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Kulmbach

Die Waldbrandgefahr steigt weiter

Der Verdacht, im Limmersdorfer Forst könnte es brennen, hat sich am Donnerstag als Fehlalarm erwiesen. Die Feuerwehren sind aber auch auf große Flächenbrände vorbereitet.



Unmittelbar hinter dem brennenden Feld liegt der Wald. Als vor einigen Tagen bei Zultenberg ein Traktor und eine Ballenpresse in Brand gerieten und auf dem Feld einen Flächenbrand entfacht wurde, waren 100 Feuerwehrleute im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf den Wald zu verhindern. Weiterhin gilt in der gesamten Region höchste Waldbrandgefahr. Die ganze Bevölkerung ist aufgerufen, mitzuhelfen, um Brände zu verhindern. Fotos: Melitta Burger
Unmittelbar hinter dem brennenden Feld liegt der Wald. Als vor einigen Tagen bei Zultenberg ein Traktor und eine Ballenpresse in Brand gerieten und auf dem Feld einen Flächenbrand entfacht wurde, waren 100 Feuerwehrleute im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf den Wald zu verhindern. Weiterhin gilt in der gesamten Region höchste Waldbrandgefahr. Die ganze Bevölkerung ist aufgerufen, mitzuhelfen, um Brände zu verhindern. Fotos: Melitta Burger   » zu den Bildern

Kulmbach - Es erwies sich glücklicherweise als Fehlalarm, als am Donnerstagabend in Neudrossenfeld und den umliegenden Ortschaften Sirenen ertönten. Ein Anrufer hatte bei der Integrierten Rettungsleitstelle eine Rauchsäule auf freiem Gelände bei Unterobsang gemeldet. Der kleine Ort grenzt unmittelbar an den Limmersdorfer Forst, das mit rund 3300 Hektar größte geschlossene Waldgebiet Oberfrankens. Die umfangreiche Alarmierung kommt nicht von ungefähr. Die Hitzewelle der vergangenen Tage und die anhaltende Trockenheit zuvor stellen derzeit ein immenses Risiko dar. Behörden warnen vor einer großen Waldbrandgefahr. Täglich sind derzeit auch über Kulmbach Luftbeobachter unterwegs und halten Ausschau nach Rauchsäulen. "Jetzt ist die Eigenverantwortung der Bürger gefragt", betont Kreisbrandrat Stefan Härtlein. Alle sind aufgerufen, mitzuhelfen, damit Brände erst gar nicht entstehen und wenn der Fall doch eintreten sollte, schnellstmöglich gemeldet werden, um ein Ausbreiten auf größere Flächen zu verhindern.

So kann man helfen, Brände zu verhindern

Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die man bei der derzeit herrschenden Hitze und Trockenheit auf keinen Fall tun sollte, wenn man Vegetationsbrände verhindern will:

Glimmende Zigarettenkippen aus dem Auto zu werfen ist in diesen Tagen regelrecht verantwortungslos.

Auf keinen Fall sollte man Fahrzeuge auf Wiesen oder Randstreifen abstellen. Die heißen Katalysatoren können in Sekunden das dürre Gras entzünden.

Ebenfalls tabu: Glasscherben oder Flaschen in der Natur zurücklassen. Die Sonne kann den sogenannten "Brennglaseffekt" auslösen.

Wer dem Unkraut in seinem Garten sonst mit einem Bunsenbrenner zu Leibe rückt, sollte das derzeit unterlassen. Es ist deshalb auch im Raum Kulmbach schon zu mehreren Bränden gekommen.

Im Wald herrscht absolutes Rauchverbot, übrigens nicht nur bei Waldbrandgefahr, sondern generell im Sommer.

Selbstverständlich sollte es auch sein, keine Lagerfeuer zu entzünden oder Feuerwerk abzubrennen.


In den vergangenen Tagen standen im gesamten Landkreisgebiet etliche Felder in Flammen. Nahezu täglich waren Feuerwehren unterwegs, um zu löschen. Bislang wurden die Feuer glücklicherweise immer erstickt, bevor sie auf größere Flächen übergreifen konnten. Der folgenschwerste Brand war Ende Juli, als beim Strohpressen auf einem Feld bei Zultenberg ein Traktor und eine nagelneue große Ballenpresse Feuer gefangen hatten. Nicht nur das landwirtschaftliche Gespann brannte vollkommen aus, auch das Feld wurde ein Raub der Flammen, die drohten, auf den benachbarten Wald überzugreifen. Rund 100 Feuerwehrleute waren im Einsatz und hielten den Brand glücklicherweise im Zaum. 250 000 Euro Sachschaden waren aber dennoch zu beklagen.

