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Kulmbach

Der Wasserstreit ist zu Ende

Zwei Jahre lang gab es in Untersteinach kontroverse Debatten um die künftige Wasserversorgung. Jetzt hat der Gemeinderat einstimmig ein Konzept auf den Weg gebracht.



Am "Pressecklein" war Untersteinachs Bürgermeister Volker Schmiechen in den vergangenen beiden Jahren oft. Um den gemeindeeigenen Brunnen hatte es kontroverse Diskussionen gegeben. Jetzt wurde eine Lösung gefunden, mit der alle Parteien gut leben können. Foto: Melitta Burger
Am "Pressecklein" war Untersteinachs Bürgermeister Volker Schmiechen in den vergangenen beiden Jahren oft. Um den gemeindeeigenen Brunnen hatte es kontroverse Diskussionen gegeben. Jetzt wurde eine Lösung gefunden, mit der alle Parteien gut leben können. Foto: Melitta Burger   » zu den Bildern

Untersteinach - Es hat lang gedauert und es wurde heiß debattiert um die Frage, wie die Wasserversorgung in der Gemeinde Untersteinach künftig aussehen soll. Am Mittwoch hat Bürgermeister Volker Schmiechen dem Gemeinderat einen Vorschlag vorgelegt, der am Ende einstimmig angenommen wurde. Der Untersteinacher Ortskern, die sogenannte "Tiefzone", wird weiterhin mit dem Wasser aus dem eigenen Brunnen am "Pressecklein" versorgt. Die "Hochzone" erhält ihr Wasser von der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO). Die hat bisher auch schon Wasser nach Untersteinach zugeliefert. Das Kontingent wird jetzt noch etwas erweitert. Schmiechens Vorschlag schlägt quasi alle Fliegen mit einer Klappe: Das "Pressecklein" bleibt als wichtiger Teil der gemeindlichen Wasserversorgung erhalten. Die Kosten halten sich durch die gefundene Lösung in einem verträglichen Rahmen. Durch die zu bauende neue Versorgungsleitung zur FWO ist die Wasserversorgung auch für den Fall gesichert, dass das eigene Brunnenwasser einmal knapp werden könnte und nicht zuletzt ist mit der Variante, für die sich der Gemeinderat nun über alle Fraktionen hinweg entschlossen hat, auch das Problem der möglicherweise nicht ausreichenden Löschwasserversorgung gelöst. "Es gab durchaus auch kritische Fragen in dieser Sitzung, aber am ende waren alle froh, dass Untersteinach sein Wasser behält, die Kosten im Rahmen bleiben und wir im schlimmsten Fall auf die FWO zurückgreifen können", zieht Volker Schmiechen Bilanz.

Helmut Bergmann lobt die Lösung

Es hat viel Zwist gegeben um die Frage, wie die Wasserversorgung in Untersteinach künftig aufgestellt sein soll. Helmut Bergmann, Vorsitzender der WGU, war einer der federführenden Kämpfer um den Erhalt des Brunnens "Pressecklein". Zuletzt hatte er Unterschriften gesammelt, um eine weitere Bürgerversammlung zu diesem Thema in Untersteinach durchzusetzen.

Die Bürgerversammlung, die aufgrund der Bürgeranträge bis zum 20. Mai stattgefunden haben muss, wird es auch geben, sagte Bürgermeister Volker Schmiechen im Gespräch mit der Frankenpost . Ein genauer Termin stehe zwar noch nicht fest. Es werde aber wahrscheinlich nach dem 14. Mai sein. Für diesen Tag ist die nächste Gemeinderatssitzung in Untersteinach anberaumt. "Danach können wir die Bürger dann mit ganz aktuellen Beschlüssen umfassend informieren", erklärt Schmiechen. Sein Ziel sei es, diese Versammlung dazu zu nutzen, den Untersteinachern das neue Konzept der Wasserversorgung detailliert zu erläutern.

