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Kulmbach

Caritas will Pflegeheim erweitern

Künftig soll es 92 Plätze geben. Geplant ist außerdem, behindertengerechte Wohnungen zu bauen.



Stadtsteinach - Die Caritas im Landkreis Kulmbach wendet erhebliche Finanzmittel auf. Dies teilte Aufsichtsratsvorsitzender Michael Kaim in der Mitgliederversammlung des Caritas-Kreisverbands am Freitagabend im Pfarrheim St. Michael in Stadtsteinach mit. Der Kreisverband sei inzwischen schuldenfrei, berichtete Kaim. Von den 957 000 Euro Einnahmen im Jahr 2018 konnten etwa 29 000 Euro in die eiserne Reserve genommen werden. Dem gegenüber standen 927 000 Euro als Ausgaben, allein für Personal 804 000 Euro und 35 000 Euro an Mieten. Hinzu kommen Unterhaltskosten für Wasser und Strom. "Wir brauchen im Jahr also um die 900 000 Euro für den laufenden Betrieb", resümierte Kaim. Davon kämen 431 000 Euro von der Erzdiözese aus der Kirchensteuer, je 118 000 Euro vom Landkreis und vom Diakonischen Werk, 89 000 Euro an staatlichen Zuschüssen und 48 000 Euro aus Betreuungsmaßnahmen. Spenden und die Beiträge der aktuell 174 Mitglieder sind nur ein kleiner Teil der Einnahmen.

Mit einer Gesamtsumme von 987 000 Euro kalkuliert die geschäftsführende Vorsitzende Veronica Specht den Haushaltsplan für das laufende Jahr. Die Zuschüsse blieben gleich. Lediglich die Diözese habe um 1,8 Prozent erhöht. Allerdings seien die Personalkosten für die 27 Mitarbeiter um 3,8 Prozent gestiegen. Zu den bisherigen Aufgaben kämen nun noch "soziale Innovationen" hinzu wie die Mitarbeit an den Zukunftswerkstätten. Auch müsse die Verwaltung bis zum Jahr 2022 digitalisiert werden.

Erweitert werden soll das Alten- und Pflegeheim St. Marien, kündigte dessen Leiter Stefan Tippner an, wofür Bürgermeister Roland Wolfrum namens des Stadtrats auch die Unterstützung der Stadt zusicherte. Die derzeit 74 zur Verfügung stehenden Plätze in 50 Einzel- und zwölf Doppelzimmern sind voll belegt, und es gebe ständig neue Anfragen. Die angeschlossene Sozialstation betreue derzeit 140 Patienten. Im Augenblick seien im Haus 73 und in der Sozialstation 29 Mitarbeiter beschäftigt. Weiteres Personal werde gesucht. Die Finanzierung sei "stabil, aber schwierig".

In jüngster Zeit seien der Brandschutz im Haus optimiert worden und die Gemeinschaftsräume innen neu gestrichen worden. In Planung sei derzeit ein Anbau anstelle des alten Nordbaus, der abgerissen werden soll. Für den Anbau brauche man aber noch ein Stück Grund. 18 weitere Plätze sollen entstehen, sodass St. Marien dann 92 Bewohner aufnehmen kann.

Geplant sei auch, behindertengerechte Wohnungen an den Komplex zu bauen; gedacht sei an 20, deren Mieter auf Wunsch zum Teil über das Haus mitversorgt werden könnten, und die auch die Option hätten, bei Bedarf ins Heim umzusiedeln. Im gleichen Zug müsse man dann aber auch für eine angemessene Mehrung des Personals sorgen, was bekanntermaßen derzeit ausgesprochen schwierig sei.

Dass die Kreis-Caritas ihren Ursprung in Stadtsteinach hat, daran erinnerte Vorstandsvorsitzender Oswald Purucker. In der Kulmbacher Bauergasse unterhalte man ein offenes Haus für Hilfesuchende, die Caritas kümmere sich um Migranten und habe in diesem Jahr die interkulturelle Woche organisiert, biete Sozialtraining für Straffällige an, sei am ökumenischen Kindergarten und dem Brückenwerk beteiligt und unterhalte eine Kleiderkammer.

Bei allen Tagungen und offiziellen Treffen gehe es derzeit nur um zwei Themen: Klimaschutz und Digitalisierung, merkte Landrat Klaus Peter Söllner in seinem Grußwort an. Darüber dürfe man aber nicht den sozialen Bereich vergessen. Viele Menschen kämen mit verschiedenen Dingen des Alltags nicht zurecht. Deshalb dürfe man dankbar sein, dass es Organisationen gibt, die sich, wie die Caritas, darum kümmern und diese Fürsorge dem Landkreis abnähmen.

Autor
Klaus Kaschka

Klaus Klaschka

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Veröffentlicht am:
29. 09. 2019
17:38 Uhr

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Klaus Kaschka

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29. 09. 2019
17:38 Uhr



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