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Kulmbach

Ein Gartenhaus wie aus dem Märchen

Die Familie Stephan in der Bergstraße in Kulmbach hat ein Kleinod aus alten Zeiten liebevoll saniert. Am Tag des offenen Denkmals steht es zur Besichtigung offen.



Das historische Gartenhaus vor der Sanierung.	Foto: Martina Schwarz
Das historische Gartenhaus vor der Sanierung. Foto: Martina Schwarz   » zu den Bildern

Kulmbach - Am Sonntag, 8. September ist Tag des Offenen Denkmals, und zahlreiche Sehenswürdigkeiten stehen wieder den Besuchern zur Besichtigung offen. In Kulmbach beteiligt sich diesmal auch die Familie Stephan aus der Bergstraße 9 an der Aktion und öffnet von 13 Uhr bis 17 Uhr ihr "Salettl" für Neugierige. Das außergewöhnliche Gartenhaus besticht nicht nur durch seine Gestaltung, sondern auch durch seine Lage. Wer es über die enge Treppe bis zum Turmzimmer hochgeschafft hat, genießt von dort einen wunderschönen Blick über die Kulmbacher Altstadt.

Die genauen Baudaten des Gebäudes sind nicht bekannt. Es dürfte Mitte des 19. Jahrhunderts als eingeschossiges Gebäude mit Walmdach als "Sommerfrische" inmitten einer damals noch völlig unbebauten Reuth am Rehberg errichtet worden sein. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es aufgestockt und um den Turm erweitert.

Im Jahr 1929 hat das Ehepaar Adam und Babette Förtsch das Anwesen von Otto Besold erworben. Im Jahr 1991 hat Dagmar Stephan das Gartenhaus dann von ihren Großeltern geerbt. Obwohl sie zusammen mit ihrem Ehemann Ulrich an dem denkmalgeschützten Anwesen immer Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt hat, musste im vergangenen Jahr eine größere Sanierung erfolgen.

Die umfangreichen Arbeiten begannen im März 2018. Die Koordinierung der Arbeiten hatte das Büro "denkmalRaum" unter der Leitung der fachkundigen Diplomingenieurin für Denkmalpflege, Martina Schwarz, übernommen. Die Sanierung sollte sich über fünf Monate hinziehen, weil immer wieder Schädigungen entdeckt wurden, die vor der Entfernung der Verkleidungen nicht ersichtlich waren. So musste die Loggia komplett erneuert werden, weil alle Konstruktionshölzer verformt oder beschädigt waren.

Am 9. April 2018 konnte mit der Fachwerksanierung begonnen werden. Leider haben sich auch hier größere Schäden gezeigt, sodass mit enormem Aufwand ein Großteil der Hölzer ersetzt werden musste. Dies hat natürlich auch zu zeitlichen Verzögerungen geführt, die nicht mehr aufgefangen werden konnten, weil durch die Kleinräumigkeit des Objektes nie mehr als zwei Gewerke mit maximal vier Arbeitern am Objekt arbeiten konnten.

Die Farbe Ocker für die Bemalung des Fachwerkes erscheint auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich. Im Rahmen der Befunderhebung konnte Restaurator Uwe Franke jedoch feststellen, dass dies der Farbgebung der Originalbemalung entspricht. Der grüne Anstrich musste also bei einer späteren Sanierung aufgebracht worden sein.

Es wurde Mitte Juni 2018, bis die Untergrundvorbereitungen für die Malerarbeiten, der Einbau der neuen Turmfenster und die Innenputzarbeiten beginnen konnten. Mit dem Aufbau der neuen Gartenloggia im Juli 2018 konnten dann die Arbeiten am Gartenhaus abgeschlossen werden.

Im April 2019 erfolgte die Sanierung der Sandsteinportals und der Gartentreppe. Wie es bei Arbeiten an historischer Bausubstanz leider immer wieder vorkommt, ist die Sanierung aufwendiger als zuvor eingeschätzt. Die Stufen mussten rückgebaut und auf ein neues Betonfundament gesetzt werden. Das Sandsteinportal wurde mittels Vernadelung gegen Einsturz gesichert und mit Steinersatz saniert.

Die Förderungen durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Oberfrankenstiftung und die Bayerische Landesstiftung machten es möglich, dass das historische Gartenhaus heute wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Das Objekt ist am Tag des Offenen Denkmals am kommenden Sonntag von 13 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Dagmar und Ulrich Stephan freuen sich auf viele Besucher, die das Kleinod erkunden möchten. Aufgrund der sehr begrenzten Parkmöglichkeiten in der Bergstraße empfiehlt es sich allerdings, das Auto bereits in der Gustav-Adolf-Straße abzustellen.

Autor

Hermann Müller
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
01. 09. 2019
20:36 Uhr

Aktualisiert am:
01. 09. 2019
20:36 Uhr

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Autor

Hermann Müller

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Veröffentlicht am:
01. 09. 2019
20:36 Uhr

Aktualisiert am:
01. 09. 2019
20:36 Uhr



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