Markus Ruckdeschel, Leiter der Integrierten Rettungsleitstelle in Bayreuth, bestätigt: "Im Vergleich zu den Vorjahren haben wir dieses Jahr eine deutliche Erhöhung der Vegetationsbrände." Natürlich haben sich die Feuerwehren und Rettungsdienste gerüstet und auch auf größere Brände vorbereitet. Sogar aus der Luft kann mit Hilfe der Hubschrauberstaffel der Polizei Wasser über Brandherden abgeworfen werden. Der Einsatz von Hubschraubern war auf der Schiefen Ebene bei Marktschorgast schon einmal nötig, als eine Dampflok 2012 buchstäblich Feuer spuckte und auf ihrer Fahrt zwischen Neuenmarkt und Münchberg acht bis neun Brände im Wald ausgelöst hat. 30 Feuerwehren waren damals im Einsatz und verhinderten Schlimmeres.

Die Feuerwehren sind überörtlich in sogenannten Löschzügen organisiert, die als taktische Einheit autark auftreten. 15 solcher Züge gibt es laut Markus Ruckdeschel im Landkreis Kulmbach. Zug um Zug können diese Einheiten alarmiert werden, die auch noch auf eine weitere Weise aus der Luft Unterstützung erhalten. Derzeit sind aufgrund der hohen Waldbrandgefahr die Luftbeobachter täglich über Oberfranken im Einsatz. Sie melden sofort, wenn sie Rauch aufsteigen sehen. Sie helfen aber den Feuerwehren auch, ihren Einsatzort schnellstmöglich zu finden. Das ist in einem Wald durchaus mitunter kompliziert. Die Flugzeuge fliegen dann bestimmte Manöver, um den Rettern am Boden zu zeigen, in welche Richtung sie fahren müssen, erzählt Markus Ruckdeschel.

17 000 ehrenamtliche Rettungskräfte gibt es über alle Dienste hinweg im Leitstellenbereich. Im Landkreis Bayreuth gibt es rund 8000 Feuerwehrleute, im Landkreis Kulmbach rund 34000. Sie sind an 320 Standorten positioniert. Ihre Ausrüstung reicht von einem kleinen Löschanhänger bis hin zur Profi-Feuerwehr in Bayreuth, informiert Ruckdeschel.

Für Brände gibt es verschiedene Alarmstufen, sagt der Kulmbacher Kreisbrandrat Stefan Härtlein. "Auf die greifen wir zurück und können notfalls nachalarmieren, wenn es etwas Größeres ist." Die Pläne umfassen die Personalstärke ebenso wie die Technik und auch das Löschwasser. Schon längst sind in diesem heißen Sommer die Landwirte mit ihrem Güllefässern mit in die Alarmierung einbezogen. "Alle Gemeinden im Landkreis haben bei den Landwirten angefragt, welche Fässer mit welchem Fassungsvermögen sie haben und die Telefonnummern bei der Leitstelle hinterlegt", weiß Härtlein. Die Landwirte seien gut vernetzt. "Das läuft alles Hand in Hand."

Bei den Bränden auf Feldern in Zultenberg, aber auch Anfang der Woche in Burghaig und Forstlahm haben laut Härtlein die Bauern entscheidend geholfen. Nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Grubern und Pflügen, um die Flammen zu ersticken. Dass es in Kulmbach zu einem Brand auf rund 90 Hektar Fläche wie kürzlich bei Potsdam kommen könnte, mag sich niemand vorstellen. Aber auch darauf sind die Feuerwehren vorbereitet. "Wenn es richtig krachen würde, könnten wir aus dem Landkreis Kulmbach 1000 Einsatzkräfte zusammenbringen", sagt Stefan Härtlein und informiert, dass in einem solchen Fall natürlich auch Feuerwehren aus den Nachbarkreisen zu Hilfe eilen würden.

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
03. 08. 2018
16:36 Uhr

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03. 08. 2018
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