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Kulmbach

Die "Schräte", locker wie eh und je

Sie sind einfach Kult: Die Musiker der Gruppe Waldschrat begeistern zwei Tage hintereinander auf der Naturbühne Trebgast.



Die Kultband "Waldschrat" begeisterte bei zwei Vorstellungen vor vollem Haus auf der Naturbühne Trebgast.	Foto: Rainer Unger
Die Kultband "Waldschrat" begeisterte bei zwei Vorstellungen vor vollem Haus auf der Naturbühne Trebgast. Foto: Rainer Unger  

Trebgast - Diese Musikgruppe versteht es, die Massen zu begeistern - obwohl es sie offiziell schon längst gar nicht mehr gibt, denn "eigentlich" löste sie sich 2003 auf. Seit damals spielt sie nur noch zu besonderen Anlässen. Die Kultband Waldschrat sorgte am Sonntag- und auch am Montagabend vor jeweils ausverkauftem Haus auf der Naturbühne mit ihrem "40 Jahre Schräte"-Jubiläumsprogramm für Begeisterungsstürme. Und das jeweils knappe drei Stunden lang - die Pause bereits abgezogen.

"Als am 1. Oktober vergangenen Jahres der Kartenvorverkauf für das Konzert am Sonntag begann, hat es keine drei Wochen gedauert und es war ausverkauft", erinnert sich Dr. Gerd Kammerer, der bei der Naturbühne für die Gastspiele mit verantwortlich ist. Weil aber die Nachfrage nicht nachgelassen habe, habe er die "Schräte" gefragt, ob sie am Montag ein weiteres Konzert geben würden. "Locker, wie sie drauf sind, haben sie gesagt, ja freilich", erzählt er. Anfang des Jahres startete ein zweiter Kartenvorverkauf und erneut gab es binnen kurzer Zeit keine Karten mehr. Aber Dr. Gerd Kammerer verspricht eines: "Ich versuche, sie im nächsten Jahr nochmals hierher zu bekommen!" Die Fans, die keine Karten bekamen, wird es freuen, die anderen erlebten am Sonntag und Montag jeweils ein Highlight.

"Scheiß Alter", war das erste, was die Besucher am Sonntag von Harry Tröger zu hören bekamen, als er sich auf die Bühne "schleppte." Der Lead-Sänger und Schlagzeuger zeichnet für 99,9 Prozent aller Texte und Arrangements der Band verantwortlich, erzählte einer seiner Kollegen im Laufe des Abends. Doch die eingefleischten Fans wissen das natürlich. Die anderen, und da waren doch einige auch sehr junge Besucher dabei, die Waldschrat noch nie live gesehen hatten, waren vom charismatischen Auftritt des Spiritus Rector und seiner Bandkollegen Christof "Grisdoff" Lemberg (Gitarre), Michael "Männla" Sommermann (Kontrabass), Jan "Jansen" Reinelt (Piano) und Uli Saalfrank (Gitarre), der für den erkrankten Roland "Schieffi" Bergold eingesprungen war, in kürzester Zeit in den Bann gezogen. Harry Tröger erinnerte an das Jahr 1979, als sich einige gleichgesinnte Zivildienstleistende zusammenfanden und in einem "Glaswollnloacher" probten. "Feinstaub war damals noch nicht erfunden, die Spätfolgen sieht man hier", ergänzte er.

Augenblicklich forderten die "Schräte" Bier, "sonsd spield die Kabelln schlechd", und Dr. Gerd und Dr. Christine Kammerer mussten eine Runde Bier auf die Bühne bringen - nicht das einzige Mal an dem Abend. Gleich beim Lied "Worzlbäschdn" über den Sinn und Nutzen von Zahnbürsten, Klobürsten und sonstigen und dem zweideutigen "Bäschdn is des anzicha wos hilfd" gingen die Besucher enthusiastisch mit. Desgleichen beim "Schwarzarbeiter-Samba" und der Eloge auf die Arbeit "Ärbern mer mera", bei der das Publikum den Refrain lautstark mitsang.

Einen Trinkspruch bekam von Harry Tröger ein Fan, der der Band eine Runde Bier auf die Bühne stellte: "Wieder hod sich aaner zamgerissen, hod a Rundn rübergschmissen, wir danken dem edlen Spender und warten auf den nächsten Sender." Beim Loblied auf die fränkische Küche, "Luise", waren Band und Publikum gleichermaßen in ihrem Element, schallte der Refrain "Luise, ich griech die Krise" aus über 550 Mündern unisono über den Wehlitzer Berg. Ob es um den Ort Wulmersreuth, bei Waldschrat "Wulmerschreit", ging, ob Uli Saalfrank wie einst Karel Gott "Babitschka" besang, natürlich Waldschrat-like mit einem ungemein witzigen alternativen Text oder Michael Sommermann "Loretta", die Anwesenden waren begeistert dabei. Ein musikalisches Highlight stellte "Deep Down Oberfranken" dar, bei dem Harry Tröger als Sänger richtig überzeugen konnte, und natürlich durfte der Kultsong schlechthin, "Neigschbeit", nicht fehlen. Weitere Klassiker wie das oberfränkische Pendant zur "Lady in Black" von Uriah Heep, die "Lady in White", das "Haisla in der hintern Heeh", "Sorfaß zur Hell" oder "Vo Naala af Schdeem" rundeten einen grandiosen Waldschrat-Abend ab.

Autor

Rainer Unger
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Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
17:32 Uhr

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Rainer Unger

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Veröffentlicht am:
02. 07. 2019
17:32 Uhr



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