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Kulmbach

Ein Punk-Rock-Gewitter

Der Peestener Brandy Schäck hat wieder ein -Mas-Special-Festival im "Nepomuk" auf die Beine gestellt. Besonders bejubelt das Publikum das Comeback einer Kultkapelle.



Die "Go Faster Nuns" sind wieder da. Beim Weihnachtsfestival im "Nepomuk" rockten (von links) Thomas Guzy, Dieter Müller, Armin Gierth und Matthias Kramer, dass sich die Balken bogen. Fotos: Stephan Stöckel.
Die "Go Faster Nuns" sind wieder da. Beim Weihnachtsfestival im "Nepomuk" rockten (von links) Thomas Guzy, Dieter Müller, Armin Gierth und Matthias Kramer, dass sich die Balken bogen. Fotos: Stephan Stöckel.   » zu den Bildern

Kulmbach/Altenkunstadt - Es war wie in alten Zeiten: Gitarrist Thomas Guzy von den "Go Faster Nuns" rockte im roten Schottenrock, die Kuhglocken bimmelten lautstark und aus den Boxen dröhnten am laufenden Band unverwüstliche Gute-Laune-Kracher im Punk-Format. Während sich die Musiker aus Bamberg, Bayreuth und Kulmbach auf den Brettern, die die Welt bedeuten, austobten, wogte eine Welle der Begeisterung durch den ausverkauften Saal der Altenkunstadter Kleinkunstbühne "Nepomuk". Es wurde nach Herzenslust getanzt und geschubst. Obendrein flogen die Stage-Diver mit weit ausgebreiteten Armen von der Bühne in das Publikum.

Brandy Schäck aus Peesten und das "Rock-im-Wald"-Team aus Neuensee sorgten mit knallhartem Sound beim "X-Mas-Special-Festival" für eine nachträgliche Bescherung, die den Punk- und Metalfans aus nah und fern ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Zugpferd des Abends war die oberfränkische Kultpunkkapelle "Go Faster Nuns", die sich vor 20 Jahren gegründet hatte. Nach ihrem vielumjubelten Comeback beim diesjährigen "Rock-im-Wald-Festival" in Neuensee trumpften Matthias Kramer (Schlagzeug), Armin Gierth (Bass), Thomas Guzy (Gitarre) und Dieter Müller (Gesang) ein weiteres Mal groß auf.

Nach zehn Jahren Pause hatten die Musiker wieder Blut geleckt. "Es fühlt sich noch immer so gut an wie früher, nur die Knochen tun etwas mehr weh", sagte Gitarrist Thomas Guzy. Seine Gedanken schweiften zurück in längst vergangene Zeiten, als die Gruppe an der Schwelle zur Profikarriere stand: "Wir hatten uns damals den Arsch abgespielt, wie man umgangssprachlich so schön sagt. Zwischen 1998 und 2008 gaben wir insgesamt 800 Konzerte, die uns durch halb Europa führten und uns auch in der Heimat große Beliebtheit bescherten."

Die Fans sind ihnen auch nach einem Jahrzehnt Unterbrechung treu geblieben. Woran das wohl liegt? "Während manche Musikanten auf der Bühne an ihre Steuerabrechnung denken, stecken wir mit der Freude, die wir bei einem Konzert haben, unsere Fans an", betonte Armin Gierth.

Es war nicht nur die Leidenschaft und Cleverness der vier Musiker, die die Stimmung im "Nepomuk" zum Überschäumen brachte. Ausgefuchste Ohrwürmer, wie "Peppermint Patty", "On The Radio" oder "Sunshine Song", die sich schon nach Sekunden in den Gehörgängen einnisten, taten ihr Übriges.

Für Sänger Matthias Gutgesell von der Band "Kobold" aus dem Landkreis Lichtenfels war es eine Ehre im Vorprogramm der legendären Kultpunker spielen zu dürfen, die zu "Rock im Wald" gehören wie das Bier zu Kulmbach oder der Korb zu Lichtenfels. Warum? Der Lichtenfelser Musiker musste nicht lange überlegen: "Es ist die unbändige Live-Energie kombiniert mit tollen Melodien."

Auch die vier "Musikkobolde" Daniel Meixner (Gitarre), Matthias Gutgesell (Gesang), Lucas Scholz (Schlagzeug) und Wolfgang Wagner (Bass) sprühten bei ihrem Auftritt nur so vor Schaffenskraft. Ihr verkopfter und zorniger Punksound war zwar nicht nach jedermanns Geschmack, zeugte aber von handwerklicher Qualität und Ideenreichtum.

Dass in Dortmund nicht nur hervorragend gekickt, sondern auch gerockt wird - die Gruppe "Daily Thompson" mit Danny Zaremba (Gitarre und Gesang), Mercedes Lalakakis (Bass und Gesang) und Stefan Mengel (Schlagzeug) demonstrierte es eindrucksvoll. Ihr atmosphärisch dicht gewebter Rocksound glich einer Naturgewalt, der zwischen zornigen Rock’n’Roll-Gewittern und sonnigeren Aufhellungen hin- und herpendelte. Für viele Fans war das Power-Trio aus dem Ruhrpott die Überraschungsband eines erstklassigen Rockabends.

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Stephan Stöckel
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Veröffentlicht am:
30. 12. 2018
18:06 Uhr

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Stephan Stöckel

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30. 12. 2018
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