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Kulmbach

Campus auf dem Güterbahnhofgelände ist gesichert

Am Donnerstag gaben es die Kulmbacher Brauerei und die Stadt Kulmbach bekannt: Der Weg für den Bau der Uni ist jetzt frei. Das gesamte Gelände steht nun zum Verkauf.



Kulmbach - "Die Lösung greifbar" heißt es in einer Mitteilung, die die Kulmbacher Brauerei, die Stadt Kulmbach und die Uni Bayreuth am Donnerstag gemeinsam verschickt haben. Was (die Frankenpost berichtete) am Mittwoch noch Spekulation gewesen ist, gilt jetzt als gesichert. Die 7. Fakultät der Universität Bayeruth kann auf dem Kulmbacher Güterbahnhofsgelände errichtet werden. Nun müssen sich nur noch die Immobiliengesellschaft des Freistaats Bayern und die Brauerei über die Details einigen, dann kann der Verkauf über die Bühne gehen. Aus der Mitteilung geht hervor, dass das Verhandlungsergebnis noch besser ist als man sich das erhofft hatte: Die Kulmbacher Brauerei sei bereit, dem Campus das gesamte Güterbahnhofsgelände und nicht nur einen Teil davon zu überlassen.

Lang hatten sich die Verhandlungen hingezogen. So lang, dass aus Kreisen des Stadtrats sogar schon "Plan B" aus der Tasche gezogen worden war. Wenn es auf dem Güterbahnhof nicht klappen sollte, wäre auch das Kaufplatz-Areal in Frage gekommen. Die Diskussionen verliefen heiß in den vergangenen Wochen. Die Richtung war klar: Plan A war und sollte das Güterbahnhofsgelände bleiben. Schon beim Bewerbungsschreiben an die Bayerische Staatsregierung im Frühjahr 2017 hatte OB Henry Schramm die etwa 49 000 Quadratmeter große Brachfläche in der Innenstadt als potenziellen Standort ins Spiel gebracht. Auch der Vorstand der Kulmbacher Brauerei hatte als Eigentümer von etwa zwei Dritteln der Fläche Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Man habe ein formales Verfahren anstoßen müssen, das für Bauvorhaben des Freistaates in dieser Größenordnung zwingend vorgeschrieben ist, teilen die Verhandlungspartner nun mit: Ein städtebaulicher Rahmenplan musste erstellt und potenzielle Standorte durch die Immobiliengesellschaft des Freistaates geprüft werden. Als Herausforderung haben sich die, wie nun bekannt gegeben wurde, "berechtigten Expansionspläne der Brauerei als Eigentümer eines Großteils der Fläche" erwiesen. Das der Brauerei gehörende Areal sollte in eine Gesamtkonzeption integriert werden. "Dies gestaltete sich im Detail als anspruchsvoll: Trotz der Größe des Areals stieß man bei der Vereinbarkeit von Forschung, Lehre und Industrie auf eine Reihe von Hindernissen, unter anderem bei einer möglichen Verlegung des Weißen Mains, bei Erschließungs- und Artenschutzfragen."

Nach langem Ringen wurde nun doch noch alles gut. "Für die Brauerei haben sich in den letzten Monaten anderweitige Expansionsmöglichkeiten in der Lichtenfelser und insbesondere in der Gummistraße ergeben. Diese wurden in den letzten Wochen von allen beteiligten Behörden unter Hochdruck auf ihre Umsetzbarkeit geprüft - mit vorläufig positivem Ergebnis", teilt die Stadt Kulmbach mit. Nach Einschätzung aller relevanten Partner stehen demnach die Chancen gut, dass das komplette Güterbahnhofsareal für den Uni-Campus zur Verfügung gestellt werden kann. Der hätte dann viel mehr Platz als im ersten Anlauf gebraucht würde und damit auch genügend Platz für eine später eventuell nötige Erweiterung.

Brauerei-Vorstandssprecher Markus Stodden betont: "Wir haben die Campus-Idee von Anfang an positiv begleitet, durften aber hierbei die Zukunftsfähigkeit der Brauerei am Standort Kulmbach nicht aus dem Auge verlieren. Mit den jetzt identifizierten Erweiterungsmöglichkeiten im Umfeld unserer schon bestehenden Standorte in der Lichtenfelser und der Gummistraße haben wir für uns als Unternehmen interessante Alternativen gefunden. Deshalb können wir uns vorstellen, dem Freistaat Bayern die kompletten Güterbahnhofsflächen für den Campus zur Verfügung zu stellen." Vor-aussetzung hierfür sei allerdings, dass die jetzt folgenden Grundstücksverhandlungen mit dem Freistaat Bayern zu einem positiven Abschluss geführt werden können.

OB Henry Schramm stellt die Entwicklungen der vergangenen Wochen als einen echten Durchbruch dar: "Ich freue mich wirklich sehr, dass wir in der Grundstücksfrage nun kurz vor dem Ziel sind: Ein Campus mit Erweiterungsflächen ganz nach dem Wunsch der Universität Bayreuth und gleichzeitig die Möglichkeit für eines unserer größten Unternehmen am Standort, sich weiterzuentwickeln. Mein ausdrücklicher Dank gilt der Kulmbacher Brauerei für die Bereitschaft, eine gemeinsame Lösung zu finden. Entscheidend war aber auch, dass Ministerien, Regierung von Oberfranken, Universität Bayreuth und Landratsamt Kulmbach den Prozess in den letzten Monaten konstruktiv begleitet und vorwärts gebracht haben. Auch der Stadtrat der Stadt Kulmbach hat in den nicht ganz einfachen letzten Monaten stets zielstrebig an der Vision Innenstadtcampus gearbeitet."

Professor Dr. Stefan Leible, der Präsident der Uni Bayreuth, freut sich auf das nun hoffentlich bald offiziell besiegelte Ergebnis: "Das Güterbahnhofsgelände bietet für uns optimale Voraussetzungen. Wir können dort eine echte Campus-Atmosphäre schaffen und haben zudem genügend Fläche für Erweiterungen. Für uns ein ganz wichtiger Aspekt, denn wir sehen auch auf lange Sicht großes Entwicklungspotential für unser Projekt in Kulmbach."

Sobald der Kauf abgewickelt ist, soll schnellstmöglich mit der Umsetzung begonnen werden, sagt OB Henry Schramm. 136 Millionen Euro sind für den Campus bereits vom Kabinett bewilligt.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 07. 2019
19:02 Uhr

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Melitta Burger

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24. 07. 2019
19:02 Uhr



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