Lade Login-Box.
Topthemen: Video: Hof im Radwege-CheckHof-GalerieStromtrasse durch die RegionGerch

Kulmbach

Campus als Teil der "Gründerstadt"

Zum ersten Mal gibt es mögliche Ansichten von der künftigen Gestaltung des Güterbahnhofgeländes. Städteplaner Schirmer eröffnet Visionen vom künftigen Kulmbach.



So könnte der Blick vom Uni-Campus auf die Stadt Kulmbach ausschauen, wenn die Brauerei noch ein Stück mehr von dem Grundstücksteil abgibt , das ihr gehört. Städteplaner Professor Martin Schirmer hat am Donnerstag erstmals dem Stadtrat Ansichten und Pläne vorgelegt.
So könnte der Blick vom Uni-Campus auf die Stadt Kulmbach ausschauen, wenn die Brauerei noch ein Stück mehr von dem Grundstücksteil abgibt , das ihr gehört. Städteplaner Professor Martin Schirmer hat am Donnerstag erstmals dem Stadtrat Ansichten und Pläne vorgelegt.  

Kulmbach - Was jetzt schon sicher ist: Der Weiße Main, der bisher recht unbemerkt über das alte Güterbahnhofsgelände fließt, wird in diesem Bereich wohl ein neues Bett bekommen, wenn es . Eines, das der Brauerei wie auch dem Campus der Uni Bayreuth bessere Gestaltungsmöglichkeiten bietet und gleichzeitig den Fluss wieder naturnäher verlaufen lässt. Ein dreifacher Gewinn: Grundstücke können optimaler genutzt werden, der Natur wird geholfen und auch für die Betrachter wird das sicher eine Aufwertung. Der würzburger Städteplaner Professor Martin Schirmer hat am Donnerstagabend dem Stadtrat eine Vision aufgezeigt, wie der künftige Campus aussehen könnte. Die Uni, sagte Schirmer, sei eine Riesenchance für die Stadt. Dazu gehöre aber, dass die Uni eine attraktive Adresse werden müsse. "Die darf nicht nur untergebracht werden." Doch schon jetzt scheint es sich abzuzeichnen, dass die von Schirmer gezeigte "optimale Lösung" wohl nicht verwirklicht wird, weil die Kulmbacher Brauerei offenbar nicht bereit ist, dafür genügend Flächen abzutreten. Das Stadtbauamt hat deshalb bereits eine alternative Lösung grob geplant, die auch die Zustimmung der Brauerei findet. Stadtrat Thomas Nagel (FDP) sah das in der Sitzung kritisch. Der Campus sei Kulmbachs Zukunft. Er dürfe nicht zwischen Lagerhallen verschwinden, meinte Nagel.

OB im Krankenstand

Weil er sich nach einer erfolgreichen Herzoperation vor zehn Jahren nun nochmals einer operativen Stabilisierungsmaßnahme unterziehen muss, wird OB Henry Schramm in den kommenden Tagen nicht im Rathaus erreichbar sein und auch keine Termine wahrnehmen. Das gab die Stadtverwaltung am Rande der Stadtratssitzung bekannt. Der OB werde während dieser Zeit von seinen Stellvertretern Dr. Ralf Hartnack und Frank Wilzok vertreten, heißt es in der Mitteilung.


20 000 Quadratmeter Fläche hat sich die Uni für ihre 7. Fakultät gewünscht. 9000 Quadratmeter Gebäudefläche werden für die 1000 Studenten und die Wissenschaftler gebraucht. Das alles natürlich am besten in einem möglichst guten Grundschnitt. Das ist aber ohne Flächentausch und ohne einen Verkauf eines Teils der Brauereifläche nicht möglich. Hinter den Kulissen wurde wohl schon lang und oft verhandelt. Jetzt hat man einen Kompromiss gefunden, dem auch die Brauerei, dessen Vorstandssprecher Markus Stodden bei der Stadtratssitzung anwesend war, zustimmen kann. Der zweite Entwurf ist zwar nicht ganz so elegant wie der Vorschlag des renommierten Würzburger Städteplaners. Aber er ist umsetzbar, bereits mit den zuständigen Ministerien vorbesprochen und hat von dort grünes Licht für die weitere Verfolgung erhalten.

