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Kulmbach

Drei runde Jubiläen und ein starker Verband

50 Jahre Rehbergheim, 40 Jahre Frühförderstelle und zehn Jahre Kinderkrippe der Arbeiterwohlfahrt im Landkreis - das ergibt 100. Ebenso alt ist die Arbeiterwohlfahrt. Wahrlich ein Grund zu feiern.



Die Voice Kids der Arbeiterwohlfahrt begeisterten zum großen Jubiläumsfest mit ihrem Auftritt.	Fotos: Gabriele Fölsche
Die Voice Kids der Arbeiterwohlfahrt begeisterten zum großen Jubiläumsfest mit ihrem Auftritt. Fotos: Gabriele Fölsche   » zu den Bildern

Kulmbach - Ein Fest für die Mitarbeiter, Ehrenamtlichen und Unterstützer - und nicht zuletzt für die Kinder war es, das der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) am Samstag in der Einrichtung in der Hannes-Strehly-Straße gebührend feierte. AWO-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Inge Aures hielt die Festrede in der Aula der Werner-Grampp-Schule. Die Bänke waren restlos besetzt.

Die Rednerin blickte zurück auf die Anfänge des Verbandes der Arbeiterwohlfahrt: "Es war der 13. Dezember 1919, als Marie Juchacz die Zustimmung der SPD zur Gründung des Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt erhielt. Die Not nach den Kriegsjahren unter der Bevölkerung zu lindern, war ihr großes Ziel."

Doch wer war diese Frau? "Sie gehörte zu denen, die in Deutschland das Frauenwahlrecht erstritten haben. Als erste Frau überhaupt hielt sie eine Rede in einem gewählten Parlament und leitete die AWO bis 1933", führte Inge Aures aus. Anfangs, so die Rednerin, war die AWO kein karitativer Wohlfahrtsverband, sondern leistete organisierte "Hilfe zur Selbsthilfe" der Arbeiterschaft. "Von Beginn an sammelte der Verband nicht einfach Almosen, sondern stritt für die Verankerung sozialer Rechte und die Verwirklichung ihrer gesellschaftlichen Leitideen: Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Solidarität und Toleranz", sagte die Kreisvorsitzende. Und weiter: "Diesen Kampf führt die AWO seit nunmehr 100 Jahren mit der Kraft ihrer Ideale und dem Engagement ihrer Mitglieder. Es waren und sind 100 Jahre höchst wechselvoller Zeitgeschichte, und darin ist unsere Verbandsgeschichte eingewoben", sagte Inge Aures.

Als Marie Juchacz die AWO gründete, hat sie sich sicher nicht vorzustellen gewagt, dass der Verband einmal über 335 000 Mitglieder, unzählige ehrenamtliche Helfer und 215 000 hauptamtliche Mitarbeiter haben würde. "In unserem Kreisverband sind es 1900 Mitglieder in 46 Einrichtungen und Diensten und über 800 Mitarbeiter", informierte die Kreisvorsitzende. Die Rednerin erzählte den zahlreichen Gästen von der wechselvollen Geschichte des Rehbergheimes (die Frankenpost berichtete), aber auch von den Unterstützern und Begleitern, Freunden und Spendern, die dazu beitrugen, den Bewohnern eine Heimat zu schaffen. "Die große Spendenbereitschaft der Kulmbacher Bevölkerung ermöglichte 2006 den Umbau des Rehbergheimes. Die Patenschaft des Minenjagdbootes der Bundeswehr mit der Stadt Kulmbach brachte auch die Patenschaft der Soldaten mit unserem Rehbergheim mit sich. Über die Jahre hinweg, bis zur Außerdienststellung unseres Bootes, fanden regelmäßig Besuche statt. Dafür sind wir sehr dankbar", sagte Aures. Der AWO-Ortsverein Untersteinach habe dankenswerterweise die Weiterführung dieser Patenschaft übernommen, freute sich die Rednerin.

Natürlich kam auch die Frühförderstelle zur Sprache, die als moderne Einrichtung mittlerweile 190 Kinder mit 16 Mitarbeitern aus dem pädagogisch-psychologischen Dienst betreut. "Ich möchte heute die Gelegenheit nutzen, mich bei der großen Zahl der medizinischen Praxen zu bedanken, die uns zur Seite stehen", sagte die Rednerin. Die Kinderkrippe Krümelkiste rundet mit ihrem zehnjährigen Bestehen das Jubiläum ab: "Es war die AWO, die in Kulmbach die erste Krippengruppe eröffnete", erinnerte Aures.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte die Rednerin zahlreiche Ehrengäste aus der Politik, aber auch ehemalige Mitarbeiter wie Ehrenkreisvorsitzenden Oskar Schmidt begrüßt. Zudem erinnerte sie an verdiente Persönlichkeiten des Kreisverbandes.

Die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin, Dagmar Keis-Lechner, war sich in ihrem Grußwort der schweren Aufgabe des Verbandes, jedem Bedürfnis gerecht zu werden, bewusst, da sie selbst Mutter einer Tochter mit Handicap ist: "Als Mutter von Lisa-Marie habe ich Hilfe durch die AWO erfahren, und nicht zuletzt ist es dem Verband zu verdanken, dass meine Tochter heute so weit gekommen ist." Landrat Klaus Peter Söllner sagte: "Der Verband steht für Toleranz, Humanität und Gerechtigkeit." Er wies darauf hin, wie schwierig es mitunter sei, die unterschiedlichen Bereiche auszubauen und fortzuführen. "Der Landkreis hat die AWO mit finanziellen Mitteln massiv unterstützt. Und das ist im hohen Maße gerechtfertigt. Viele Dienste müsste der Landkreis leisten, gäbe es die AWO nicht", unterstrich Söllner. "Sie sind eine große Institution mit großem Herzen."

Stellvertretender Bürgermeister Dr. Ralf Hartnack war überzeugt: "Ohne Ehrenamt wäre das Bestehen einer so großen Einrichtung genauso wenig möglich wie ohne Mitarbeiter. Sie unterstützen die Mitbürger, denen es nicht ganz so gut geht", dankte er und gratulierte zum Jubiläum. Nach der kurzen Feierstunde gab es eine Spielstraße für Kinder, Kulinarisches und ein Theaterstück aus der Feder von Rüdiger Baumann, der die Geschichte der Welt in den vergangenen 100 Jahren mit den Ereignissen im AWO-Kreisverband zusammengefügt hat.

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
18:16 Uhr

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Autor

Gabriele Fölsche

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
14. 07. 2019
18:16 Uhr



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