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Kulmbach

Die Mütter werden immer älter

Inzwischen sind auch im Kreis Kulmbach die meisten Gebärdenden älter als 30 Jahre. 22 Kinder hatten sogar eine Mutter "Ü40".



Kulmbach - Mama U20? Kommt im realen Leben inzwischen seltener vor als im Fernsehen, wo die Teenie-Mütter boomen: Nur 12 der insgesamt 527 Babys, die 2017 im Kreis Kulmbach geboren wurden, haben eine Mutter, die bei der Geburt jünger war als 20 Jahre. Das sind 2,3 Prozent der insgesamt in diesem Jahr zur Welt gekommenen Babys. Last-Minute-Mutter kam dagegen öfter vor: 22 oder 4,2 Prozent der Neugeborenen haben eine Mutter, die bei der Geburt älter als 40 war. (Die Zahlen des Vorjahres: Teenie-Mütter 10, Ü40-Mütter: 20). Verglichen mit dem Vorjahr ist die Zahl der Geburten insgesamt im Kreis Kulmbach gestiegen. Da waren es 517 Neugeborene. Die Geburtenzahl im Landkreis Kulmbach steigt erfreulicherweise weiter.

Die mittlere Altersklasse liegt deutlich vorn: Die meisten Neugeborenen im Kreis Kulmbach- wie auch in ganz Bayern - hatten vergangenes Jahr eine 30- bis 35-jährige Mutter. Insgesamt war das im Kreis Kulmbach 176-mal der Fall (33,4 Prozent). Die Bayernquote liegt bei 37,2 Prozent. Das ist eine deutliche Veränderung in Richtung spätere Mutterschaft in den vergangenen Jahrzehnten. 1995 zum Beispiel waren die meisten Mütter jünger, lag die mütterliche Mehrheit in Bayern bei 37,3 Prozent der Babys bei den 25- bis 30-Jährigen Müttern und die Frauen zwischen 30 und 35 hatten 33,8 Prozent der Neugeborenen.

Im Kreis Kulmbach hatten im Jahr 1995 noch 43,2 Prozent der Neugeborenen eine Mutter zwischen 25 und 30 (332 Babys). 2017 lag die Quote in dieser Altersklasse dagegen nur noch bei 29,6 Prozent (156 Babys).

Die weitere Verteilung in den verbleibenden Altersklassen sah so aus: 55 Kinder hatten bei der Geburt Mütter unter 25 Jahre (10,4 Prozent), darunter 12 jünger als 20 Jahre. 118 Neugeborene hatten Mütter in der Altersklasse zwischen 35 und 40 Jahren (22,4 Prozent) und bei 22 Kindern war die frischgebackene Mama über 40.

Die letztgenannten Frauen ab 35 Jahren plus X werden im Statistikjargon als "Späte Mutter" oder auch "Spätgebärende" bezeichnet. Das dürfte wohl eine kleine Reminiszenz an die Zeiten sein, als Mutterschaft noch recht unausweichlich war. Der Trend zur späteren Mutterschaft geht seit Jahren mit den Veränderungen in der Lebensplanung junger Frauen einher, die ungewollte Schwangerschaft ja nur noch in Ausnahmesituationen kennt.

Dazu kommt, dass immer mehr Frauen studieren. Dass das Bildungsniveau eine Rolle spielt, zeigt die Tatsache, dass ein hoher Akademikerinnenanteil unter den Erwerbstätigen mit einem höheren Anteil älterer Mütter einhergeht. Rein medizinisch ist die späte Mutterschaft inzwischen kaum mehr ein Problem. Frauenärzte bescheinigen den 'Risikoschwangeren' (noch ein Begriff für alle Schwangeren im Alter von mehr als 35 Jahren) sogar, besonders sorgsame Schwangere zu sein, denn sie halten die Kontrolltermine ein, essen gesund, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol und meiden Stress. Unter Umständen sind sie, wie Fachleute sagen, gelassener als junge Mütter, weil sie mehr Lebenserfahrung haben, ihre Partnerschaft gefestigt ist und die Karriere läuft beziehungsweise der Arbeitsplatz ist abgesichert.

Bei den Kitaplätzen und der Lehrerversorgung ist das allerdings nicht so sicher, wie die Gebärendengeneration der letzten sechs Jahre gerade lernt.

Kleiner Tipp an die Politik vom Gemeinderat bis zum Bundestagsabgeordneten: Wenn 2017 im Kreis Kulmbach 527 Kinder geboren wurden, ist die Chance groß, dass diese demnächst einen Kitaplatz und 2023 einen Platz in der Schule brauchen und da die Geburtenzahl 2001 bei 680 lag, werden zwar zusätzliche Plätze frei, aber es ist trotzdem beizeiten zu klären, ob die reichen.

Das ist natürlich nur ein Daumenpeilwert, weil das Thema tatsächlich komplexer ist. Dennoch ist es besser, als sich am Ende zu wundern, woher denn auf einmal die ganzen Kinderlein kommen.

Autor

Teja Banzhaf
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
21:30 Uhr

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Teja Banzhaf

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Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
21:30 Uhr



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