Für Professor Schirmer ist es wichtig, dass die Uni eine möglichst optimale Anbindung an die Stadt erhält. Die besteht nach Schirmers Worten eigentlich aus zwei Städten: der mittelalterlichen Innenstadt und der Gründerstadt, die während der industriellen Revolution um die Altstadt herum entstanden ist. Wenn sich die Uni auf dem alten Güterbahnhof ansiedelt wäre laut Schirmer der Begriff "Gründerstadt" in zweifacher Hinsicht berechtigt. Das alte Ziegelgebäude des Bahnhofs würde Schirmer am liebsten erhalten und in die Uni einbinden, um eine Verbindung zu der einstigen Nutzung zu erhalten und um gleichzeitig eine Art "Riegel" zu den Bahngeleisen und auch zum Leergutlager der Brauerei zu schaffen. Die Mensa könnte dort untergebracht werden. Wie toll das aussehen kann, zeigte Schirmer anhand von Fotos, die zeigen, was man aus alten Bahnhofsgebäuden alles machen kann.

Auch über die Anbindungen zur Stadt und zum Beispiel zum nicht ausgelasteten Parkhaus des "Fritz" hat sich Schirmer Gedanken gemacht. Man könnte von dem dreigeschossigen Uni-Gebäude eine direkte Brückenanbindung zum Parkhaus schaffen. Um einen geschlossenen Campus zu verwirklichen, sollte das ebenfalls von der Uni gewünschte Gründerzentrum an die Grenze zum Brauerei-Grundstück gelegt werden. Das schaffe damit dann auch gleich eine Anbindung an die Wirtschaft.

Es gebe noch viel zu tun in den kommenden Jahren, machte OB Henry Schramm deutlich. Rad- und Fußwege und andere infrastrukturelle Verbesserungen müssen geschaffen werden, der Weiße Main braucht ein neues Bett "und ganz nebenbei müssen wir auch noch eine uni bauen", merkte Schramm humorvoll an. Die Stadt müsse alles tun, damit der Campus gut wird. "Die Studenten müssen sich bewusst für uns entscheiden. Dafür müssen wir attraktiv sein." Der Bauherr für die Uni-Gebäude sei nicht die Staat, sondern der Freistaat Bayern, machte S Er sprach auch die Tatsache an, dass es wohl noch einige Jahre dauern wird, bis der neue Campus steht. An der Tatsache, dass schon im kommenden Jahr Studenten in Kulmbach sein werden, ändere das aber nichts, machte Schramm deutlich. Es seien genügend Zwischenlösungen vorhanden oder würden noch geschaffen.

Thomas Nagel betonte, er sehe es kritisch, falls es sich so entwickeln sollte, dass die Uni zu einer Randbebauung der Lagerhallen der Brauerei werden würde. Auf dem Gelände des Mönchshof gebe es viel Leerstand, der man für diese Zwecke sicher auch nutzen könne. Auch den Vorschlag der Brauerei, die Lichtenfelser Straße zu sperren, damit die Logistik des Unternehmens besser laufen könne, will Nagel nicht: "Das sehe ich total kritisch. Das würde eine enorme Mehrbelastung für die Schauerkreuzung darstellen, es würde eine wichtige Verkehrsader für Kulmbach und seine Innenstadt lahmgelegt." Nagel würde es am liebsten sehen, der Vorschlag von Professor Schirmer mit einem Innovationszentrum und einem geschlossenen Campus könnte wie vorgelegt verwirklicht werden. "Stadt und Brauerei waren bisher immer Partner. Auch in diesem Punkt sollte die Brauerei zu Zugeständnissen bereit sein", findet Nagel.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
31. 01. 2019
23:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten Brauereien FDP Henry Schramm Kulmbacher Brauerei Parkhäuser Professoren Studentinnen und Studenten Thomas Nagel Visionen
Kulmbach
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Tausende von Bikern aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland werden am letzten April-Wochenende wieder zur Motorradsternfahrt in Kulmbach erwartet. Die Polizei, die Kulmbacher Brauerei und Stadt und Landkreis Kulmbach bieten den Besuchern zwei tolle Tage. Foto: Archiv

