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Kulmbach

Einsatzfreudiger Weggefährte sagt Ade

Diakon Günther Wagner verlässt Kulmbach nach 14 Jahren. Im Ruhestand zieht es ihn ins Bayreuther Land.



Auch der Kindergarten mit Leiterin Nadine Kretschmann (neben Diakon Günther Wagner) bedankte sich mit einem von den Kleinen gemalten Bild.	Fotos: hw
Auch der Kindergarten mit Leiterin Nadine Kretschmann (neben Diakon Günther Wagner) bedankte sich mit einem von den Kleinen gemalten Bild. Fotos: hw   » zu den Bildern

Kulmbach - Es war ein fröhlicher, aufmunternder Abschied in den verdienten Ruhestand für Diakon Günther Wagner: Nach 14 segensreichen Jahren in der Friedenskirche und Auferstehungskirche Kulmbach verlässt er schweren Herzens die Bierstadt, um nach Untersteinach bei Weidenberg zu ziehen, wo er ein Haus umbaut.

Und eines wurde ganz deutlich, er hat Menschen gewinnen können, die Friedenskirche war, "zu ungewohnter Zeit am Sonntagnachmittag", wie es Pfarrer Rolf Dieling ausdrückte, restlos gefüllt, der Posaunenchor und der Kirchenchor bereiteten Günther Wagner ein festliches Geleit. Seine Beliebtheit kam in den zahlreichen Laudationes und einem Berg von Geschenken zum Ausdruck, es floss so manche kleine Träne der Wehmut.

Der Diakon stand 40 Jahre im Dienste der Kirche, begann 1980 mit der Gemeindearbeit in Nürnberg-Katzwang, kümmerte sich von 1985 bis 1988 um Menschen mit geistiger Behinderung im Auenhof der Rummelsberger Diakonie bei Hilpoltstein, um anschließend für 13 Jahre ins Haus Schmeilsdorf bei Schwarzach zu wechseln. Nach einem fünfjährigen Aufenthalt als Diakon in Bad Kissingen schloss sich dann ab 2006 der Kreis in Kulmbach. "Er ist mir in dieser Zeit zu einem zuverlässigen und einsatzfreudigen Weggefährten geworden mit der besonderen Freude an der Musik und ihrer Botschaft", sagte Pfarrer Dieling. Man habe Freud und Leid miteinander geteilt, viele Projekte gemeinsam angepackt und geschultert. Günther Wagner habe viel bewegt, Privates und Dienstliches gut miteinander verbinden können. Ob Predigten, ausgestattet auch mit einer wunderschöne Singstimme, Bibelstammtisch, Konfi-Freizeiten, die Tätigkeiten im Kindergarten oder die Ausflüge: "Unser Diakon war überall der richtige Mann." "Der Segen Gottes möge dich umarmen", war dann auch ein gesungener Wunsch aller, die ihn in Kulmbach begleitet hatten.

Es gab viele schöne Gesten der Dankbarkeit an diesem Nachmittag: Die Kirchenvorstände überreichten je eine Blume mit ganz persönlichen Worten, das Team "Gottesdienst aus der Kiste" betonte die enge Verbundenheit und die Mitarbeiterinnen des Kindergartens überreichten ein hübsches Bild der Kleinen. Der Dank in Gedicht- und Gebetform oder im Lied, dem künftigen Ruheständler wurde in vielfacher Form gehuldigt.

"Du hast Menschen begeistert, vielen einen Gefallen getan, gespürt, wann du gebraucht wirst", fasste man zusammen. Dekan Thomas Kretschmar wünschte dem Diakon Gottes Gnade, und Synodale Christina Flauder schloss sich mit einem "Gott beschütze Sie" an, ehe ihn Konventsleiter Franz Schön von der "Rummelsberger Bruderschaft" segnete und "entpflichtete".

Seine Abschiedspredigt nutzte der 63-jährige Wagner zu einem Appell, sich für das Klima einzusetzen. "Wir dürfen dazu nicht schweigen." Wagner machte auf die Flut von Plastik aufmerksam und brachte als ungewohntes Beispiel eine "Große Dürre", eine Barbie-Puppe, mit. Und er bedankte sich noch ausdrücklich bei den Kirchenbesuchern für "das Aushalten meiner Predigtphilosophie".

Eine Liebeserklärung an Kulmbach wollte er noch loswerden. "Die Stadt ist meine Heimat geworden, obwohl ich als gebürtiger Kärntner immer noch österreichischer Staatsbürger bin. Ich mag besonders die Innenstadt und die Menschen - inzwischen. Man wird in Oberfranken nicht so schnell warm. Wenn man sie aber näher kennt, sind die Oberfranken wunderbare Menschen. Und die ‚Brodwärschd’ mag ich immer mehr".

Autor

Horst Wunner
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Veröffentlicht am:
20. 01. 2020
18:18 Uhr

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Horst Wunner

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Veröffentlicht am:
20. 01. 2020
18:18 Uhr



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