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Kulmbach

Edeka erweitert und setzt auf Bio

Der Lebensmittelmarkt Am Goldenen Feld bekommt mehr Verkaufsfläche, eine Sushi-Bar und zusätzliche Parkplätze. Bauen will Inhaber Michael Seidl so schnell wie möglich.



Schon bei der Eröffnung am 24. Oktober 2013 zeigte sich Inhaber Michael Seidl zuversichtlich, dass der Edeka-Markt Am Goldenen Feld 2 schnell einen großen Kundenstamm gewinnen wird.	Foto: Stefan Linß/Archiv
Schon bei der Eröffnung am 24. Oktober 2013 zeigte sich Inhaber Michael Seidl zuversichtlich, dass der Edeka-Markt Am Goldenen Feld 2 schnell einen großen Kundenstamm gewinnen wird. Foto: Stefan Linß/Archiv  

Kulmbach - Wenn im August das Kaufland im Einkaufszentrum Fritz schließt, wird der letzte Lebensmittel-Vollsortimenter aus der Kulmbacher Innenstadt verschwunden sein. Die Zeiten, als die Kunden, die zu Fuß unterwegs waren, im Umfeld von Langgasse und Kressenstein noch die Qual der Wahl hatten, ob sie sich nun bei Edeka, beim Discounter Norma, bei Dave‘s Bioladen oder im Kaufland mit Nahrungsmitteln eindecken, sind ohnehin schon lange vorbei. Genau dies hat Grünen-Stadtrat Hans-Dieter Herold in der jüngsten Kulmbacher Stadtratssitzung am Donnerstag dazu bewogen, als einziger gegen die Erweiterung des Edeka-Marktes Am Goldenen Feld zu stimmen.

Die Pläne für die Erweiterung

Lediglich gegen die Stimme von Grünen-Stadtrat Hans-Dieter Herold hat der Kulmbacher Stadtrat in der jüngsten Sitzung den Erweiterungsplänen von Edeka-Seidl zugestimmt. Allerdings muss der Betreiber eine sogenannte städtebauliche Wirkungsanalyse vorlegen, aus der hervorgeht, dass die Erweiterung nicht schädlich für den innerstädtischen Handel ist.

Der bestehende, knapp 4000 Quadratmeter große Lebensmittelmarkt soll im Erdgeschoss um rund 750 Quadratmeter Verkaufsfläche und im Zwischengeschoss des zweigeschossigen Anbaus um rund 200 Quadratmeter Gastronomiefläche erweitert werden.

Auf dem Baugrundstück werden insgesamt rund 160 Stellplätze angelegt.

Die städtische Bauverwaltung kommt bei der Beurteilung der Erweiterungspläne inklusive der Nähe zum bestehenden Lidl-Markt und dem geplanten Rossmann-Markt zu folgendem Schluss: "Das Quartier selbst hat sich auf Grund der Nachfrage und der Bedürfnisse der Bürger zu einem dienstleistungsorientierten Standort entwickelt, welcher aus Sicht der Verwaltung seine städtebauliche Berechtigung findet."


"Ich habe nichts gegen den Edeka. Es ist ein schöner Laden, in dem ich gerne einkaufe. Aber wenn sich hier die Stadtratsmehrheit gegen die Abschaffung der gebührenfreien ersten Parkstunde ausspricht, und ich flammende Appelle zur Stärkung des Handels in der Innenstadt höre, und dann genehmigt man andererseits die Erweiterung eines Lebensmittelmarktes an der Peripherie, kann ich das nicht nachvollziehen", sagte Herold in der Sitzung. Außerdem stelle sich ihm die Frage, ob Kulmbach wirklich auch noch eine Sushi-Bar brauche.

