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Kulmbach

Die Parteien halten sich noch bedeckt

In Wirsberg und Neuenmarkt ist je ein Bewerber um den Chefsessel im Rathaus bekannt. Doch hinter den Kulissen tut sich viel. Sogar ein Wechsel von SPD zu CSU bahnt sich an.



Es könnte gut sein, dass es zur Kommunalwahl in Neuenmarkt mit Horst Schirmer für die Neuenmarkter Gemeinschaft und Alexander Wunderlich für die CSU nur zwei Bürgermeisterkandidaten gibt. Foto: Archiv
Es könnte gut sein, dass es zur Kommunalwahl in Neuenmarkt mit Horst Schirmer für die Neuenmarkter Gemeinschaft und Alexander Wunderlich für die CSU nur zwei Bürgermeisterkandidaten gibt. Foto: Archiv  

Neuenmarkt/Wirsberg - Es sind noch rund sechs Monate, bis in Bayern die Kommunalwahlen anstehen. Doch längst wird in allen Gemeinden und politischen Vereinigungen mit Hochtouren an der Erstellung von möglichen Listen für die Gemeindeparlamente und natürlich auch an er Präsentation von Bürgermeisterkandidaten gearbeitet. Das meiste davon läuft derzeit aber noch hinter verschlossenen Türen ab. In Wirsberg und Neuenmarkt steht derzeit jeweils ein Bewerber fest: Für die Neuenmarkter Gemeinschaft wird Horst Schirmer antreten. Bürgermeister Siegfried Decker, der seit rund drei Jahrzehnten an der Spitze der Gemeinde steht und 2014 von der Gemeinschaft nominiert worden war, kandidiert nicht mehr. In Wirsberg hält sich Hermann Anselstetter (SPD), der seit 1978 die Geschicke der Gemeinde leitet, über eine erneute Kandidatur noch bedeckt. Dafür hat von den Freien Wählern Jochen Trier bereits den Hut in den Ring geworfen. Mit Spannung werden nun die Entscheidungen der anderen Parteien und Gruppierungen erwartet.

 

Neuenmarkt

Sicher ist in Neuenmarkt: Siegfried Decker wird nicht mehr antreten. Sicher ist auch: Mit Horst Schirmer hat die Neuenmarkter Gemeinschaft einen neuen Kandidaten ums Spitzenamt benannt. Doch es gibt noch zahlreiche Unbekannte. Will es Alexander Wunderlich (CSU/Wählergemeinschaft), derzeit zweiter Bürgermeister, noch einmal wissen? Bestätigen will das der Geschäftsführer des VdK in Kulmbach nicht. Er verweist auf eine Sitzung der Neuenmarkter CSU am Donnerstag und darauf, dass die Entscheidung noch ausstehe. Er sagt aber auch: "Die Arbeit des zweiten Bürgermeisters macht mir viel Spaß." Eine erneute Kandidatur Wunderlichs wird in Neuenmarkt allgemein erwartet. Auch wenn er es jetzt noch nicht ausspricht: Er wird wohl nächsten März antreten.

Dafür hat er, und das ist eine echte Überraschung, in Patricia Lerner eine erklärte Unterstützerin. Sie war 2014 für die SPD gegen Wunderlich angetreten und hatte sogar mehr Stimmen bekommen als er. Doch jetzt bahnt sich ein Wechsel an. Sie werde aus beruflichen Gründen nicht noch einmal als Bürgermeisterkandidatin auftreten, sagte Patricia Lerner am Montag gegenüber der Frankenpost . Auch auf der SPD-Liste werde sie nicht für den Gemeinderat kandidieren. "Das ist Fakt." Doch wie es scheint, könnte Lerner auf der CSU-Liste auftauchen. Das wollte sie zwar noch nicht ausdrücklich bestätigen, räumte aber die Möglichkeit ein. Sie sagte, sie werde Alexander Wunderlich unterstützen. Mit der SPD habe sie darüber gesprochen, dass die Partei sich hinter Wunderlich stellt. Das sei nicht so gut angekommen. Für sie selbst jedoch sei die Sache klar: "Alexander Wunderlich ist menschlich und faktisch toll. Durch seine Tätigkeit beim VdK ist er sehr bekannt und hat ein großes Netzwerk. Er wäre der richtige Mann, um unsere Gemeinde voranzubringen." Alexander Wunderlich will sich zu diesem Thema auch noch nicht festlegen. Er bestätigt aber, dass es Gespräche mit Patricia Lerner gebe. "Wenn eine solche Frau sich uns anschließen würde, wäre ich hoch erfreut. Ich halte sie für hoch kompetent und sympathisch."

