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Kulmbach

Die DLRG sucht eine Bleibe

Die Kulmbacher Wasserretter haben kein Vereinsheim. Jetzt stellt die Bereitstellung eines neuen Rettungsfahrzeuges die Ehrenamtlichen vor ein großes Problem.



Wenn die Kulmbacher DLRG eine Veranstaltung macht, gilt es, Kisten zu tragen. Die Ausrüstung ist verteilt bei Mitgliedern untergebracht. Der Verein hat keine eigenen Räume. Foto: Gabriele Fölsche
Wenn die Kulmbacher DLRG eine Veranstaltung macht, gilt es, Kisten zu tragen. Die Ausrüstung ist verteilt bei Mitgliedern untergebracht. Der Verein hat keine eigenen Räume. Foto: Gabriele Fölsche  

Kulmbach - Der DLRG-Ortsverband Kulmbach wird in den kommenden Monaten ein neues Rettungsfahrzeug bekommen, denn das alte ist 22 Jahre alt und hat jetzt ausgedient. Doch der Freistaat Bayern, der es finanziert, hat eine Vorgabe: Das Einsatzfahrzeug muss unter Dach und Fach stehen. Und daran fehlt es den Aktiven der Rettungsgesellschaft - und das im Prinzip seit Jahren. Die Mitglieder der DLRG und deren Ausrüstung haben ein regelrechtes Vagabundenleben. Deshalb ist die DLRG auf der Suche nach einer dauerhaften, bezahlbaren Unterbringung: "Wir hatten zwar immer wieder Unterstellplätze, das aber meist nur für die Dauer von ein bis zwei Jahren, dann wurde uns wieder wegen Eigenbedarf gekündigt", erzählt Vorsitzender Marco Dörfler.

Derzeit steht der Bus der schnellen Einsatzgruppe auf dem Gelände des Kulmbacher Baubetriebshofes, das weitere Fahrzeug vor der Garage des Vorsitzenden. Ausrüstung und Unterlagen sind bei mehreren Mitgliedern verteilt. Bei Marco Dörfler selbst stehen Kisten mit Masken, an denen Kursteilnehmer die Wiederbelebung im Rahmen der Erste-Hilfe-Kurse erlernen können. Sein Schrank ist voll mit T-Shirts für Mitglieder und sein Wohnzimmer das Büro des Kulmbacher Vereins. Der 43-Jährige öffnet das Sideboard und zeigt auf zahlreiche Ordner. "Eigentlich stehen mir privat nur das Sofa und mein Fernseher zur Verfügung", sagt er. Lustig ist die Situation wirklich nicht.

Wenn der Verein Erste-Hilfe- oder Sanitätskurse gibt, braucht es vorab zusätzliche ein bis zwei Stunden, bis das Equipment eingesammelt ist. Zeit, die die Ehrenamtlichen sinnvoller einsetzen könnten. "Freilich haben wir uns schon nach Unterstellplätzen umgesehen, doch 600 Euro oder mehr kann sich unser Verein nicht leisten", erläutert Marco Dörfler. Denn das Problem ist: "Unsere Fahrzeuge sind um die 2,80 Meter hoch, so das sie in keine Standardgarage passen", informiert der 43-Jährige.

Ideal wäre eine Unterbringung im Stadtgebiet Kulmbach: Diese muss Tag und Nacht zugänglich und frei sein, denn die Einsatzgruppe muss innerhalb weniger Minuten abfahren können. "Zudem bräuchten wir einen Stromanschluss für die Heizlüfter, die die Fahrzeuge frostfrei halten. "Toll wäre natürlich, wenn wir ein Gratisangebot bekommen und sich ein Raum anschließen würde, in denen wir Schulungen und Weiterbildungen abhalten und zudem unsere Ausrüstungs- und Schulungsgegenstände lagern könnten", sagt Marco Dörfler. Und weiter: "Bisher sind wir für Treffen oder Kurse jeglicher Art im JUZ oder in Gaststätten. Es wäre einfacher und besser, einen festen Anlaufpunkt zu haben." Nicht zuletzt auch deswegen, weil sich die Jugendlichen, die derzeit bei der DLRG im Sanitätsdienst ausgebildet werden, noch mehr mit ihrer Organisation identifizieren könnten.

Leider ist auch bei der DLRG, wie bei vielen gemeinnützigen Vereinen, das Geld knapp: "Wir finanzieren uns über Mitgliedsbeiträge, Sanitätsdienste, Erste-Hilfe-Kurse und Spenden sowie der Aufsicht im Hallenbad, Freibad und der Kieswäsch," für die der Verein einen Obolus der Stadt Kulmbach erhält. "Wir müssen gut haushalten", sagt der Vorsitzende. "Was eigenes zu bauen wäre für uns nicht machbar."

Bis zu zehn Mal im Jahr rückt die Gruppe zur Wasserrettung aus. An die 20 Mal übernehmen die Aktiven den Sanitätsdienst während Veranstaltungen. Zudem tragen sie zur Überwachung der Bäder und dem Oberauhof bei. Rund 50 Kinder zwischen sechs bis 14 Jahren nehmen regelmäßig am Schwimmtraining teil. Dazu kommen die Kurse - und das alles im Ehrenamt. Zudem werden derzeit rund 15 Jugendliche vorbereitet, als spätere Einsatzkräfte ihren Mitmenschen in Not zu helfen.

Zwar freut sich die DLRG nun auf ihr neues Fahrzeug, das in den nächsten Monaten ausgeliefert wird. Gleichzeitig aber ist die Not groß, denn es gilt dringend eine große Garage zu finden, um den gesetzlichen Vorgaben entsprechen zu können.

Marco Dörfler ist unter dem Festnetzanschluss 09221/8275273 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail, marco.doerfler@kulmbach.dlrg.de, zu erreichen.

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
22. 01. 2020
17:00 Uhr

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Autor

Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
22. 01. 2020
17:00 Uhr



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