Atem oder ins Schwitzen kommen?", fragen die Initiatoren. Ebenfalls wird hier das Thema Ernährung abgehandelt, bei dem die Befragten Aufschluss darüber geben können, was für sie zu einer gesunden Mahlzeit gehört. Im sechsten und letzten Teil des Fragebogens steht die Gesundheitsinformation im Mittelpunkt. Mit Fragen wie "Wo informieren Sie sich zur Förderung Ihrer Gesundheit", möchte das Team von "Gesundheitsregion Plus" in Erfahrung bringen, was die meisten Menschen unternehmen müssen, um schnell medizinisch-korrekten Rat zu erhalten. Im Interesse der Organisatoren ist es auch, grundsätzlich zu erfahren, wie hoch die Menschen die Lebensqualität im Landkreis einschätzen, beziehungsweise, wo es noch Nachholbedarf gibt.

Die Umfrage richtet sich an per Zufall ausgewählte Personen, die alle älter als 18 Jahre alt sind. Jeder zwanzigste dieser Altersgruppe erhält dann ein persönliches Anschreiben vom Landratsamt, in dem er aufgefordert wird, seine Meinung niederzuschreiben und anzukreuzen. In diesem Moment habe diese ausgewählte Gruppe von Bürgern das Privileg, die eigene Meinung in den politischen Prozess einfließen zu lassen, betont Bütterich: "Wer ausgewählt ist, hat die einmalige Chance, direkten Einfluss zu nehmen und die Gesundheitsregion mitzugestalten." Datensicherheit ist den Initiatoren dabei sehr wichtig. Obwohl die Befragten ein persönliches Anschreiben erhalten, werden die Antworten anonymisiert verarbeitet. Eine Unterschrift, oder gar die eigene Anschrift müsse und solle nirgends auf dem Rückbrief vermerkt werden: "Auch für das Porto für die Rücksendung des Fragebogens ist gesorgt. Die ausgewählten Bürger haben keinerlei Kosten zu tragen."

Vier Blatt stark sei das Umfragemanuskript, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamtes Kulmbach, Dr. Camelia Sancu: "In zehn bis 15 Minuten ist man mit der Beantwortung der Fragen fertig und hat einen wesentlichen Beitrag für die Gesundheitsregion Kulmbach geleistet", betont die Ärztin: "Mit der Beantwortung der Fragen haben die Menschen bis zum 21. Dezember Zeit. Dann wird ausgewertet."

Landrat Klaus Peter Söllner stellte die sozialen Aspekte des Projektes heraus: "Wir wollen, dass die Gesundheitsförderung für alle überall im Landkreis gleich hoch angeboten werden kann. Kulmbach genießt schon eine hervorragende Versorgung. Jetzt geht es um die Vernetzung und Optimierung der Institutionen."

Söllner zufolge ist das Klinikum Kulmbach mit seinen 1580 Mitarbeitern ein Paradebeispiel für die gute Gesundheitsversorgung in der Region. Am Anfang der nächsten Woche sei jeder im Landkreis, der bereits volljährig ist, aufgerufen, seinen Briefkasten einmal etwas genauer zu inspizieren. Vielleicht hat er oder sie ja wichtige Post vom Landratsamt bekommen.

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Henrik Vorbröker
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Veröffentlicht am:
05. 12. 2018
18:14 Uhr

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Henrik Vorbröker

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05. 12. 2018
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