Lade Login-Box.
Topthemen: 30 Jahre GrenzöffnungBilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019VER Selb

Kulmbach

Erneuerung war überfällig

In den kommenden Jahren wird auf der Autobahn zwischen Bamberg und Kulmbach gebaut. Gesamtkosten für die aktuell zwei Projekte: 80 Millionen Euro.



Thomas Pfeifer und Matthias Wölfel (von links) von der Autobahndirektion Nordbayern sind für die Bauarbeiten auf der A70 zuständig.
Thomas Pfeifer und Matthias Wölfel (von links) von der Autobahndirektion Nordbayern sind für die Bauarbeiten auf der A70 zuständig.   » zu den Bildern

Kulmbach/Bamberg - Wer von Bamberg Richtung Kulmbach auf der A70 pendelt, kennt das Problem: 14 Kilometer Baustelle, natürlich mit Geschwindigkeitsbegrenzung. Verantwortlich für das Projekt ist Thomas Pfeifer, Dienststellenleiter in Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern. Er versucht, möglichst selten mit Baustellen in den Verkehr einzugreifen: "Kleinere Stellen bessern wir nur dann aus, wenn wir befürchten, dass sie den nächsten Winter nicht überstehen. Die letzten Jahre hatten wir immer irgendwo auf der A70 Baustellen. Eigentlich bevorzugen wir lange Baustellen am Stück. Das ist einfacher, weil bei jeder Baustelle die Verkehrssicherung immer aufwendig ist", erklärt Thomas Pfeifer.

Moderner Asphalt

Die Zusammensetzung des Asphalts hat sich verändert. Die heutigen Mischungen sind das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses. Früher hatte man zum Beispiel eine weichere Deckschicht, wodurch Spurrinnen entstanden. Der neue Belag ist feiner und dichter, was für ein besseres Fahrgefühl sorgt. Die Deckschicht muss auch griffig sein, damit man kurze Bremswege hat. Gleichzeitig soll sie auch leiser sein, um die Lärmbelästigung zu verringern. Der neue Belag ist bis zu zwei Dezibel leiser. Zum Vergleich: Ein Mensch kann Unterschiede ab einem Dezibel hören. Ein raschelndes Blatt ist etwa zehn Dezibel laut, ein normales Gespräch 65 Dezibel.


Die Erneuerung des Straßenbelags auf der A70 war überfällig: Die Strecke Richtung Bayreuth wurde in den 1980er-Jahren gebaut. Richtung Bamberg stammt die Strecke sogar aus den 1950er-Jahren und war früher die Bundesstraße 505. Die Spur Richtung Bamberg wurde schon erneuert, nun ist die andere Spur an der Reihe. Die Straße hat mehrere Probleme. Beispielsweise hat sich der Verkehr seit der Grenzöffnung extrem verstärkt. Der Straßenbelag leidet darunter, vor allem durch die großen Lkw: "Eine Lkw-Achse belastet die Straße so sehr wie 160 000 Pkw-Achsen", sagt Matthias Wölfel. Er ist der Leiter des Bereichs Erhaltung, Betrieb und Bau und stellvertretender Leiter der Dienststelle Bayreuth der Autobahndirektion Nordbayern. Die Spuren der alten Autobahn sind zudem schmaler und der fehlende Standstreifen ist ein Problem. All das soll während der Bauarbeiten modernisiert werden. Dazu werden auch die Brücken ausgebessert und die Sicherheitsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Leitplanke, erneuert.

Die Bauarbeiten haben am 4. September begonnen und sollen bis Ende November abgeschlossen sein. Matthias Wölfel sagt: "Wir liegen gut im Plan. Für 14 Kilometer Strecke, die durchschnittlich 25 Jahre alt ist, ist das schon sehr schnell." Ein genaues Datum könne er aber nicht nennen, denn der Straßenbau ist witterungsabhängig.

Im Winter könne man nur schlecht bauen, doch bei leichtem Regen müssen die 30 Bauarbeiter der Baufirma Leonhard Weiss arbeiten. An der Baustelle sind dazu drei Angestellte der Autobahndirektion Nordbayern, um den Bau zu überwachen. In Teilen der Baustelle müsse nur die Deckschicht der Straße erneuert werden, manchmal muss die alte Straße aber komplett abgetragen und eine neue gebaut werden. Dabei versuchten Wölfel und Pfeifer auch die Straßenführung zu verbessern. Während die Bauarbeiter den Straßenbelag auftragen, werden gleichzeitig die Brücken saniert und die Schutzeinrichtungen erneuert. Wölfel und Pfeifer kümmern sich um die Organisation des Projekts und organisieren die Finanzierung.

Das Projekt kostet etwa 15 Millionen Euro, zirka eine Million pro Kilometer. Das macht etwa ein Zehntel des Jahresbudgets der Dienststelle Bayreuth von 150 Millionen Euro aus. Dieses Geld verwenden sie für die Straßen von Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz. "Unser Autobahnnetz ist gut ausgebaut. Daher geht der Großteil des Geldes, 100 Millionen Euro, in die Instandhaltung der Straßen und Brücken", erklärt Pfeifer.

Ein weiteres großes Projekt steht im nächsten Jahr an. Für 65 Millionen Euro wird bei Thurnau eine neue Trasse verlegt. Die Straße soll 180 Meter neben der bisherigen Autobahn liegen. Eigentlich waren nur eine normale Sanierung und der Ausbau des Standstreifens geplant. Doch der Hang, auf dem die Straße liegt, rutscht weg. "Normalerweise versucht man, den Hang zu sichern, aber hier rutscht es in bis zu 60 Metern Tiefe", erklärt Pfeifer. Sicherungsmaßnahmen wären extrem teuer geworden und hätten das Problem nicht langfristig beheben können. Der Verkehr läuft noch normal, aber "die Statiker können nicht garantieren, dass die Strecke standsicher ist. Sie könnte auch schon nächste Woche nicht mehr stehen", sagt Pfeifer. Deswegen hat die Autobahndirektion ein Überwachungssystem eingerichtet. Sie messen an 30 Stellen, wie weit sich die Messpunkte bewegen. Die größte Verschiebung war bei einem Messpunkt im Tal: Der bewegte sich im letzten Jahr um 15 Zentimeter.

