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Kulmbach

Die fetten Jahre sind vorbei

Banken haben es in Zeiten niedrigster Zinsen schwer. Die VR Bank Oberfranken-Mitte hält ihre Bilanz 2018 stabil. Aber immer neue Rekord-Bilanzen gehören der Vergangenheit an.



Das Geschäftsgebiet der VR Bank Oberfranken-Mitte ist seit der Fusion mit Kronach gewachsen. Doch die Bilanz stagniert nach Jahren niedrigster Zinsen und immer höheren regulatorischen Anforderungen an Banken. Die Vorstände (von links), Stephan Ringwald, Dieter Bordihn und Aufsichtsratsvorsitzender Peter Heinlein zeigten sich vor den Medien trotzdem zufrieden und wiesen auf anstehende Herausforderungen hin. Foto: Melitta Burger
Das Geschäftsgebiet der VR Bank Oberfranken-Mitte ist seit der Fusion mit Kronach gewachsen. Doch die Bilanz stagniert nach Jahren niedrigster Zinsen und immer höheren regulatorischen Anforderungen an Banken. Die Vorstände (von links), Stephan Ringwald, Dieter Bordihn und Aufsichtsratsvorsitzender Peter Heinlein zeigten sich vor den Medien trotzdem zufrieden und wiesen auf anstehende Herausforderungen hin. Foto: Melitta Burger  

Kulmbach - Es sind keine guten Zeiten für Banken. Niedrigste Zinsen seit vielen Jahren und immer höhere regulatorische Anforderungen, zum Beispiel was das Eigenkapital angeht, stellt die Geldhäuser vor Herausforderungen und hat die einst stolzen Gewinne längst schmelzen lassen. Die Zeit immer neuer Rekord-Bilanzen ist vorbei. Die VR Bank Oberfranken-Mitte zeigt sich mit ihrer Bilanz für das vergangene Jahr trotz leichter Rückgänge zufrieden. Die Bilanzsumme weist zwar 2018 einen leichten Rückgang von 1,7 Prozent auf. Mit weiterhin 1,2 Milliarden Euro bleibt sie aber konstant und liegt deutlich über den durchschnittlichen Bilanzsummen der oberfränkischen Genossenschaftsbanken mit 546,2 Millionen Euro) und auch der bayerischen mit 658,9 Millionen Euro. 2018, sagte Vorstand Stephan Ringwald bei der Bilanz-Pressekonferenz, sei kein spektakuläres Jahr für Banken gewesen, aber: "Wir leben in spannenden Zeiten".

Banking

Das Kundenverhalten hat sich durch die Digitalisierung spürbar verändert. Bankgeschäfte werden immer mehr vom PC oder Handy aus erledigt. Ein Drittel aller VR Bank-Kunden nutzen bereits die digitalen Kontoauszüge und wollen keine Zusendung auf Papier. Ihr Vorteil: Die Bank speichert relevanten Daten über zehn Jahre, der Kunde hat darauf jederzeit Zugriff. Und es gibt auch neue digitale Zahlungsmöglichkeiten: Mit "Kwitt" kann man Geldbeträge innerhalb der Genossenschaftsbanken und Sparkassen direkt an Familie oder Freunde durch Auswahl des im Smartphone gespeicherten Kontakts übertragen, Beträge bis 30 Euro sogar ohne TAN. Das nutzen vor allem junge Leute gern. Mit "Scan2Bank" können Rechnungen und Überweisungsträger abfotografiert oder mit dem Smartphone gescannt und an die Bank übertragen werden. Seit dem Herbst 2018 bietet die Bank kontaktloses Bezahlen mit dem Smartphone an.


Wertpapiergeschäft

Nach einem zunächst guten Verlauf gab es im vierten Quartal 2018 Konjunktursorgen, die die Entwicklung der Kapitalmärkte deutlich beeinflussten. Der Rat der Bank: Bei schnell veränderlichen Situationen sollte man sich für unterschiedliche Marktsituationen rüsten und seine Vermögensstruktur ausgewogen gestalten, um Wachstumspotenziale nutzen zu können. Die VR Bankkunden investierten 22,3 Millionen Euro in Zertifikate und 8,9 Millionen Euro in Fondsanlagen. Dabei haben sich die Ziele deutlich verändert. In den 1990-er Jahren ging es noch darum, Vermögen möglichst zu verdoppeln. Durch Zinseffekte war das damals in rund zwölf Jahren möglich. Durch die niedrigen Zinsen hat sich diese Zeitspanne mittlerweile auf mehr als 120 Jahre erhöht. Fondssparpläne bieten heute eine zeitgemäße Alternative zum klassischen Sparplan. 1054 neue Fondssparpläne wurden 2018 abgeschlossen, genau so viele wie im Jahr davor.