Die beantragte Bürgerversammlung solle auf jeden Fall noch stattfinden, sagt Helmut Bergmann. Es sei nicht daran gedacht, den Antrag zurückzuziehen. Doch auch Bergmann spricht den jetzt gefassten Beschlüssen vorab schon seine Zustimmung aus. Was am Mittwoch im Gemeinderat beschlossen wurde, entspreche zwar nicht ganz den Forderungen der Gruppe von Bürgern um Bergmann, aber: "So schlecht ist der Beschluss auch wieder nicht. Der Brunnen wird erhalten." Das sei das Hauptanliegen gewesen. "Der Brunnen wird nicht dichtgemacht. Die Bürgerversammlung wollen wir noch haben, dann ist diese Sache für mich erledigt."


Drei Varianten standen zur Auswahl: Die teuerste wäre der Brunnenausbau mit dem Bau eines neuen Hochbehälters und einer Zusatzversorgung durch die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) gewesen. Mehr als 2,2 Millionen Euro hätte die Gemeinde dafür investieren müssen. Im Wirtschaftlichkeitsvergleich über 50 Jahre hätte diese Variante mit fast 6,3 Millionen Euro am schlechtesten abgeschnitten. Diese Variante wurde im Gemeinderat ebenso einstimmig abgelehnt wie die zweite, die einen Vollanschluss an die oberfränkische Fernwasserversorgung vorgesehen hätte. Rund 720 000 Euro hätte die Gemeinde dafür investieren müssen. Die Betriebskosten hätten sich mit 93 000 Euro im Jahr als die teuerste der drei Möglichkeiten erwiesen und wäre mit rund 5,2 Millionen Euro in der Wirtschaftlichkeitsberechnung nicht viel günstiger gewesen als Variante 1.

Schmiechen sprach angesichts der Tatsache, dass der Gemeinderat am Ende zu diesem kontrovers diskutierten Thema einstimmig die nun von ihm vorgelegte Lösung verabschiedet hat, von einem Meilenstein. "Das ist die optimale Lösung für Untersteinach." Die Gemeinde könne ihre eigenes Wasser behalten und müsse durch einige geschickte technische Lösungen dennoch den Brunnen nicht für viel Geld ausbauen und einen neuen Hochbehälter errichten. Eine dieser Lösungen sind sogenannte "Ringschlüsse". Sie werden hergestellt, damit die Wasserversorgung im Ort nicht mehr wie bisher wie eine Art "Stichstraße" funktioniert. Im Fall eines Rohrbruchs kommt dann das Wasser einfach aus der anderen Richtung in die Haushalte.

Die Hochzone des Orts wird künftig durch die FWO beliefert. Dazu wird eine neue Versorgungsleitung von Hummendorf zum Melm gebaut, für die die Gemeinde auf Zuschüsse von mindestens 50 Prozent hoffen darf. Ein neuer Hochbehälter wird durch die FWO-Belieferung auch nicht gebraucht. Der bestehende Behälter kann für die Löschwasserversorgung mit genutzt werden.

Wenn dann nur noch die Tiefzone im Ort mit Wasser aus dem "Pressecklein" beliefert wird, ergeben sich auch in diesem Bereich erhebliche Einsparungen. Der Hochbehälter in der Eichbergstraße unterhalb des Spielplatzes ist höhengleich mit dem Brunnen, sagt der Bürgermeister. Das Wasser laufe ohne Pumpeneinsatz von allein dort hin. Weil kein Wasser mehr in den Behälter in den Hochgebieten gepumpt werden muss, werde das Pumpwerk in der Pestalozzistraße nicht mehr benötigt. Die Pumpe vom Brunnen zum Hochbehälter werde technisch so umgerüstet, dass sie sich automatisch nur dann zuschaltet, wenn Wasser gebraucht wird. Weil die Hochzone durch die FWO mit Trinkwasser versorgt wird, werde weniger Pumpleistung aus dem Brunnen benötigt. Dadurch könne sich die Gemeinde den teuren Ausbau des "Pressecklein" sparen.

"So behalten wir unser Wasser und stocken die FWO gleichzeitig auf. Wir wissen ja nicht, wie lange wir unseren Brunnen nutzen können. Auf jeden Fall haben wir so die Möglichkeit, ganz schnell auf die FWO umzusteigen. Auf diese Weise haben wir unsere Wasserversorgung optimiert", zeigt sich Volker Schmiechen erleichtert.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
25. 04. 2019
17:26 Uhr

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25. 04. 2019
17:26 Uhr



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