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Kulmbach

Die Plassenburg als Publikumsmagnet

Die "Freunde der Plassenburg" landen mit ihrem neuen Film über die alte Zollernfestung einen Volltreffer. Zur Kinopremiere platzt das Kulmbacher Cineplex aus allen Nähten.



Vorsitzender Peter Weith (links im Bild) dankte bei der Premiere stellvertretend für alle Mitwirkenden Autorin Andrea Senf, Kamera- und Technik-Allrounder Alexander Muck sowie dem Filmmusikkomponisten Stefan Schnabel (von rechts). Foto: Gerd Emich
Vorsitzender Peter Weith (links im Bild) dankte bei der Premiere stellvertretend für alle Mitwirkenden Autorin Andrea Senf, Kamera- und Technik-Allrounder Alexander Muck sowie dem Filmmusikkomponisten Stefan Schnabel (von rechts). Foto: Gerd Emich   Foto: Henning Rosenbusch

Kulmbach - Enttäuscht wurden bei der sonntäglichen Matinee sicher allenfalls einige wenige Besucher, vielleicht die Journalistenkollegen von überregionalen Blättern. Nein, Karl-Theodor zu Guttenberg, der dem neuen Film über die Plassenburg seine Stimme lieh, kam nicht persönlich zur Premiere, wie es der "Buschfunk" über Kulmbach hinaus verbreitet hatte.

Die Plassenburg-DVD

Die DVD mit dem zirka 15-minütigen Film ist zum Preis von 7,50 Euro ab heute in der Geschäftsstelle der Freunde der Plassenburg in Kulmbach, Rosenkrantzstraße 28-30, erhältlich. Produzent ist Vereinsvorsitzender Peter Weith, das Drehbuch hat Andrea Senf geschrieben. Kamera, Schnitt und Regie lagen in der Hand von Alexander Muck, für Musik und Ton war Stefan Schnabel verantwortlich. Sprecher des Off-Textes ist Karl-Theodor zu Guttenberg, die Gestaltung hatte Petra Schmidt . Den historischen Background steuerten der stellvertretende Vereinsvorsitzende Holger Peilnsteiner und Plassenburg-Kastellan Harald Stark bei.


Für die mehr als 400 Gäste im bis auf den letzten Stuhl besetzten Cineplex dürfte dies allerdings keine große Rolle gespielt haben. Bereits eine Stunde vor Beginn der Matinee wollten sich nicht wenige von ihnen bereits die besten Plätze sichern. Zwischen Kirchgang und Mittagsmahl war das bei Eiseskälte eine gute Wahl. Mit ihrem Menü "Plassenburg und mehr" haben die Veranstalter schmackhafte und leicht verdauliche Kost serviert.

Mehr als drei Jahre Arbeit stecken in dem Projekt eines bisher einzigartigen Films über Kulmbachs Wahrzeichen, betonte Peter Weith, der Vorsitzende des Vereins "Freunde der Plassenburg" in seiner Begrüßung. "Die Idee hat sich sehr dynamisch entwickelt", erläuterte Weith. "Und sie hatte nur ein Ziel: die Plassenburg aus neuer Perspektive zu zeigen." Sein Rat an alle Gäste: "Naufgehen - anschauen."

Dieser Empfehlung schloss sich auch der prominente Sprecher des Filmtextes, Karl-Theodor zu Guttenberg, in seinen Worten zum Abschluss des zirka 15-minütigen Streifzuges rund um die Burg und ihre Geschichte an. Wohltuend "nicht-schulmeisterlich" ließ er die Historie der alten Festung lebendig werden.

Fehlen durften dabei natürlich auch nicht die Sagen und Geschichten vom Konraditag, dem "Reiter ohne Kopf" im Buchwald und der "Weißen Frau". Ausführlich zu Ehren kam auch der sowohl kriegslüsterne als auch trinkfeste Markgraf Albrecht Alcibiades. Letzteres - so der Filmkommentar - habe er ja mit vielen Kulmbachern gemein.

"Bilder sprechen mehr als Worte!" Diese eigentlich aus der Werbebranche stammende Metapher gilt - ohne damit die Leistungen von Autorin Andrea Senf zu schmälern - uneingeschränkt auch für den Plassenburg-Film. Die neuen Perspektiven entdeckt und eindrucksvoll in Szene gesetzt hat Alexander Muck.

Der 45-jährige Lanzendorfer setzt dabei vor allem auf spektakuläre Luftaufnahmen, die in zweijähriger Arbeit entstanden sind. Erstmals hatte der Hausherr der Plassenburg, die bayerische Schlösserverwaltung, dafür den Einsatz einer Flugdrohne gestattet. Beeindruckende Panoramen werden dabei sichtbar, aber auch Blicke auf Details der Festung, die dem normalen Betrachter verborgen bleiben. Klassische Kamerafahrten und -schwenks fügen sich in ein harmonisches Gesamtbild.

Mehr als nur den "Rahmen" für das Werk über die Plassenburg bot bei der gestrigen Matinee auch das Vorprogramm. Aus seinem Privatarchiv hatte der stellvertretende Vorsitzende der Plassenburgfreunde, Holger Peilnsteiner, Fotoaufnahmen und Reproduktionen von Gemälden für eine Präsentation zur Verfügung gestellt.

In die Zeit, "als die Bilder laufen lernten", entführte darüber hinaus ein Schwarz-Weiß-Streifen aus dem Kulmbacher Stadtarchiv. Der Film wurde im Jahr 1929 produziert, ein Jahr nach der Vereinsgründung, dessen 90. Wiederkehr die "Freunde der Plassenburg" heuer feiern. Die historischen Aufnahmen zeigen ein großes Kulturfest auf der Plassenburg, zu dem Bürgermeister Hans Hacker viel Prominenz aus ganz Franken und Bayern begrüßen konnte. In für die damalige Zeit typischer Stummfilmmanier mit belehrenden Schrifttafeln und Musikbegleitung sind sie heute beste Leinwandunterhaltung.

Obwohl sicher nur wenige Kinogäste vom Sonntag dieses Jahrzehnt noch miterlebt haben, bleibt der "Déjà-vu"-Effekt dennoch nicht aus. Schön zu sehen, dass der historische Streifzug durch Kulmbach sich im Film gar nicht so sehr vom Spaziergang im 21. Jahrhundert unterscheidet. Sieht man einmal von ein paar Trampelpfaden ab, über deren Asphalt heute locker ein Lkw rollen kann. Frische Perspektiven, um Altes wiederzuentdecken: Der neue Film über die Plassenburg könnte in diesem Sinne auch für andere Entwicklungen Modell sein.

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Gerd Emich

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Veröffentlicht am:
19. 03. 2018
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19. 03. 2018
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