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Kulmbach

Durch Gesten sprechen

Die Erzieherinnen des Hauses für Kinder St. Jakobus in Marktschorgast leisten außergewöhnliche Arbeit. Sie sind berechtigt, auch behinderte Kinder zu betreuen.



Unser Bild zeigt (von links) Sandra Busse, Jutta Gottwald und Marina Kotov vom Haus für Kinder St. Jakobus in Marktschorgast. Sie üben mit Kindern die Gebärdensprache. Hier: "Mama, ich hab dich lieb." Foto: Bruno Preißinger
Unser Bild zeigt (von links) Sandra Busse, Jutta Gottwald und Marina Kotov vom Haus für Kinder St. Jakobus in Marktschorgast. Sie üben mit Kindern die Gebärdensprache. Hier: "Mama, ich hab dich lieb." Foto: Bruno Preißinger  

Marktschorgast - Musik hören, Dinge ins Ohr flüstern und sie verstehen, erscheint uns doch ganz normal. Doch so selbstverständlich ist das nicht, wie konkret ein Fall im Haus für Kinder in Marktschorgast zeigt. Seit drei Jahren begleiten die Erzieherinnen ein Mädchen mit Schwerhörigkeit. Ihnen ist es gelungen, Laura nach Kräften zu fördern und zu integrieren. "Doch die Einschränkung für das Kind stellte das Team damals vor neue Herausforderungen", sagt Jutta Gottwald, die Leiterin des Hauses. Zwei Mitarbeiterinnen besuchten einen Gebärdenkurs. In diesem seien unter anderem einfache Gebärden vermittelt worden, die im täglichen Gebrauch mit Kindern wichtig sind, um mit ihnen zu kommunizieren, ehe sie sprechen können

Erzieherin Marina Kotov sagt: "Ich stellte damals schon nach kurzer Zeit fest, dass sich Laura mit Hilfe der Gebärden, die wir in der täglichen Krippenarbeit einsetzten, immer besser mitteilen konnte. Sie lernte ihre Bedürfnisse, Gefühle und Wünsche zu äußern, fühlte sich angenommen. Das kleine Mädchen festigte zunehmend ihre Bindungen zu den Erzieherinnen und den Kindern. Auch in Situationen, in denen Laura Trost brauchte, gelang es mir viel schneller, sie emotional zu erreichen."

Nicht nur Laura habe sich mit Hilfe von Gebärden gut verständigen können, sondern auch alle anderen Kinder hätten zunehmend Gebärden benutzt, um sich mitzuteilen. "Durch die Gebärdensprache", so Kotov, "stellten wir schnell bei allen Kleinen eine positive Gesamtentwicklung fest. Die Kinder gaben sich ausgeglichener und zufriedener. Gerade die ein- bis zweijährigen Kinder nutzten so die Möglichkeit, sich besser mitzuteilen. Ihr passiver Wortschatz kam durch die Gebärden deutlich zum Ausdruck".

"Weil auch Kindergartenerzieherin Sandra Busse den Gebärdenkurs absolvierte", so Gottwald, "konnten wir für Laura einen sanften Übergang von der Krippe in den Kindergarten gestalten". Laura habe schnell Halt in der großen Gruppe gefunden und mache ihre nächsten Entwicklungsschritte.

Gottwald ist überzeugt, "dass der Gebrauch der Gebärdensprache in der täglichen Arbeit eine wichtige Rolle in der Kommunikation übernommen hat. Im Krippenbereich ist sie ein wichtiges Instrument, um die Sprache zu erlernen. Die Kinder fühlen sich viel schneller verstanden und mit ihren Bedürfnissen wahrgenommen. Die Kinder bauen schneller eine Beziehung zu den Erziehern auf.

Für Jutta Gottwald steht außer Frage: "Nicht nur für Laura ist dieser Weg ein Gewinn. Inklusion leben ist für alle Beteiligten eine Bereicherung, und alle können von allen etwas lernen. Die einen, weil sie fühlen, dass sie trotz Behinderung angenommen, akzeptiert und respektiert werden, die anderen, weil sie sehr früh soziale Grundkompetenzen lernen".

Autor

Bruno Preißinger
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Veröffentlicht am:
15. 05. 2019
19:12 Uhr

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Bruno Preißinger

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15. 05. 2019
19:12 Uhr



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