Bilanz in Zahlen

Die Bilanzsumme der VR Bank Oberfranken-Mitte zeigt mit 1,2 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr trotz eines leichten Rückgangs von 1,7 Prozent eine konstante Entwicklung, schreibt die Bank. Die Kundengelder wurden auf 956,4 Millionen Euro (2017 1018,9 Millionen Euro) zurückgeführt. "Wie in den Vorjahren ist festzustellen, dass die Kunden trotz der Niedrigzinsphase sichere und schnell verfügbare Anlageformen bevorzugen", kommentiert der Vorstand. Mit 58,7 Prozent bilden die Sichteinlagen die größte Position. Die Summe aller von der Bank betreuten Kundengelder und -kredite, Wertpapiere und Anlagen in Produkten der Genossenschaftlichen Finanz-Gruppe belief sich auf 2,1 Milliarden Euro und lag damit um 2,2 Prozent niedriger als im Vorjahr. Insgesamt 604,3 Millionen Euro an Krediten hat die Bank zur Verfügung gestellt, 462,8 Millionen Euro wurden in Anspruch genommen; 3,5 Prozent mehr als 2017.


Vorstand Stephan Ringwald sprach von gleich vielen Herausforderungen, vor denen Banken derzeit stehen. Das gehe weit über die niedrigen Zinsen hinaus. Der Dieselskandal wirke sich auf die Geldmärkte aus, geopolitische Belastungen wie die Krise zwischen den USA und China oder auch die Unsicherheiten rund um den Brexit machen auch den Banken zu schaffen. "Erneut zeigte das Jahr 2018, wie eng politische Entscheidungen und wirtschaftliche Entwicklungen verbunden sind. Die VR Bank Oberfranken-Mitte konnte sich in diesem schwierigen Marktumfeld erfolgreich behaupten. Neben der Bewältigung wirtschaftlicher und regulatorischer Herausforderungen lag der Fokus im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere darauf, Arbeitsabläufe weiter zu vereinheitlichen, Synergieeffekte aus der Fusion zu heben und die Unternehmensstruktur zu stärken", sagte Ringwald.

In Zeiten wie diesen wächst die Belegschaft in einer Bank nicht. 223 Mitarbeiter, darunter zehn Auszubildende, beschäftigt die Bank derzeit, fünf weniger als im Vorjahr. Die vier Azubis, die dieses Jahr ihre Ausbildung abgeschlossen haben, wurden übernommen. Für den Herbst werden fünf neue Lehrstellen in der Bank vergeben. Personalabbau, betonte Vorstand Dieter Bordihn, sei nicht vorgesehen. "Wir wollen weiter ein starker und verlässlicher Arbeitgeber bleiben." 23 Standorte, einen SB-Standort und eine mobile Geschäftsstelle unterhält die Bank in ihrem Geschäftsgebiet in den Landkreisen Kulmbach und Kronach.

Ein starker Fokus liegt auch weiterhin darauf, die Substanz der Bank zu stärken. Wenn die Vertreterversammlung zustimmt, soll das solide Ergebnis des vergangenen Jahres zur Verbesserung der Eigenkapitalausstattung verwendet werden, damit die Bank kommende Anforderungen noch besser erfüllen kann. Die gute Nachricht für die Teilhaber der Bank: Der Vertreterversammlung wird der Vorstand eine Dividende von 2,25 Prozent vorschlagen. "Angesichts des allgemeinen Zinsniveaus ist das eine attraktive Sache."

Erfreut sind viele Menschen im Geschäftsgebiet auch über die "Hilfe zur Selbsthilfe", in der sich die Bank engagiert. Vereine und soziale Einrichtungen konnten im vergangenen Jahr mehr als 182 000 Euro Spenden entgegennehmen. Sozialdienste im Landkreis können 38 gespendete "VR-Mobile" nutzen. In Kronach unterstützt die Bank das Schulwahlfach Basketball.

In seinem Ausblick wies Stephan Ringwald auf Zeichen schwächerer Konjunktur hin. Das Hin und Her um den EU-Austritt Großbritanniens sei ein großer Unsicherheitsfaktor. Ein "harter Brexit" würde die Konjunktur schwächen, ist sich Ringwald sicher. Es gebe zwar Anzeichen für eine Zinserhöhung, allerdings sei die moderat. "Wir werden für Bundesanleihen keine vier oder sechs Prozent mehr sehen."

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
04. 04. 2019
17:44 Uhr

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04. 04. 2019
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