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Kulmbach

Eine Frage des Geschmacks

Ganze 22 Tomatensorten an rund 80 Stauden hegen und pflegen Helene und Heinrich Weiß aus Marktleugast. Zahlreiche außergewöhnliche Sorten gedeihen in ihrem Garten.



Ein leidenschaftlicher Tomatenzüchter ist der Marktleugaster Heinrich Weiß. Fotos: Gabriele Fölsche
Ein leidenschaftlicher Tomatenzüchter ist der Marktleugaster Heinrich Weiß. Fotos: Gabriele Fölsche   Foto: Gabriele Fölsche » zu den Bildern

Marktleugast - Sie heißen Indigo Rose, Schokotomate oder Artisan Blush. Der Blick in das Gewächshaus des Ehepaares Helene und Heinrich Weiß aus Marktleugast lässt mehr entdecken als rote runde Tomaten, die man so landläufig kennt. Die Früchte der Familie Weiß haben außergewöhnliche Farben und Formen. Sie sind blau-rot, braun, schwarz oder orange mit Sprenkeln. Andere wiederum erinnern an ein Herz oder haben die Form eines kleinen Birnchens.

Doch um Form und Farbe geht es Helene und Heinrich nicht: "Wir wollen einen ausgewogenen Geschmack zwischen Säure und Süße", sagt Heinrich Weiß. Angefangen hat alles mit vier Tomatensorten. "Viele der Früchte, die zum Kauf angeboten werden, sind wässrig und geschmacklos", bedauert Helene Weiß. So hat das Ehepaar vor 30 Jahren begonnen, selbst Samen aus schmackhaften Sorten zu gewinnen, zu säen, zu pikieren und zu ziehen.

Mittlerweile ist eine Leidenschaft daraus geworden. "Überall, wo wir unterwegs sind, nehmen wir uns Samen mit, den wir dann bei uns im überdachten Freiland oder eben im Gewächshaus ziehen. Damit das gelingt, müssen es samenfeste Sorten sein", weiß Heinrich Weiß, der auch Vorsitzender der Gartenfreunde Marktleugast ist. Aber auch kein Ableger ist vor seiner Frau sicher: "Ich nehme mir oft mal einen Fechser mit", sagt sie und lacht.

Seine Frau erinnert sich noch gut an einen Urlaub auf Zypern: "Wir sind drei Kilometer zu Fuß gelaufen, nur um eine Gärtnerei zu besuchen." Denn das Paar teilt die Leidenschaft für den Gartenbau. Damit die Anzucht gelingt und der Ertrag reichlich ist, braucht es Wissen um das Nachtschattengewächs. "Wichtig ist der Nährstoff, denn Tomaten sind Starkzehrer, ebenso wie Gurken auch", sagt Heinrich Weiß.

Er düngt unter anderen mit selbst angesetztem Brennnessel-Sud. "Aber auch Schachtelhalm, weil der viel Kiesel enthält. Das festigt die Zellen der Frucht", weiß der 64-Jährige. Dazu kommt ab und zu der Kaffeesatz, der die Erde lockert und Nährstoffe enthält. "Insbesondere die Rosen lieben ihn", sagt der Fachmann. Und meint: "Da geht es der Rose wie uns am Morgen, wenn wir Kaffee trinken. Eine Tasse und wir sind hellwach."

Eine erfolgreiche Ernte beginnt bereits mit der Aussaat. "Die kleinen Pflänzchen brauchen viel Sonne und die richtige Wärme. Wichtig ist das rechtzeitige Pikieren. Danach sollten die Pflanzen lediglich bei 18 Grad weiter wachsen, damit sie nicht in die Höhe schießen", sagt Weiß. Die 80 Busch-, Stab-, Rispen- und Wildtomaten in Marktleugast sehen jedenfalls samt der Früchte gesund und appetitlich aus. "Die Pflanzen müssen gut durchlüftet sein, damit sich keine Bakterien bilden. Zudem sollten Stabtomaten von unten entblättert werden, damit kein Gießwasser auf die Blätter kommt. So lässt sich Braun- und Krautfäule verhindern."

Im Gewächshaus der Familie Weiß ist auch eine Basilikumpflanze zu finden: "Das ist unsere Vorsorge gegen die Weiße Fliege und die Rote Spinne", sagt der 64-Jährige. Im Oberland sind die Tomaten heuer später dran. "Das liegt wohl daran, dass der Mai sehr kalt war und die Pflanzen einen Stopp eingelegt haben. Doch geschmacklich sind die Tomaten heuer gut."

So erklären Helene und Heinrich Weiß, dass die birnenförmigen Tomaten nicht nur süß schmecken, sondern sich auch optisch gut im Salat machen. "Die Schokotomate hat einen milden, süßlichen Geschmack und ist farblich natürlich ein Highlight", sagt Helene Weiß. Die Orange Blue schätzt das Ehepaar besonders, weil sie einen ausgewogenen Geschmack hat. Die Indigo Rose hat eine schwarze Farbe: "Ich mag die dunklen Sorten", sagt sie. Ihr Mann hingegen ist davon nicht so begeistert, weil ihm die Bissfestigkeit fehlt.

Natürlich kann das Ehepaar nicht sämtliche Tomaten, die bei ihnen gedeihen, frisch essen. Der Rest wird eingekocht zu Tomatensoße, zu Pesto verarbeitet oder abgegeben. Nach der Tomatensaison ist für Helene und Heinrich vor der Tomatensaison. Denn aus den reifen Früchten werden die Samen entnommen, gewässert und getrocknet. Damit es auch im nächsten Jahr grünt und reift in Marktleugast.

Autor

Gabriele Fölsche
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
26. 08. 2019
18:09 Uhr

Aktualisiert am:
26. 08. 2019
18:09 Uhr

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Autor

Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
26. 08. 2019
18:09 Uhr

Aktualisiert am:
26. 08. 2019
18:09 Uhr



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