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Kulmbach

Eine starke Frau kämpft um ihre Liebe

Heute wird Clara Schumann 200 Jahre alt. Eva-Maria und Ingo Dannhorn widmen der Pianistin und achtfachen Mutter einen Abend beim Wilhelm-Kempff-Festival.



Clara Schumann war in vielerlei Hinsicht eine bemerkenswerte Frau. Zu ihrem 200. Geburtstag wurde eine Sonderbriefmarke aufgelegt. Foto: Jan Woitas/dpa
Clara Schumann war in vielerlei Hinsicht eine bemerkenswerte Frau. Zu ihrem 200. Geburtstag wurde eine Sonderbriefmarke aufgelegt. Foto: Jan Woitas/dpa   » zu den Bildern

Thurnau - Wenn Eva-Maria Dannhorn über Clara Schumann spricht, gerät sie ins Schwärmen: "Sie war eine unglaublich moderne Frau. Sie war ein Wunderkind, eine phantastisch Pianistin und sie hat Kinder, Familie und Beruf unter einen Hut gebracht." Heute, am 13. September, ist es 200 Jahre her, dass Clara Schuhmann zur Welt gekommen ist. Nicht nur durch ihre Musik und ihre Ehe mit Robert Schumann ist sie unvergesslich geworden. Die achtfache Mutter war eine der ersten Professorinnen überhaupt. Zu Zeiten der D-Mark schmückte ihr Konterfei den 100-Mark-Schein. Der genialen Pianistin wurde anlässlich ihres 200. Geburtstags nicht nur eine Sonderbiefmarke gewidmet. In Thurnau werden im Rahmen des Wilhelm-Kempff-Festivals am 11. Oktober Clara Schumann und am 10. Oktober Ludwig van Beethoven im Mittelpunkt stehen. Es geht um die Liebe. Um den "ersten Kuss mit Clara" und, Beethoven betreffend, "an die unsterbliche Geliebte".

Eine neue Form, ein Konzert zu erleben, bieten Eva-Maria und Ingo Dannhorn diesmal im Rahmen des Kempff-Festivals in Thurnau an. Ein "Musik-Text-Hörspiel" soll den Besuchern die Komponisten näher bringen, sie vorstellen. Das Publikum soll erleben und fühlen können, wie der Mensch war, der der ganzen Welt seine wunderbare Musik hinterlassen hat. "Man erlebt den Menschen, wie er liebt, lebt, leidet. Wie er sich ausdrückt. Am Ende wird einem dieser Mensch gar nicht mehr so fremd sein", sagt Pianist Ingo Dannhorn, der bei beiden Abenden auch am Klavier sitzen wird.

Zigtausende Briefe hat Clara Schumann in ihrem Leben geschrieben. Erst kürzlich wurden 20 000 dieser Briefe entdeckt. Die Dannhorns haben sich die längst bekannten Briefe, die Clara mit ihrem geliebten Robert austauschte, vorgenommen. Die Geschichte, die an diesem Abend in Thurnau erzählt wird, umfasst die Zeit zwischen dem Kennenlernen und der Hochzeit. Ein Happy End, wenn man so will. Auch wenn es im Gesamten betrachtet, ein tragisches Ende nahm zwischen diesem berühmtem Liebespaar der Geschichte, das so sehr kämpfen musste, um Zusammensein zu können.

Wilhelm Kempff, der Jahre in Thurnau gelebt hatte, war ein ausgewiesener Spezialist sowohl für Beethoven als auch für Schumann. Da blieb es nicht aus, dass die Dannhorns sich intensiv mit den Komponisten befasst haben. "Es war schnell faszinierend, was wir uns da erlesen haben", sagt Eva-Maria Dannhorn. Clara Schumann, sagt sie mit Nachdruck, sei eine Feier wert.

Clara und Robert lernten sich kennen, als das kleine Mädchen gerade acht Jahre alt gewesen ist. Mit 15 verliebte sich Clara in Robert. Doch es sollte bis zu ihrem 21. Geburtstag dauern, bis sich das Paar endlich wirklich in die Arme schließen durfte. Clara Schumanns Vater hat fast vor nichts zurückgeschreckt, um die Verliebten zu trennen. Eva-Maria Dannhorn hat diese Geschichte sehr berührt: "Sie waren wahnsinnig verliebt und durften nicht zusammenkommen. Sogar Anzeigen hat ihr Vater erstattet." Trotzdem hat sich das Paar über Jahre täglich Briefe geschrieben. Briefe, die zu ihren Adressaten geschmuggelt werden mussten. Briefe, die erhalten blieben und die von einer tiefen, rührenden Liebe erzählen. ""Man spürt die Sehnsucht in den beiden und wird in diesen Bann hineingezogen, wen man die Briefe liest, die erstaunlich moderne Inhalte haben", fasst Eva-Maria Dannhorn zusammen. Die Liebesgeschichte greift dieser Abend im Rahmen des Kempff-Festivals in Thurnau auf. Die Schauspielerin Alina Levshin wird den Part von Clara Schumann auf der Bühne spielen. Robert Schumann wird physisch nicht anwesend sein. Hubertus Bengsch übernimmt den Part aus dem "off". So wird die erzwungene Trennung des jungen Liebespaares besser spürbar.

Beide Abende, der für Beethoven und der für Schumann, drehen sich um die Liebe. Von lebenslänglich unerfüllt, wie in Beethovens Fall, bis hin zum glücklichen Happy End der Eheschließung nach verzweifelten Jahren der erzwungenen Trennung im Fall der Schumanns. Spannend wird es sicherlich werden, dieses neue Konzert-Format, das beim Wilhelm-Kempff-Festival in diesem Jahr geboten wird. Dass Clara Schumann dabei eine zentrale Rolle spielt, halten die Dannhorns für absolut angemessen: "Sie war eine starke, faszinierende Persönlichkeit", betont Ingo Dannhorn. Er ist sicher: "Das darf man anlässlich ihres 200. Geburtstags auch mal sagen."

Karten für die beiden Konzertabende am 10. und 11. Oktober im Kutschenhaus in Schloss Thurnau gibt es in Kulmbach bei der Buchhandlung Friedrich und online über:

wilhelm-kempff-festival.com

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Melitta Burger
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Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
18:30 Uhr

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Melitta Burger

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Veröffentlicht am:
12. 09. 2019
18:30 Uhr



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