Dass Lebensmittelläden in der Innenstadt wünschenswert wären, ließ Oberbürgermeister Henry Schramm außer Zweifel. "Das Problem ist nur: Da will keiner hin." Solche Standorte passten heute nicht mehr ins Konzept der Supermärkte. Sie brauchten eben Parkplätze direkt vor der Tür, um genug Kunden gewinnen zu können. Die Stadt habe alles versucht, um Lebensmittelläden in der Innenstadt zu halten oder neue Geschäfte zu gewinnen, aber vergebens, wie der Oberbürgermeister sagte.

Schramm wies darauf hin, dass es sich bei Edeka-Seidl um ein inhabergeführtes Geschäft handelt. "Herr Seidl bemüht sich sehr, für Kulmbach etwas zu zu tun - auch in Sachen Nachhaltigkeit. Und wir haben auch schon mal einen Vorstoß unternommen, ob er vielleicht eine Solaranlage auf das Dach seines Marktes macht." Was die Sushi-Bar angehe, so sieht er einen Bedarf allein dadurch, dass im Industriegebiet Am Goldenen Feld zahlreiche Menschen arbeiten, die in der Mittagspause gerne schnell etwas essen wollen. "Und um in die Innenstadt in eine Gaststätte zu gehen, reicht die Zeit nicht aus. Insofern stellt die Sushi-Bar auch keine Konkurrenz zur innerstädtischen Gastronomie dar."

Das sieht Michael Seidl, Inhaber des Edeka-Marktes, genauso. "Unser Haupt-Klientel für die Sushi-Bar sind die Leute, die hier im Umfeld arbeiten, und Schüler. Sicherlich werden auch andere Kunden hier mal was essen. Aber natürlich wird es nicht so sein, dass jemand extra wegen des Essens ins Industriegebiet rausfährt", sagt er im Gespräch mit der Frankenpost . Die Sushi-Bar werde an einen Spezialisten mit einem eigens dafür entwickelten Gastrokonzept verpachtet, befinde sich aber unter dem Dach des Edeka-Marktes. Neben einem warmen Mittagessen würden auch Snacks angeboten.

Fünfeinhalb Jahre nach seiner Eröffnung hat der Edeka-Markt Am Goldenen Feld in Kulmbach einen großen Kundenstamm. An Samstagen ist oft genug kein Parkplatz auf dem Gelände mehr zu bekommen. "Wenn das Geschäft nicht laufen würde, würden wir ja nicht erweitern", bestätigt Inhaber Seidl. Die Idee zu erweitern kam ihm, als die Drogeriekette Rossmann die Industriebrache zwischen Lidl und Edeka kaufte, um hier einen Markt zu eröffnen. "Gott sei dank hat sie ein größeres Grundstück gekauft, als sie für ihr Geschäft braucht."

Bauen will Michael Seidl nach der Genehmigung durch den Stadtrat jetzt so schnell wie möglich. "Aber das hängt nicht mehr von uns ab, sondern davon, wie schnell wir eine Baufirma finden. Wegen der brummenden Baukonjunktur ist das allerdings zurzeit schwierig. Aber wir hoffen, dass wir heuer noch loslegen können", sagt der Inhaber des Edeka-Marktes.Darüber, was er mit der eigentlichen Erweiterungsfläche des Marktes vorhat, will Michael Seidl noch nicht allzu viel verraten. Nur: "Wir planen eine eigene Bio-Abteilung. Wir haben zwar jetzt schon viel Bio im Angebot, aber es soll noch deutlich mehr werden und in einer eigenen Abteilung zusammengeführt werden. Und wir wollen unser Sortiment an unverpackten Lebensmitteln erweitern."

Die angespannte Parkplatzsituation vor dem Markt ist dem Inhaber selbst ein Dorn im Auge. "Aber mit den Erweiterungsflächen wird dieses Problem hoffentlich der Vergangenheit angehören."

Autor
Sabine Emich

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Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
17:36 Uhr

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Sabine Emich

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Veröffentlicht am:
12. 05. 2019
17:36 Uhr



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