Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Volksfest 2019BlitzerwarnerGerch

Kulmbach

Ein Stein zeigt Farbe

Die Wirtschaftsjunioren schauen hinter die Kulissen der Hartsteinwerke Schicker. Im Steinbruch in Bad Berneck erleben sie eine Sprengung.



Gespannt warten die Wirtschaftsjunioren auf das Highlight des Tages: eine Live-Sprengung in dem riesigen Steinbruch.
Gespannt warten die Wirtschaftsjunioren auf das Highlight des Tages: eine Live-Sprengung in dem riesigen Steinbruch.   » zu den Bildern

Kulmbach/Bad Berneck - Bei einem Besuch der Hartsteinwerke Schicker in Bad Berneck haben die Wirtschaftsjunioren (WJ) Kulmbach den Diabas von seiner besten Seite kennengelernt. Sie erhielten spannende Einblicke in das bereits seit 1880 bestehende Unternehmen und seine Produkte. Patricia Schicker und Anina Schicker, selbst aktives WJ-Mitglied, sind gemeinsam mit ihrem Vater, Michael Schicker, in dem seit 1880 bestehenden Familienunternehmen tätig und haben aus dem Nähkästchen geplaudert.

Wirtschaftsjunioren Kulmbach

Die Wirtschaftsjunioren (WJ) Kulmbach sind eine Vereinigung von jungen Unternehmern und Führungskräften aus allen Bereichen der Wirtschaft. Die WJ Kulmbach gehören den Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) an, die mit mehr als 10 000 aktiven Mitgliedern den größten Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren bilden. Die Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich in diversen Projekten in den Bereichen Wirtschaft, Politik sowie Bildung und Soziales. Bundesweit verantworten die Wirtschaftsjunioren bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Milliarden Euro Umsatz rund 300 000 Arbeits- und 35 000 Ausbildungsplätze. Der Bundesverband WJD ist seit 1958 Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber. Interessierte Unternehmer und Führungskräfte heißen die Wirtschaftsjunioren zu ihren öffentlichen, monatlichen Meetings gern willkommen. Alle Termine und weitere Informationen unter www.wj-kulmbach.de.


"Wir freuen uns, dass die Wirtschaftsjunioren heute bei uns zu Besuch sind und dass wir zeigen können, wie innovativ und modern unser Werk ist. Für die meisten ist Diabas nur ein grauer Stein, doch wie spannend und vielseitig unsere Produkte sind, weiß kaum jemand", sagte Patricia Schicker, die die Gäste im Hauptsitz der Firmengruppe begrüßte. Dort erhielten die Wirtschaftsjunioren eine kurze Einführung in die erfolgreiche Geschichte des Familienunternehmens, die man in einer Überschrift so zusammenfassen könnte: Vom Postbeamten zum Steinbruchbesitzer. Denn die Geschäftsidee entstand aus der Notwendigkeit, den Fahrweg des Postbeamten Johann Schicker zu verbessern, indem Schlaglöcher mit Diabas aufgefüllt wurden.

Anina Schicker erklärte: "Was damals noch mühselige, manuelle Arbeit mit Hammer, Hacke oder Meisel war, funktioniert heute mechanisch: Nach der Sprengung wird das Gestein abgebaut und an die Anlagen transportiert. In verschiedenen Brech- und Siebanlagen wird dort das Gestein ins Endprodukt veredelt und dann als Splitt, Edelsplitt, Frostschutz, Urgesteinsmehl, Schotter, Gabionenstein oder ähnliches vertrieben." Auf der Ladefläche eines umgerüsteten Muldenkippers ging es für die Besucher dann direkt in den Steinbruch, wo nach der ausführlichen Besichtigung das Highlight des Tages bevorstand: die Beobachtung einer Sprengung.

Schon immer hat sich die Firmengruppe durch ständige Weiterentwicklung und fortschrittliche Technik ausgezeichnet. Nicht umsonst ist sie eines von wenigen Unternehmen, das als Lieferant für Gleisschotter von der Deutschen Bahn zertifiziert wurde. Doch es gibt auch für die Zukunft viel zu tun. "Das autonome Fahren, die Weiterentwicklung und Erneuerung unserer Anlagen, aber auch die Erschließung neuer Rohstoffvorkommen sind immerwährende Themen", merkte Patricia Schicker an.

Und da der Abbau von Rohstoffen einen Eingriff in die Natur bedeutet und somit die Landschaft verändert, nimmt die Familie Schicker auch ihre ökologische Verantwortung sehr ernst. Vorausschauender Abbau, gezielte Renaturierungs- und Rekultivierungsmaßnahmen sowie langfristige Planung ermöglichen ein gewinnbringendes Zusammenspiel zwischen Steinbruchbetrieb, Flora und Fauna. Schroffe Felshänge, Steinhaufen, karge Böden und seichte Gewässer bilden nicht zuletzt einen idealen, außerhalb der Betriebe nur noch selten existierenden Lebensraum für Tierarten wie Uhus, Flussregenpfeifer, Lurche, Schlangen und Frösche.

