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Kulmbach

Ein Seelentröster für krebskranke Frauen

Eine Benefizveranstaltung zugunsten der Herzkissen-Aktion am Klinikum stößt auf große Resonanz. Zwei Patientinnen wollen anderen Betroffenen Mut machen.



Mit deutschen Rock und Pop heizte die Band "Elixier" den Besuchern ein. Fotos: Rainer Unger
Mit deutschen Rock und Pop heizte die Band "Elixier" den Besuchern ein. Fotos: Rainer Unger   » zu den Bildern

Untersteinach - Ein Benefizabend unter dem Thema "Musik fürs Herz" zugunsten der Herzkissenaktion des Brustzentrums am Klinikum Kulmbach ist am Samstag im voll besetzten Kulmbacher Kleinkunst-Brettla über die Bühne gegangen. Diana Miskolci aus Himmelkron und Sandra Krug aus Ludwigschorgast, die beide an Brustkrebs erkrankt waren, berichteten bei der Veranstaltung, die die Idee von Sandra Krug und ihrem Ehemann Michael war, über ihre Erfahrungen mit der Krankheit und über die Aktion. Für die Unterhaltung zeichneten Stefan Eichner alias "Das Eich" und die Gruppe "Elixier" verantwortlich.

Eine Interview-Runde, die Joffrey Streit moderierte, eröffnete den Abend. Diana Miskolci erinnerte sich an das Jahr 2014, als sie die Diagnose Brustkrebs erfuhr und zunächst dachte, das könne nicht sein. Sie bekam nach der Operation ein sogenanntes Herzkissen geschenkt, das für sie ein Seelentröster war, das eine therapeutische Wirkung hat und das sie immer bei sich trägt. Dieses Herzkissen hatte eine Krankenschwester aus Dänemark bei einem Kongress in Amerika gesehen, die Idee toll gefunden und sie nach Europa gebracht. Mittlerweile werden die Kissen weltweit genäht. Sie sollen an die Frauen "von Herz zu Herz" verschenkt werden. Diana Miskolci hatte nach ihrer Erkrankung die Herzkissen-Aktion des Brustzentrums am Klinikum Kulmbach initiiert. Inzwischen sind zehn Frauen als Näherinnen tätig, darunter drei Lehrerinnen, die bereits in den Schulen Kindern vermitteln, mit der Krankheit umzugehen. Allerdings sei man auf Spenden angewiesen, denn schließlich müssen Nadeln, Stoffe und andere Dinge gekauft werden. Sie findet es toll, dass so viele Menschen zu dem Abend gekommen sind. Somit könne die Aktion weitergehen. Ihr Dank galt daher insbesondere Michael Krug dafür, was er mit dieser Aktion auf die Beine gestellt habe.

Diana Miskolci erzählte, wie sie in der Tagesklinik herzlich empfangen und darauf vorbereitet worden war, was auf sie zukommt. Das Ausmaß erahne man vorher überhaupt nicht, verdeutlichte sie. Sie habe dadurch die Tätigkeit wertschätzen gelernt, die Ärzte und Krankenschwestern ausüben. Für sie sei durch ihre Erkrankung klar geworden, dass die Gesundheit nicht selbstverständlich ist. Sie möchte Betroffenen Mut machen. "Es geht weiter. Es geht anders weiter, aber es geht weiter", hob sie hervor. Für sie war es sehr wichtig, die Familie um sich zu haben, denn man durchlebt Höhen und Tiefen. Unterstützung erfuhr sie zudem von den Psychoonkologen.

Sandra Krug meinte, die Veranstaltung solle die Wertschätzung ausdrücken gegenüber den Ärzten, Krankenschwestern, den Näherinnen, die ehrenamtlich und mit Herzblut ihre Tätigkeit verrichten, und Diana Miskolci, die diese Aktion ins Leben gerufen hat. Sie möchte ebenfalls allen Betroffenen Mut machen und ihnen sagen, dass es zu schaffen ist. Sie könne es keinem verübeln, der nicht über dieses Thema reden möchte. Sie selbst sei vor gut zwei Jahren erkrankt und habe es in der Folge erlebt, dass sie teilweise seltsam angesehen wurde, als sie eine Mütze trug oder weil sie als Frau keine Haare hatte. Sie habe sich nach der Diagnose die Fragen gestellt: "Warum ich? Warum diese Erkrankung, habe ich vielleicht etwas falsch gemacht?"

Im Nachhinein ziehe sie sehr viel Positives aus der gesamten Sache. In der Therapiephase habe sie wie Diana Miskolci viele Höhen und Tiefen erfahren, auch heute sei noch nicht jeder Tag gleich. Ihr Glauben sei intensiver geworden in der Zeit, sie habe die Natur wieder mehr schätzen gelernt und sie weiß, wie ihr Körper reagiert, wenn sie sich im Stress befindet. Ihr Körpergefühl ist zurückgekehrt. Früher habe sie im Alltag viel übergangen. Alles sei da wichtig gewesen, nur sie selbst nicht. Sie mache jetzt öfter, was ihr gut tue.

Die Geschäftsführerin des Klinikums Kulmbach, Brigitte Angermann, dankte Diana Miskolci und Sandra und Michael Krug für ihr Engagement, auch an den Schulen, wo schon Schüler für die Aktion Kissen genäht haben.

Stefan Eichner erläuterte, als er von der Benefizveranstaltung erfuhr und den teils horrenden Saalmieten, die manche verlangt haben, habe er das KKB als Veranstaltungsort vorgeschlagen. Seine Vorstandskollegen vom KKB-Verein haben daraufhin einstimmig beschlossen, für den Abend keine Saalmiete zu verlangen. In der Folge gab es von ihm eine Mischung aus diversen Sketchen und Liedern, sowohl eigene als auch welche aus seinem Reinhard Mey-Programm. Die oberfränkische Deutsch-Pop-Rock-Coverband "Elixier" sorgte anschließend für Stimmung. Holger Höhn (Piano, Gesang), Frank Hofmann (Gitarre, Gesang), Walter Schönheiter (Bass, Gesang) und Stefan Luschner (Drums, Percussion) präsentierten eine bunte Mischung mit Liedern von Heinz Rudolf Kunze, Peter Maffay, der Indie-Rock-Gruppe "Sportfreunde Stiller", Marius Müller-Westernhagen, Udo Lindenberg und von anderen Interpreten. Wie Stefan Eichner hatte sich die Band ebenfalls sofort spontan bereit erklärt, an dem Abend ohne Gage aufzutreten.

Autor

Rainer Unger
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Veröffentlicht am:
20. 05. 2019
16:28 Uhr

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20. 05. 2019
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