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Kulmbach

Der erste Schritt zum Bürgerzentrum

Das Haus Marktplatz 12 in Wirsberg wird nächste Woche Geschichte sein. Dann beginnen die Sanierungsarbeiten am Nachbarhaus und ein Saal als Anbau entsteht.



Hier wird für insgesamt rund 4,5 Millionen Euro das Wirsberger Bürgerzentrum entstehen. Am Donnerstag wurde mit dem Abbruch des leer stehenden Bürgerhauses begonnen. Foto: Werner Reißaus
Hier wird für insgesamt rund 4,5 Millionen Euro das Wirsberger Bürgerzentrum entstehen. Am Donnerstag wurde mit dem Abbruch des leer stehenden Bürgerhauses begonnen. Foto: Werner Reißaus   » zu den Bildern

Wirsberg - Am Wirsberger Bürgerhaus Marktplatz 12 tut sich etwas. Bauarbeiter haben am Donnerstag mit den Abbrucharbeiten begonnen. Mitarbeiter des Abbruchunternehmens Fickenscher aus Sparneck sind dabei, zunächst den Dachstuhl abzutragen, bevor am Rosenmontag ein Bagger anrückt und das frühere Bürgerhaus der Abrissbirne zum Opfer fallen wird. Wie bereits berichtet, wird ein Teil der neu entstehenden Freifläche für die bauliche Erweiterung des Sanierungsobjekts Marktplatz 10 mit Bürgersaal genutzt werden. Die verbleibende Freifläche wird den Kirchenvorplatz vergrößern und einen ungehinderten Blick auf die Front der mächtigen Markgrafenkirche St. Johannis ermöglichen. Für dieses Jahr sind für Kosten von rund einer Million Euro der Gebäudeabbruch und der Rohbau für den Anbau zum Bürgersaal geplant.

Hier gibt's die Chroniken

Die vier Bände der Häuser- und Familiengeschichte des Heimatforschers Karl Hahn gibt es, ebenso wie die Wirsberger Ortschronik, die Schulgeschichte und das Flurnamenbuch, in der Gemeindeverwaltung zu kaufen: Häuser- und Familienchronik: 23 Euro. (über die Anwesen in der Gemeinde Wirsberg). Wirsberger Ortschronik: 15,50 Euro. (Die Heimatgeschichte der Gemeinde). Schulgeschichte Wirsberg und Neuenmarkt: 22 Euro. (von 1564 bis 2004). Flurnamenbuch Wirsberg-Neufang: 10 Euro. (Flurnamen in Wirsberg und in den Bergdörfern).


"Altes vergeht, Neues entsteht! Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird die Pracht unserer mächtigen Markgrafenkirche St. Johannis mit einem neuen Kirchplatz auf das gesamte Denkmalensemble unseres Marktplatzes ausstrahlen", stellte Bürgermeister Hermann Anselstetter fest. Auf dem frei gewordenen Platz werde zur Hälfte ein Neubau entstehen. Dieser moderne Anbau wird in Verbindung mit dem umgebauten und sanierten Bürgerhaus Marktplatz 10 das neue Bürgerzentrum bilden.

Wie Anselstetter zu verstehen gab, hat die Marktgemeinde in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege, dem Landratsamt Kulmbach, der Regierung von Oberfranken und dem Architekturbüro Drenske entschieden, für das unter Denkmalschutz stehende Gebäude einen Abbruchantrag zu stellen. Eine Studie hatte ergeben, dass dieses Wohnhaus keinerlei schutzwürdige Elemente mehr enthält, weshalb das Landratsamt diesem Antrag auch stattgeben und genehmigen.

Natürlich ist auch die evangelische Kirchengemeinde der politischen Gemeinde sehr dankbar, dass mit dem Abriss des Bürgerhauses ein barrierefreier Zugang zur Johanniskirche entsteht. Pfarrer Peter Brünnhäußer: "Wir sind sehr dankbar, dass jetzt der Abbruch des Hauses Marktplatz 12 geschieht, denn dadurch gewinnt unsere Kirchengemeinde auch sehr viel, nämlich der Blick vom Marktplatz zur Kirche wird freier und es wird heller werden."

Es entstehe ja dann als Anbau an das Anwesen Marktplatz 10 auch eine neue Toilettenanlage, wovon auch die Kirchenbesucher profitieren. Vor allem aber werde ein behindertengerechter Zugang zur Kirche geschaffen. Der Geistliche: "Das ist auch ein großer Gewinn für unsere Kirchengemeinde und eine Erleichterung für die Rollstuhlfahrer und Benutzer von Rollatoren sowie für behinderte Menschen."

Ein Blick in die Hausgeschichte des einstigen, stolzen Bürgerhauses zeigt, dass die erstmalige, urkundliche Erwähnung auf das Jahr 1533 zurückgeht. Auf dem Anwesen ruhten früher sogar eine Brau- und Schankgerechtigkeit, ein Branntweinbrennrecht und ein Backfeuerrecht.

1645 war der Besitz wie folgt beschrieben: "Ein Hauß im Marckh, mit Stadel und Hofstatt bey der Kirchen, Veldtern im Hegnich, vor der Lauben und auf der Leyten. Wießen in der Au und vor der Lauben. 1 Kuehe, 1 Rindlein." In dem "Haus nechst der Kirchen und dem Wirtshaus gelegen", sind folgende Familiennamen verzeichnet: Schmaus, Bierzapf, Hahn, Gehla, Mörling, Seuß, Knopf, Denzler, Häckel, Hörath und Köhler. Und in dem Haus sowie auf dem Grundbesitz wurden folgende Berufe ausgeübt: Schuster, Schneider, Brauer, Bäcker, Färber, Schwarz- und Schönfärber, Metzger, Ökonom, Landwirt, Schuhmacher und Einzelhandelskaufleute. In fast allen Generationen hatten die Handwerker die Meisterprüfung.

Aus der Häuser- und Familienchronik von Karl Hahn, Band 1, die von Bürgermeister Hermann Anselstetter zusammengefasst wurde, geht hervor, dass im Laufe der Jahrhunderte all die Besitzer das Bürgerrecht erwarben. Dieses wurde vom Marktgemeinderat zum Beispiel gegen ein

Entgelt oder die Spende eines ledernen Feuereimers verliehen. Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs wurden in dem Bürgerhaus folgende Geschäfte betrieben: eine Schuhmacherei mit Laden, eine Bäckerei mit Ladenverkauf, eine Filiale der Konsumgenossenschaft Bayreuth und ein Geschäft von Walha Glas, Himmelkron. Die Landwirtschaft wurde 1950 aufgegeben.

Der Markt Wirsberg hat das Bürgerhaus im Jahre 2012 von der Familie Bertram Köhler, Neuburg/Donau, ursprünglich dafür erworben, um es zusammen mit dem Bürgerhaus Marktplatz 10 zum ersten deutschen Hochzeitsmuseum auszubauen.

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Werner Reißaus
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Veröffentlicht am:
09. 02. 2018
17:33 Uhr

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Werner Reißaus

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Veröffentlicht am:
09. 02. 2018
17:33 Uhr



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