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Kulmbach

Erste Gespräche mit dem künftigen Chef

Rekord zur 30. Kulmbacher Ausbildungsmesse. 135 Aussteller präsentierten sich, um junge Nachwuchskräfte zu gewinnen.



Kulmbach - Wie soll meine berufliche Zukunft aussehen? Viele Schulabgänger stellen sich diese Frage. Hilfestellung gibt die Kulmbacher Ausbildungsmesse, die am Samstag zum 30. Mal im Beruflichen Schulzentrum in der Georg-Hagen-Straße stattfand. Handwerk und Industrie, Dienstleister, Handel, aber auch Behörden und weiterführende Schulen informierten die jungen Leute, die in großer Zahl zur Messe gekommen waren.

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. So haben sich die Positionen zwischen potenziellen Ausbildungsbetrieb und den Schulabgängern verschoben. Konnten sich noch vor einigen Jahren die Betriebe ihren passenden Azubi quasi nach besten Noten und Sympathie regelrecht aussuchen - haben heute die jungen Leute fast schon die freie Auswahl, wenn es um ihre berufliche Zukunft geht. Die Vertreter aus Handwerk, Industrie oder Handel nahmen sich am Samstag viel Zeit für Gespräche, packten Infomaterial ein und zahlreiche Geschenke wie Kugelschreiber, Taschenlampen oder Süßigkeiten.

In spannenden Fachvorträgen ging es unter anderem um die Ausbildung zum Erzieher, Altenpfleger oder Textil- und Modenäher oder Berufe in der Apotheke. Die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern erklärte, wie man Beamter werden kann, und das Verkehrsinstitut Bayern informierte über die Tätigkeit des Berufskraftfahrers für Personen- oder Güterverkehr. In den Werkstätten wurden praktische Übungen angeboten. Bei den Anlagemechanikern konnte man sich in der Rohrbearbeitung üben, bei den Bautechnikern wurde gemauert, und die Schreiner bauten mit den jungen Frauen und Männern Kerzenständer.

Elias und Noel aus Kulmbach übten sich an diesem Tag in Holzarbeiten. Während Elias nur mal testen wollte, kann sich Noel schon vorstellen, Schreiner zu werden: "Ich arbeite daheim mit Papa, das macht mir zum einen Spaß und zum anderen finde ich es schön zu sehen, wie etwas entsteht."

Der 14-jährige Moritz Schatz informierte sich beim Kariereberater der Bundeswehr, Christian Mitlöhner. "Ich würde gerne zur Luftwaffe gehen", sagte der junge Kulmbacher. Und auch, dass ihn Technik und Waffen interessieren und Auslandseinsätze nicht stören würden. "Mein Pate hat sich verpflichtet, deshalb weiß ich schon recht viel über die Bundeswehr", sagte der 14-Jährige.

Bei der Dörnhöfer Stahl- und Metallbau GmbH konnten die Schulabgänger selbst ein Mühlespiel in der Werkstatt herstellen. Zur Hand ging ihnen dabei die 15-jährige Sabrina Hahn, die im Dezember ihre Lehre zur Metallbauerin begonnen hat. "Ich habe letztes Jahr auf der Messe den Kontakt geknüpft, ein Praktikum angeschlossen und bin eingestellt worden", freut sie sich. Und auch wenn ihre Mutter ihr nahegelegt hat, zum Beispiel Kindergärtnerin zu werden, käme das für die junge Frau nicht infrage: "Nein, Büro oder so wäre für mich nichts. Ich will mit den Händen arbeiten. Man muss schon etwas Kraft mitbringen, wenn man diesen Beruf ausüben will", sagte die zierliche junge Frau.

Ihr Chef, Bernd Dörnhöfer, ist sehr zufrieden mit der nunmehr zweiten Metallbauerin in seiner Firma: "Sie ist sehr motiviert", sagt er. Seine Ausbildungsplätze sind heuer alle belegt: "Wir haben mit viel Glück alle Ausbildungsplätze besetzen können", freut er sich. "Ich habe heuer auch einen jungen Eritreer eingestellt. Bei uns arbeiten auch ein Syrer und Afghane. Das sind allesamt fleißige Leute", sagt der 52-Jährige. Was ihm wichtig ist unter seinen Mitarbeitern, das ist der gegenseitige Respekt.

Am Anfang des Tages wurde die Messe vom Präsidenten der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Zimmer, und dem Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Oberfranken Bayreuth, Michael Möschel, eröffnet. Zimmer lobte: "Die Messe ist eine Riesen-Plattform für Betriebe. Wenn die geburtenstarke Jahrgänge in Rente gehen, kommen stramme Zeiten auf uns zu." Und auch Michael Möschel sagte: "Der Arbeitsmarkt in Oberfranken steht vor gewaltigen Umbrüchen." Und auch, dass es nicht erforderlich sei, den akademischen Weg zu gehen, um eine Familie zu ernähren.

Landrat Klaus Peter Söllner lobte den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft und die Verantwortlichen im Landratsamt, die die Ausbildungsmesse über drei Jahrzehnte mit der Berufschule organisieren und durchführen. "Wir müssen die Wirtschaft hegen und pflegen und die Rahmenbedingungen günstig gestalten. Denn geht es der Wirtschaft schlecht, kann vieles nicht mehr realisiert werden."

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Gabriele Fölsche
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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
16:06 Uhr

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Gabriele Fölsche

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Veröffentlicht am:
20. 10. 2019
16:06 Uhr



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