11.04.2019

Mit der Sternfahrt auf Nummer sicher

Die Sicherheit der Motorradfahrer steht weiter im Mittelpunkt dieser Großveranstaltung. Doch auch Spaß und Spannung werden den Tausenden Besuchern wieder geboten. » mehr

Mehrere neue Ehrenmitglieder hat der ATS Kulmbach. Unser Bild zeigt (von links) Lothar Eyßer, Otto Meisel, Rudi Fortwängler, Professor Dr. Michael Deichsel, Vorstandsvorsitzende Heidesuse Wagner, Thomas Zapf, Erika Röder, Adolf Dornhöfer und Gisela Irrgang. Foto: privat

05.04.2019

Die "Chefin" bleibt im Amt

Die Mitglieder des ATS Kulmbach haben volles Vertrauen in ihre Führung. Zur Hauptversammlung ernennt Vorstandsvorsitzende Heidesuse Wagner 15 neue Ehrenmitglieder. » mehr

Während der Sitzung des Universitätsvereins Bayreuth am Dienstag in Kulmbach wurde auch die Regionalgruppe Kulmbach des Vereins wiederbelebt. Im Bild (von links) Dr. Michael Hohl, Mitglied des Vorstands, zweiter Vorsitzender Universitätspräsident Professor Stefan Leible, Dr. Herta Ziegler, Mitglied des Vorstands, Oberbürgermeister Henry Schramm und Vorsitzender Horst Eggers. Foto: Uni Bayreuth

17.10.2018

Univerein weitet sich auf Kulmbach aus

Der Campus Kulmbach und seine Folgen: Der Bayreuther Universitätsverein hat seine Regionalgruppe in der Bierstadt wiederbelebt. Betriebe und Privatleute unterstützen ihn. » mehr

Das Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasium hat von den Investitionen des Landkreises in den vergangenen Jahren besonders profitiert, sagt Schulleiter Horst Pfadenhauer. 2017 war der Startschuss für die neue Pausenhalle. Foto: Stefan Linß/Archiv

10.04.2019

Mehr Geld für den Schulstandort

Drei Millionen Euro investiert der Landkreis Kulmbach 2019 in seine Bildungseinrichtungen. Die Kreistagsfraktionen von SPD und FDP fordern ein Umdenken. » mehr

Den ersten Baum für den Campus gibt es bereits. Oberbürgermeister Henry Schramm (von links) überreichte ihn an Kanzler Dr. Markus Zanner, Wissenschaftsminister Bernd Sibler, Gründungsdekan Professor Stephan Clemens und den Präsidenten der Uni Bayreuth, Professor Stephan Leible. Foto: Melitta Burger

29.03.2019

Die "Universität der Neudenker" geht an den Start

Jetzt ist die 7. Fakultät der Uni Bayreuth in Kulmbach offiziell gegründet. Wissenschaftsminister Bernd Sibler betont den Exzellenzanspruch. » mehr

Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs soll der Life Science Campus Kulmbach entstehen. Einen Teil des Grundstücks hat die Stadt bereits gekauft. Nun laufen Verhandlungen mit der Kulmbacher Brauerei als Eigentümerin des weiteren Grundstücks, wie eine möglichst sinnvolle Aufteilung erfolgen kann.

16.10.2018

An der Uni spricht man Englisch

Im Moment laufen die Grundstücksverhandlungen für den Bau des Kulmbacher Campus. Nächstes Jahr nehmen die ersten sechs Professoren ihre Arbeit auf. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Eiersuche im Marktredwitzer Auenpark

Eiersuche im Marktredwitzer Auenpark | 22.04.2019 Marktredwitz
» 18 Bilder ansehen

Ü30-Osterparty Susi Weißenstadt

Ü30-Osterparty Susi Weißenstadt | 21.04.2019 Weißenstadt
» 23 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - TSV Aubstadt 2:0 Hof

SpVgg Bayern Hof - TSV Aubstadt 2:0 | 22.04.2019 Hof
» 60 Bilder ansehen

Autor

Melitta Burger

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
31. 01. 2019
23:10 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".