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Kulmbach

Die Wiege der Firma Ireks

Kunstvolle Schreiner- und Schlosserarbeit und eine sehenswerte Architektur: Das Haus Oberhacken 4 ist es wert, genauer betrachtet zu werden.



Kunstvolle Schlosserarbeit in der Haustüre. Fotos: Erich Olbrich
Kunstvolle Schlosserarbeit in der Haustüre. Fotos: Erich Olbrich   » zu den Bildern

Kulmbach - Ein Gebäude mit jahrhundertealter Geschichte ist das Anwesen Oberhacken 4 in der Nähe des Kulmbacher Rathauses. Erwähnt wird das Gebäude, zumindest im Kern, bereits im Jahr 1534. Als Erbauer wird der Rentmeister Veit Zick genannt. Im Jahre 1800 erfolgte ein Umbau des Wohnhauses, und 1812 zog hier der Destillateur Johann Conrad Schilp ein.

Von dessen Nachfahren kaufte der Malzfabrikant Johann Peter Ruckdeschel 1870 das Gebäude, das somit neben der abgerissenen Eberlein- Mälzerei in der Spitalgasse als Wiege der Firma Ireks gelten kann. In der kunstvoll gestalteten Gaube ist oben auch das Monogramm des Firmengründers Johann Peter Ruckdeschel "JPR" aufgesetzt. Die drei Buchstaben sind kunstvoll ineinander verschlungen.

Johann Peter Ruckdeschel begann nach seiner Rückkehr aus Amerika, in Kulmbach einen eigenen Mälzerei- und Brauereibetrieb aufzubauen. Seinen Beruf zeigt er stolz unter seinen Initialen in einem Relief mit den traditionellen Werkzeugen der Brauer, Mälzer und Büttner an. Zu lesen ist die Inschrift "Hopfen und Malz, Gott erhalt’s". Auch der Name des international tätigen Unternehmens Ireks setzt sich aus den Initialen des Firmengründers zusammen: "Johann Ruckdeschel et Söhne, Kulmbach".

Nicht nur der Firmengründer selbst hat an diesem Gebäude seine Initialen hinterlassen, sondern auch sein Sohn Johann Andreas Ruckdeschel. Er zeigte den Gästen seines Hauses, aber auch den vorbeigehenden Bürgern Kulmbachs, wer hier wohnte.

Zu sehen ist das in der Eingangstür, einem wunderschönen Beispiel der Schreiner- und Schlosserkunst. Nur dem aufmerksamen Betrachter fällt auf, dass der Handwerker zwei Buchstaben in das Gitter der Tür eingefügt hat. Im linken Türflügel ist ein "H" und im rechten ein "R" zu sehen.

Johann Andreas Ruckdeschel (R) wollte allen Besuchern stolz zeigen, das er Luise Howeg (H) geheiratet hat. Die Familie Howeg wohnte nicht weit entfernt. Ihr gehörte eine Weberei im Schießgraben. In ihrem Wohnhaus befindet sich heute die Volkshochschule der Stadt Kulmbach.

Im Häuserbuch der Stadt Kulmbach ist Folgendes über das Anwesen Oberhacken 4 zu finden: "Johann Andreas Ruckdeschel hat in diesem Haus eine Gastwirtschaft, er ist Bäcker, Mälzer und braut sein eigenes Bier." Johann Andreas Ruckdeschel setzte mit der Entwicklung des ersten mehlförmigen, diastatischen, Backmittels auf Malzbasis einen Meilenstein in der Firmengeschichte. "Ruckdeschel’s Milliose" ist heute aus den Backstuben nicht mehr wegzudenken. Sein Sohn Albert Ruckdeschel wurde hier im Oberhacken geboren. Albert Ruckdeschel wird später Kommerzienrat, Ehrenbürger Kulmbachs und Namensgeber einer Straße.

Die Familie Ruckdeschel wohnte noch bis kurz nach der Wende zum 19. Jahrhundert in der Innenstadt und zog dann in ihre neue Villa in der Lichtenfelser Straße um. Die Mälzerei im Oberhacken produzierte bis 1964 und wurde 1972 abgerissen. Heute ist an dieser Stelle ein Parkplatz.

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Erich, Marcus Olbrich
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Veröffentlicht am:
23. 06. 2019
18:00 Uhr

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Erich, Marcus Olbrich

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23. 06. 2019
18:00 Uhr



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