Mientje Krüger, Kreissprecherin der Wirtschaftsjunioren Kulmbach, resümierte: "Jede Firmenbesichtigung ist für mich ein Highlight, aber es ist besonders schön, dass wir miterleben dürfen, wie traditionsreiche Familienunternehmen unserer Region in die nächste Generation gehen. Mein Bedarf an Steinen ist heute in jedem Fall gewachsen - gut, dass die Familie Schicker inzwischen auch einen Online-Shop für Privatkunden führt." Die Wirtschaftsjunioren nutzen Firmenbesichtigungen wie diese, um mit Unternehmern der Region in den Dialog zu treten. So profitiert man gegenseitig von dem Erfahrungsaustausch zu Themen wie Mitarbeiterführung und Fachkräftemangel, Technologie- und Innovationsmanagement oder neue Wege der Kunden- beziehungsweise Projektakquisition.

Die Hartsteinwerke Schicker starteten 1880 in Kupferberg, wo die Familie Schicker ein kleines landwirtschaftliches Anwesen besaß und gleichzeitig die örtliche Poststelle betrieb. Da der Fuhrweg von Kulmbach nach Münchberg in schlechtem Zustand war, hatte Johann Schicker die Idee, die Schlaglöcher mit dem anstehenden Diabasstein aufzufüllen. Diese Idee weitete er schnell aus und transportierte den von Hand zerkleinerten Diabas als Wegebaumaterial auch in die umliegende Gegend. Die Hartsteinwerke waren geboren. Heute umfasst die Unternehmensgruppe vier Standorte in Oberfranken und beschäftigt ca. 110 Mitarbeiter.

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
17:40 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Bahn AG Familienunternehmen Führungskräfte Kunden Mitarbeiter und Personal Naturstoffe und Naturmaterialien als Wirtschaftsgüter Pflanzen und Pflanzenwelt Tiere und Tierwelt Unternehmen Unternehmensgruppen Unternehmer
Kulmbach Bad Berneck
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Clemens Dereschkewitz sprach bei den Wirtschaftsjunioren Kulmbach über seinen Werdegang und Herausforderungen der Digitalisierung. Foto: privat

06.06.2019

Nachhaltige Spuren hinterlassen

Unternehmer Clemens Dereschkewitz ist zu Gast bei den Wirtschaftsjunioren Kulmbach. Thema der Gesprächsrunde: die Herausforderungen der Digitalisierung. » mehr

Ende Mai ist für die Verkäuferinnen von Miller & Monroe in Kulmbach Schluss. Sie hoffen jetzt darauf, dass sie von einem Nachfolger übernommen werden.

02.05.2019

Verkäuferinnen vor ungewisser Zukunft

Die Mitarbeiterinnen bei AWG und bei Miller & Monroe in Kulmbach wissen bis jetzt nicht, ob sie im Juni noch eine Arbeit haben. Eine Zitterpartie für das Personal. » mehr

Ungewöhnlich, dass ein Unternehmen, das gerade neue Büros bezieht, seiner Stadt etwas schenkt. ESR Labs hat es getan. OB Henry Schramm bekam eine Stadtansicht von Kulmbach - natürlich aus dem besonderen Blickwinkel eines Software-Entwicklers. Im Bild (von links): Architektin Nicola Schick, Marc Wallner von ESR Labs, Büroleiterin Jessica Stöcker, die Firmengründer Wolfgang Köcher und Gerd Schäfer, Ratskeller-Eigentümer Fares Day, Oberbürgermeister Henry Schramm, Landrat Klaus Peter Söllner und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel. Foto: Melitta Burger

12.05.2019

Digitale Technik made in Kulmbach

Die Software-Schmiede ESR Labs arbeitet jetzt im Ratskeller. Mitarbeiter aus 25 Nationen sind für das Unternehmen tätig. » mehr

Eva Leithner, Markus Bär und Jannick Ott (von links) ) freuen sich auf die Reise nach New York.

08.07.2019

Die Unternehmer der Zukunft

Ein Power-Trio aus Kulmbach fliegt nach New York: Das Team "blank canvas" gewinnt beim Spiel "Play the Market" 2019. » mehr

Vier Unternehmen aus dem Landkreis Kulmbach sind für den "Großen Preis des Mittelstandes" nominiert. Unser Bild zeigt (von links) Marion Oppel vom E-Center Seidl, Prokurist Ralf Müller von Wimmer GmbH, Claus Krumpholz junior, Claus Krumpholz senior, Elke Krumpholz, Anja Wimmer, Robert Knitt von der Oskar-Patzelt-Stiftung, Kristina Barth und Tobias Langmeyer von Dynamic Commerce, Landrat Klaus Peter Söllner und Klemens Angermann für die Wirtschaftsoffensive im Landkreis Kulmbach. Foto: Werner Reißaus

11.07.2019

Vier Kulmbacher Unternehmen sind für Mittelstands-Preis nominiert

Vier Unternehmen aus dem Landkreis sind preisverdächtig. Ihre Nominierungsurkunden haben sie jetzt erhalten. » mehr

Clemens Dereschkewitz ist wieder Geschäftsführer bei Glen Dimplex in Kulmbach. Foto: Glen Dimplex

02.07.2019

Dereschkewitz zurück bei Glen Dimplex

Im März war der Manager bei ait-Deutschland ausgeschieden. Jetzt kehrt er an seinen früheren Wirkungsort in Kulmbach zurück. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Frankenpost-Firmenlauf 2019

Frankenpost-Firmenlauf 2019 | 19.07.2019 Untreusee Hof
» 395 Bilder ansehen

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit

Plassenburg-Open-Air mit Stahlzeit | 16.07.2019 Kulmbach
» 9 Bilder ansehen

FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof 6:4

FC Eintracht Bamberg - SpVgg Bayern Hof 6:4 | 20.07.2019 Bamberg
» 34 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
17:40 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".