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Kulmbach

Das kleine gallische Dorf unter den Betrieben

Die Entwicklung der AFW Creativ Stickerei ist einmalig. Zu ihren Kunden zählt sowohl der DFB als auch die Feuerwehr. Jetzt hat sie ihre neuen Räume in Betrieb genommen.



Mit dem Durchschneiden eines goldenen Bandes, gehalten von Architekt Harald Schramm (rechts) und Innenarchitektin Silka Mitchell (links), nahm Geschäftsführerin Birgit Rodler (Mitte) unter Zeugen aus Politik und Verwaltung für AFW das Produktionsgebäude in Besitz.	Fotos: Klaus Klaschka
Mit dem Durchschneiden eines goldenen Bandes, gehalten von Architekt Harald Schramm (rechts) und Innenarchitektin Silka Mitchell (links), nahm Geschäftsführerin Birgit Rodler (Mitte) unter Zeugen aus Politik und Verwaltung für AFW das Produktionsgebäude in Besitz. Fotos: Klaus Klaschka   » zu den Bildern

Marktleugast - Illuster war die Riege der Ehren- und weiteren Gäste. Nicht nur wohlwollend sondern ehrlich gemeint waren die Ansprachen, familiär und offen freundschaftlich die ganze Feier zur offiziellen Inbetriebnahme des neuen Hauses der AFW Creativ Stickerei am Samstag in Marktleugast. Geschäftsführerin Birgit Rodler ließ sich stellvertretend für alle Teilhaber und Beschäftigten von jedem der Redner herzlich knuddeln. Acht Jahre und zwei Monate nach der Stunde Null des Unternehmens ist man jetzt in ein eigenes Produktionsgebäude umgezogen.

Mit dem Durchschneiden eines goldenen Bandes übergaben Architekt Harald Schramm und Innenarchitektin Silka Mitchell das Gebäude an die neuen Eigentümer. Ein "Muster für die regionale Wirtschaftsförderung" nannte Regierungsvizepräsident Thomas Engel das Unternehmen, an deren Weiterführung in eigener Regie durch die damaligen Beschäftigten "ganz genau am 15. Juli 2009" er sich, damals Leiter des Bereichs Wirtschaft und Landesentwicklung beim Bezirk, noch gut erinnerte. Ebenso wie an den "bewundernswerten unternehmerischen Mut, aber auch die Gemeinschaftsleistung", die auch Landtagsabgeordneter Martin Schöffel mit seinem Kollegen Ludwig von Lerchenfeld und Bürgermeister Franz Uome für die weiteren Bürgermeister Werner Burger, Grafengehaig, und Alfred Kolenda, Kupferberg, ansprachen.

Und Landrat Klaus Peter Söllner spezifizierte die Basis des Erfolgs der AFW. "Liebe zum Beruf, Fleiß, handwerkliches Können und Mut" seien es gewesen. Dies sei insbesondere eine Eigenschaft des Mittelstands überhaupt - und eine ganz besondere Stärke des ländlichen Raums. Launig warb er zudem offen für eine verstärkte Nachfrage nach Fahnen, wobei er den BRK-Kreisverband als positives Beispiel erwähnte. Und er war sich auch sicher, dass die Nationalmannschaft 2014 nur Weltmeister wurde, weil die vor Beginn des Endspiels ausgetauschten Wimpel von AFW Mannsflur gefertigt waren.

Bei mehreren Führungen durch das neue Betriebsgebäude nach dem kirchlichen Segen durch Pfarrerin Heidrun Hemme und Pater Adrian Manderla konnten sich die Gäste mit den spezifischen Erfordernissen einer Stickerei bekannt machen. Die Unternehmer gewährten einen umfassenden Einblick in ihren Betrieb - angefangen von der Manufaktur von Karnevalsmützen, über Entwurf bis Fertigung von großen Fahnen bis hin zur Wappen- und Emblem-Stickerei an computergesteuerten Automaten. Die Herstellung von Abzeichen, Fahnen und Wimpel ("AFW") sind die Schwerpunkte der Produktion. Dazu spezielle Mützen für den rheinischen Karneval. Für den deutschen Fußball hat AFW das Recht zur Herstellung der Wimpel für alle Ligen bis zur Nationalmannschaft.

Als Gäste begrüßte Geschäftsführerin Birgit Rodler neben den Vertretern aus der Politik und den Verwaltungen insbesondere die Beschäftigten mit ihren Familien und auch ein ganze Reihe von Kunden. Angefangen vom Global Player Adidas bis hin zur Feuerwehr Wüstenbuchau-Bechtelsreuth, deren Vorsitzender Markus Oppelt das Modell eines Taubenschlags überreichte und an die Herstellung der Feuerwehrfahne erinnerte. Deren Entstehen hatte der Verein mehrfach bei Besuchen beobachtet und sei dabei stets offen und herzlich empfangen worden. Überhaupt, so stellte auch Thomas Koller, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer von Oberfranken, fest, könne er sich an keinen Moment erinnern, an dem er Birgit Rodler nicht strahlend erlebt habe.

Für sich allein wollte Birgit Rodler den Lorbeer aber nicht verstanden wissen. Die AFW sei eine Gemeinschaftsleistung von allen Beschäftigten und den weiteren Teilhabern Christine Zapf, Doris Rau, Sonja Oelschlegel und Karola Schubert.

Für die Beschäftigten lobte Toni Uome die nun räumlich besseren Arbeitsbedingungen und auch die generell angenehme Arbeitsatmosphäre im Betrieb. Er erkannte an, dass es zur bisherigen Unternehmensentwicklung "viel Mut, aber auch ein wenig Wahnsinn" gebraucht habe - und er schloss mit der Firmendevise: "Qualität ist, wenn der Kunde wiederkommt, und nicht die Ware."

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2017
00:00 Uhr

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Klaus Kaschka

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2017
00:00 Uhr



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