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Kulmbach

Das Ende einer Bratwurst-Ära

Der Bratwurststand von Gerhard und Karin Bär war in den vergangenen Jahrzehnten aus dem Kulmbacher Stadtbild nicht wegzudenken. Jetzt geht das Paar neue Wege.



Ein Bild, das man nur noch wenige Tage sieht: Karin und Gerhard Bär vor ihrem Bratwurststand. Foto: Rainer Unger
Ein Bild, das man nur noch wenige Tage sieht: Karin und Gerhard Bär vor ihrem Bratwurststand. Foto: Rainer Unger   » zu den Bildern

Kulmbach - Am Gründonnerstag, 18. April, werden die Kulmbacher den Bratwurststand von Gerhard und Karin Bär zum letzten Mal sehen. Damit geht eine 83-jährige Familientradition zu Ende: "Wir haben uns schweren Herzens zu diesem Schritt entschlossen, aber die wirtschaftliche Situation am Standplatz in der Fritz-Hornschuch-Straße zwischen dem Einkaufszentrum ‚Fritz‘ und dem alten Kaufplatz hat uns keine andere Wahl gelassen", sagt Gerhard Bär. Zu besonderen Anlässen wie der Motorradsternfahrt, dem Altstadtfest oder der Bierwoche wird das Ehepaar seinen Stand allerdings weiterhin betreiben.

Es geht weiter

Gerhard und Karin Bär hoffen, dass ihnen ihre Stammgäste zur Motorradsternfahrt, zur Bierwoche und zu anderen Anlässen weiterhin die Treue halten. Ansonsten stehen sie mit ihrem Stand auch für Betriebsfeiern und sonstige Anlässe zur Verfügung. Interessierte können sich deswegen mit Gerhard Bär unter Telefon 0151/12305535 in Verbindung setzen.


Im Oktober 1936 nahm die Familiengeschichte ihren Anfang: Martin und Mina Wolfrum, die Großeltern von Karin Bär, übernahmen damals die Gaststätte Waldmann am Marktplatz und nannten sie schon bald in "Hubertus" um. Ab dem folgenden Frühjahr verkauften sie vor der Wirtschaft Bratwürste, die sie auf einem frei stehenden Holzkohlenrost brieten, etwas, was sich heute kaum noch einer vorstellen kann. Im Jahr 1956 übernahmen Sohn Georg und Schwiegertochter Gretl Wolfrum das Geschäft. Diese übergaben 1982 die Bratwurstbraterei an Tochter Karin und Schwiegersohn Gerhard Bär, im Jahr darauf die Gaststätte an Sohn Günther und Schwiegertochter Karin Wolfrum.

Einige Veränderungen erfolgten laut Karin und Gerhard Bär in den vergangenen Jahrzehnten. "In den 60er-Jahren erfolgte die Umstellung des Rosts auf einen fahrbaren Stand und in den 70ern erhielten wir unseren ersten richtigen Wagen, der unserem heutigen schon ziemlich ähnlich sah. Anfang der 90er-Jahre wechselten wir in eines der Holzhäuschen, die damals auf dem Marktplatz aufgebaut wurden", erinnert sich Karin Bär. "Allerdings waren drei Buden für den Marktplatz zu viel und so wechselten wir 1995 zum Zentralparkplatz", ergänzt Gerhard Bär. "Während die meisten auf Gas umgestellt hatten, braten wir bis heute auf Holzkohle. Da haben die Würste einfach einen ganz anderen Geschmack", verrät Gerhard Bär mit einem Schmunzeln. 21 Jahre lang war die Ecke Klostergasse/ Grabenstraße der Stammplatz des Ehepaars. "Das war ein hervorragender Standort", denken beide mit Wehmut zurück. Die Umbaumaßnahmen am Zentralparkplatz und der Tiefgarage, die nach dem Bierfest 2016 begannen, zwangen beide zum Wechsel und in der Folge hatten sie ihren Platz zwischen dem "Fritz" und dem ehemaligen Kaufplatz.

"Die Baumaßnahmen kamen für mich fünf Jahre zu früh, denn eigentlich wollte ich mit 65 Jahren in Rente gehen", erzählt der 61-Jährige. Nach der Fertigstellung des jetzigen EKU-Platzes zurückzukehren, kam für das Ehepaar nicht in Frage. "Ich hätte eine fünfstellige Summe für die Einrichtung des neuen Imbisses investieren müssen und da sich sowohl mein Sohn als auch meine Tochter beruflich anders entschieden und wir somit keine Nachfolger haben, hätte sich diese Investition nicht mehr gelohnt", berichtet Gerhard Bär. Am neuen Standort haben sich die wirtschaftlichen Erwartungen für das Ehepaar nicht erfüllt und nachdem es zuletzt einige Laden-Schließungen im "Fritz" gab, ging das Geschäft nochmals zurück.

Schweren Herzens entschlossen sich beide, "die Reißleine zu ziehen." Dass ihnen das nicht leicht fiel, liegt vor allen an ihren vielen Stammgästen. Da Gerhard Bär als Besonderheit an seinem Stand auch Fassbier anbietet, fanden sich immer zahlreiche Freunde und Bekannte ein, um in der Mittagspause oder nach Feierabend gemütlich ein Seidla zu trinken und sich über alles Mögliche auszutauschen. "Das ist fast wie eine große Familie. Da wird über Fußball diskutiert, über Politik und es werden Sorgen und Probleme angesprochen", sagt Gerhard Bär. Der Dank des Ehepaars gilt nicht nur seinen treuen Kunden, sondern auch der Familie Lauterbach, von deren Metzgerei am Marktplatz seit 60 Jahren die guten Würste kommen.

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Rainer Unger
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Veröffentlicht am:
11. 04. 2019
17:06 Uhr

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Rainer Unger

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11. 04. 2019
17:06 Uhr



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