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Kulmbach

Der Brandenburger Adler

Die markgräfliche Kanzlei hat nicht nur einen bemerkenswerten Erker. Auch ein Wappenstein im Mauerwerk ist historisch gesehen äußerst interessant.



Die markgräfliche Kanzlei ist ein Blickfang in der Oberen Stadt. Fotos: Erich Olbrich
Die markgräfliche Kanzlei ist ein Blickfang in der Oberen Stadt. Fotos: Erich Olbrich   » zu den Bildern

Kulmbach - Am östlichen Ende der "Oberen Stadt" in Kulmbach (Obere Stadt 33) steht die ehemalige markgräfliche Kanzlei als Abschluss der linken Häuserzeile. Im Laufe der Jahrhunderte hat das Gebäude mancherlei Umbauarbeiten erfahren und damit seine Ansicht verändert. So wurde 1823 das Kanzlei-Tor abgebrochen. Durch dieses Tor waren damals die Kanzlei und das Kastenamtsgebäude baulich gesehen miteinander verbunden.

An der Straßenseite des stattlichen ehemaligen Landratsamtsgebäudes befindet sich am Erker eine bedeutsame Inschrift. Darüber berichteten wir im Mai (siehe Entdeckertour 10). Sie gibt Auskunft über die 1562 erfolgte Erbauung desselben und nennt den Namen des Bauherrn, nämlich den Markgrafen Georg Friedrich, der hier mit all seinen Titeln aufgeführt wird.

Interessant ist hier auch der Wappenstein im Mauerwerk zur Straße hin. Dieser stellt das brandenburgische Wappen dar. Es könnte sich um jenen Stein handeln, der am abgebrochenen Kanzlei-Tor angebracht war.

Nach alten Aufzeichnungen war am Stadttor, beziehungsweise Kanzlei-Tor ein Adler der Markgrafschaft Brandenburg mit darunter gesetztem burggräflichen Wappen angebracht. Die Markgrafen waren seit 1415 Kurfürsten von Brandenburg.

Hier muss auch mit einem immer wieder auftauchenden Irrtum aufgeräumt werden: Es gibt keine Markgrafen von Kulmbach-Bayreuth, sondern nur Kurfürsten von Brandenburg und Markgrafen zu Brandenburg-Kulmbach oder Brandenburg-Ansbach. Vor 1415 waren die Hohenzollern Burggrafen von Nürnberg. Ihr Wappenschild zeigt einen roten Adler im weißen Feld. Adlerflügel bilden auch die Helmzier.

Als besonderes Kennzeichen weist der Brandenburger Adler auf den Flügeln ein goldenes Kleeblattgestänge (Fachausdruck: Kleestängel) auf. Das ist eine Metallspange, die dazu diente, dem Adlerflügel auf dem Helm einen festen Halt zu geben und den gespreizten Flügel in dieser Stellung zu fixieren. Das Gestänge endet oben mit drei runden Blättern, wodurch die Ähnlichkeit mit einem Kleeblatt hervorgerufen wird. An der Helmzier sieht man das Kleeblattgestänge deutlicher als an dem Schildadler.

Der Helm ist ein Spangenhelm, wie er im 16. Jahrhundert getragen wurde. Bei diesem ist das Gesicht des Trägers durch Metallspangen geschützt.

Über dem Helm liegt die Helmdecke, ein geschlitztes Tuch in den Wappenfarben, also hier in weiß und rot. In malerischer Anordnung umschließen die gezackten und wunderlich gekrümmten und gewundenen Enden des Tuches Helm und Schild.

Im Gegensatz zu dem Adler auf diesem Wappenschild sieht man den Brandenburger Adler am Maderschen Haus, Obere Stadt 13, mit einem kleinen Herzschild mitten auf der Adlerbrust, der das weiß und schwarz geviertelte Hohenzollern- Wappen zeigt. Es wäre schön, diesen Stein auch farbig darzustellen.

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Erich, Marcus Olbrich
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Veröffentlicht am:
22. 09. 2019
16:58 Uhr

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Erich, Marcus Olbrich

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Veröffentlicht am:
22. 09. 2019
16:58 Uhr



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