Und was sagt die SPD zu dieser Entwicklung? Von einem geplanten Wechsel Patricia Lerners zur CSU wisse er nichts, erklärt Gemeinderat Alfred Faßold. Streit habe es mit ihr jedenfalls nicht gegeben. Patricia Lerner sei mehrfach gefragt worden, ob sie noch einmal antreten will, habe das aber verneint. Die SPD habe derzeit niemanden, der als Bürgermeisterkandidat für sie antreten will. Gespräche mit einer jungen Kandidatin habe es gegeben. Das habe sich aber zerschlagen. Wenn es gar keine andere Lösung gibt, hält Alfred Faßold es für möglich, einen anderen Kandidaten zu unterstützen. Das, sagte er, sei eine überlegenswerte Geschichte. Was Faßold jetzt schon sicher dazu weiß: "Horst Schirmer können wir ausschließen."

Diese Tendenzen scheint es auch bei den Freien Wählern in Neuenmarkt zu geben. "Wir sind noch auf der Suche nach einem Kandidaten, aber ich fürchte, wir werden keinen finden." Martin Kaiser werde sich nicht noch einmal bewerben. Das sei beruflich bei ihm nicht drin, sagt Gemeinderat Horst Zahner. Am 10. Oktober sei ein Treffen der Freien Wähler geplant. Da werde sich entscheiden, ob es einen eigenen Kandidaten gibt oder Unterstützung für einen Bewerber einer anderen Partei. Den Namen von Alexander Wunderlich nennt Zahner dabei zwar nicht. Zwischen den Zeilen ist aber durchaus zu lesen, dass Zahner diese Möglichkeit durchaus nicht zurückweist.

 

Wirsberg

In Wirsberg wird allgemein damit gerechnet, dass Hermann Anselstetter es doch noch einmal wissen will. Bestätigt wird das von dem seit 41 Jahren amtierenden Oberhaupt des Marktes Wirsberg aber nicht: "Dazu sage ich kein Wort", antwortete Anselstetter auf die Frage der Frankenpost . Der Ortsverein der SPD werde das Thema im Oktober behandeln. Ortsvereinsvorsitzender Gottfried Luthardt werde es rechtzeitig bekanntgeben.

Bereits positioniert haben sich die Wirsberger Freien Wähler. Der 48-jährige Jochen Trier, Hauptkommissar der Polizeiinspektion Bayreuth, will Anselstetters Nachfolge antreten. Seit 2009 sitzt der Freie Wähler bereits im Gemeinderat. Sollte er gewinnen, wolle er seine Arbeitszeit hälftig aufteilen, hat er bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur im Sommer angekündigt.

Am Rennen um den Chefsessel in Wirsberg wird sich, das hat Ortsverbandsvorsitzender Roland Burghofer am Montag bestätigt, die CSU nicht beteiligen. In gut einer Woche soll zwar die Gemeinderatsliste der Christsozialen stehen. Doch schon jetzt sei klar: "Von uns wird kein Bürgermeisterkandidat kommen", machte Roland Burghofer deutlich.

Wenn Anselstetter nochmals kandidieren sollte, käme es in Wirsberg erneut zu einer Entscheidung zwischen SPD und Freien Wählern. Die hatten 2014 Thomas Steinlein ins Rennen geschickt, der dem Amtsinhaber mit 48,71 zu 51,29 Prozent nur knapp unterlegen war.

Autor

Melitta Burger
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
17:40 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
07. 10. 2019
17:40 Uhr



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