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Kulmbach

Der Winterdienst rüstet auf

Pünktlich zum ersten Schnee beginnt in den Bauhöfen der Bereitschaftsdienst. In Stadtsteinach richten die Mitarbeiter einen Appell an die Bevölkerung.



Der Fuhrpark des Stadtsteinacher Winterdienstes steht bereit. Bei Eis und Schnee rücken die Mitarbeiter mit Unimog und großem Schlepper sowie neuerdings auch mit einem Kleintraktor aus. Fotos: Stefan Linß
Der Fuhrpark des Stadtsteinacher Winterdienstes steht bereit. Bei Eis und Schnee rücken die Mitarbeiter mit Unimog und großem Schlepper sowie neuerdings auch mit einem Kleintraktor aus. Fotos: Stefan Linß   » zu den Bildern

Stadtsteinach - Mit einer abfälligen Geste hat ein Anwohner reagiert, als Matthias Witzgall am vergangenen Freitag mit dem großen Winterdienst-Traktor auf den Straßen die Salzsole ausgebracht hat. Zum zweiten Mal in dieser Saison war der Bauhof Stadtsteinach ausgerückt. Bauhofleiter Witzgall saß selbst am Steuer, nachdem der Deutsche Wetterdienst vor Blitzeis gewarnt hatte. Der rechtzeitige Einsatz erwies sich als goldrichtig, denn kurz darauf kam der Regen, der den gefrorenen Boden in eine spiegelglatte Rutschbahn verwandelt hätte. Kritik aus der Bevölkerung müssen die sieben Mitarbeiter des Bauhofs vergleichsweise häufig hinnehmen. Sie sind im Bereitschaftsschichtdienst rund um die Uhr unterwegs, um fast 50 Kilometer Straßen im gesamten Stadtgebiet frei von Eis und Schnee zu halten. Über ein bisschen mehr Verständnis für ihren schwierigen Job würden sie sich sehr freuen.

"Nicht geschimpft ist ja genug gelobt", sagt Matthias Witzgall mit einem Augenzwinkern. Der Bauhofleiter hat seinerseits Verständnis für die Anwohner. Doch wenn sie beispielsweise Autos an Einmündungen oder Engstellen parken, dann wird das Räumen und Streuen in einigen Fällen unmöglich. Es komme vor, dass der Schneepflug am frühen Morgen in Wohngebieten im Slalom um die geparkten Fahrzeuge kurven muss. Wenn ein paar Stunden später die Autos weggefahren sind, dann sehe es aus, als wäre der Winterdienstmitarbeiter betrunken gewesen, scherzt Witzgall. Doch leider sei es kein Scherz, dass sich Anwohner genau darüber dann beschweren.

"Wir sind auch nur Menschen", bittet der Bauhofleiter um Verständnis. "Wir haben gut zu tun und stoßen oft an unsere Grenzen." Er appelliert an die Bevölkerung, möglichst vorausschauend die Autos zu parken und bittet um Nachsicht. "Wir räumen sicherlich niemandem mit Absicht den Schnee in die Einfahrt." Wenn die Fahrbahn frei sein soll, müsse der Schnee irgendwo hin. "Wir können ihn nicht mitnehmen", betont Witzgall. Je gestresster die Menschen werden, desto häufiger würden solche Diskussionen geführt. Dabei sei es für Außenstehende oft schwierig, die Arbeit des Winterdienstes einzuschätzen. Der Aufwand der Mitarbeiter werde nicht weniger. In früheren Zeiten war die Bereitschaftszeit zwar länger. Damals wurden die Straßen schon im Oktober zum ersten Mal weiß und es gab Schnee bis in den März hinein. Jedoch finden heutzutage mehr Einsätze in einem kürzeren Zeitraum statt. Grund ist das mildere Klima und die häufigeren Wechsel zwischen Frost- und Tauwetter.

Um für alle Fälle gerüstet zu sein, hat die Stadt lange im Voraus das Streusalz bestellt, sagt Bürgermeister Roland Wolfrum. Sollten die Vorräte zur Neige gehen, dann wird auf Abruf beim Salzkontor in Kulmbach nachgeordert. "Wir hatten schon strenge Salzwinter", erinnert sich der Rathauschef. Diese seien aber keineswegs besonders schneereich gewesen. "Je schmuddeliger das Wetter, desto mehr muss gestreut werden." Denn Glatteis entstehe hauptsächlich dann, wenn es regnet und gleichzeitig der Boden gefroren ist.

In dieser Saison hat die Stadt Stadtsteinach aufgerüstet und zusätzlich zu dem großen Winterdienst-Traktor, der vor vier Jahren angeschafft worden ist, und zum älteren Unimog nun das erste Mal einen kleineren Traktor im Dienst. "Er ist ganz frisch angeschafft und wartet auf seine Jungfernfahrt", sagt Wolfrum. Dort, wo der Schlepper zu groß ist, soll das neue Fahrzeug den Schnee räumen. Außerdem entlastet der Kleintraktor den zwei Mann starken Handtrupp des Bauhofs, der an schwer zugänglichen Stellen zu Fuß unterwegs ist.

Der Bürgermeister gehört übrigens zu den Bürgern, die mit am längsten darauf warten müssen, dass die Straße vor dem Wohnhaus frei ist. Das liegt daran, dass die Stadt den Winterdienst im Bereich Zaubach in die Hände eines privaten Dienstleisters gegeben hat. Dieser räumt zuerst im Oberland die Straßen. Denn dort herrsche echter Winter, sagt Wolfrum. Danach sind die Straßen unten im Tal an der Reihe.

Die topographische Lage ist für den Winterdienst eine Herausforderung, bestätigt Bauhofleiter Witzgall. Er ist für alle städtischen Straßen und auch für die Verbindungen zum Bergfeld zuständig. In einer Prioritätenliste sind alle neuralgischen Punkte aufgeführt. Beispielsweise müssen die Zufahrten zum Seniorenheim für Notfälle zuerst geräumt werden. Der Einsatzplan sieht außerdem vor, dass von 6.30 Uhr an die Straßen zur Schule frei sein sollen.

Für alle Einsätze ist eine genaue Dokumentation vorgeschrieben. Und nach der Rückkehr auf das Bauhofgelände in der Industriestraße ist noch immer nicht Feierabend. Das Fahrzeug wird gewaschen, gepflegt und gewartet. Während manche von der stillen Zeit reden, hat für die Bauhöfe in der Region die arbeitsintensivste Zeit des Jahres mit den meisten Überstunden begonnen.

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Stefan Linß
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Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
16:34 Uhr

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Stefan Linß

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Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
16:34 Uhr



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