Im Moment läuft das Planfeststellungsverfahren. "Planfeststellung ist das, was für Privatleute ein Bauantrag ist", erklärt Pfeifer, "Landkreis, Privatpersonen und so weiter können Änderungswünsche und Kritik vorbringen." Anfang November ist der Erörterungstermin, an dem die Details beschlossen werden. Interessierte Bürger können sich im Internet unter Regierung von Oberfranken/ laufende Planfeststellungen informieren. Dort findet man Karten, Daten und der Plan zum Bau der neuen Trasse. Im nächsten Jahr werden die Bauvorbereitungen starten. Das Projekt soll nach drei bis vier Jahren abgeschlossen sein.

Dann können die Autofahrer auf gute Straßen und freie Fahrt hoffen. "Wir haben uns von Bamberg bis Schirradorf systematisch vorgearbeitet, da müssen wir erstmal nichts mehr machen", sagt Wölfel. Die Deckschicht hält im Schnitt 15 Jahre, man kann sie aber mit Reparaturen meist 20 Jahre lang verwenden. Fest steht: Nach und neben der Trassenverlegung sind keine weiteren Arbeiten an der Autobahn zwischen Bamberg und Bayreuth geplant.

Autor

Rebecca Ricker
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
18:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Autobahndirektion Nordbayern Autobahndirektionen Autobahnen Bau Bauarbeiter Baustellen Bauunternehmen Bundesstraßen Straßenbau Tempolimit Verkehr
Kulmbach Bamberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Das alte Haus in Kauerndorf wird abgerissen.

10.10.2019

Vollsperrung im Nadelöhr

Das Staatliche Bauamt plant auf der Straße zwischen Kauerndorf und Fölschnitz eine bessere Linienführung. Zuvor ist eine umfangreiche Baugrunduntersuchung nötig. » mehr

Hinter einem Bauzaun steht ein einsames Kreuz. Der Friedhof braucht zur neuen Straße hin noch eine Mauer.

14.10.2019

Es hat sich eingependelt

Knapp ein Jahr rollt der Verkehr auf der neuen Melkendorfer Umgehung. Die Einwohner sind bis heute von den gewaltigen Dimensionen überrascht. » mehr

05.11.2019

A 9/Lanzendorfer Brücke: Baustelle und Staus gehen zu Ende

Ende November soll die Erneuerung der Lanzendorfer Brücke abgeschlossen sein. Doch die nächste Baustelle ist bereits in Planung. » mehr

Investition in die Zukunft: Das Unternehmerehepaar Heinz und Inge Schott (Fünfter und Dritte von links) freuten sich über die Segnung der Halle durch Monsignore Professor Dr. Dr. Rüdiger Feulner (Vierter von links). Glückwünsche übermittelten auch (von links), der geschäftsleitende Beamte der Stadt Kulmbach, Simon Ries, Bezirkstagspräsident und Oberbürgermeister Henry Schramm, (von rechts) Petra und Harald Fleischmann von Holzbau Fleischmann, Matthias Lindner und Nicole Süss von Lindner Bau, Jürgen Brinkmann, Landrat Klaus Peter Söllner und der Geschäftsführer der Schott Spedition, Harald Rhein (Fünfter von links).	Foto: Gabriele Fölsche

14.08.2019

Kulmbachs "Salzkontor" hat erweitert

Die Spedition Schott rüstet für die Zukunft. Sie hat eine neue Streusalzhalle eingeweiht. Sie fasst 35 000 Tonnen. » mehr

Für zwei Hinweisschilder an der A9 bei Marktschorgast liegen Entwürfe des Diplom-Designers Wolfgang Skoda vor. Die Freunde der Wallfahrtsbasilika haben sich bereits für einen davon entschieden.	Repro: privat

06.11.2019

Hinweisschilder könnten 2020 aufgebaut werden

Damit Reisende an der Autobahn auf die Basilika in Marienweiher aufmerksam werden, sind zwei Tafeln geplant. Der Antrag ist gestellt, ein positiver Bescheid wird erwartet. » mehr

Die Sanierungsarbeiten in der Küche der gemeindlichen Gaststätte "Zur Tanne" haben doch mehr Geld verschlungen als angenommen. Ursprünglich war die Gemeinde Harsdorf von Kosten von rund 20 000 Euro ausgegangen. Bürgermeister Günther Hübner - hier mit einem maroden Abwasserrohr - rechnet inzwischen mit mindestens den doppelten Kosten.	Foto: Werner Reißaus

14.08.2019

Die "Tanne" eröffnet Anfang September

Die Sanierung der gemeindlichen Gaststätte in Harsdorf wird deutlich teurer als ursprünglich geplant. Zuschüsse sind dennoch nicht in Aussicht. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Eddy

Katzen aus Lichtenberg |
» 5 Bilder ansehen

Wunsiedel

20. Wunsiedler Kneipennacht | 09.11.2019 Wunsiedel
» 98 Bilder ansehen

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau

Kickers Selb - FC Vorwärts Röslau | 09.11.2019 Selb
» 5 Bilder ansehen

Autor

Rebecca Ricker

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 09. 2019
18:00 Uhr



^